Ukraine, Krieg

Ukraine baut mitten im Krieg neue Atomreaktoren

14.04.2024 - 09:50:36

Die Ukraine hat vor dem Hintergrund des anhaltenden Beschusses seiner Energieanlagen mit dem Bau von zwei weiteren Atommeilern im Westen des Landes begonnen.

Im Beisein von Energieminister Herman Haluschtschenko und der US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, sei der Grundstein für die Reaktorblöcke 5 und 6 des Atomkraftwerks Chmelnyzkyj gelegt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraina am Samstag. Die Zeremonie soll bereits am Donnerstag stattgefunden haben, wurde aber aus Sicherheitsgründen erst jetzt bekannt.

Im Gegensatz zu anderen Kraftwerkstypen hat Russland Nuklearanlagen mit seinen Drohnen- und Raketenangriffen bisher verschont - auch aus dem Bewusstsein heraus, dass dadurch eine vom Ausmaß her schwer zu berechnende Atomkatastrophe hervorgerufen werden könnte.

Die Blöcke werden in Zusammenarbeit mit dem US-Atomenergiekonzern Westinghouse Electric Company errichtet. Es handelt sich um Druckwasserreaktoren des Typs AP 1000 mit einer Laufzeit von laut Konzernangaben mindestens 60 Jahren. "Das ist eine modernere und sicherere Technologie als die, die wir jetzt nutzen", sagte der amtierende Vorstandschef des ukrainischen Atomenergiebetreibers Enerhoatom, Petro Kotin. Er lobte dies als Schritt zu einer neuen sicheren und zuverlässigen Energieversorgung.

Die Bauzeit für einen Reaktor wird auf vier bis fünf Jahre geschätzt, die Kosten auf etwa fünf Milliarden Dollar.

Eine schnelle Lösung für die Probleme bei der Energieversorgung der Ukraine stellen die neuen Reaktoren damit nicht dar. Russland, das vor mehr als zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet hat, beschießt systematisch Anlagen der Energieversorgung im Land. Zuletzt hat es speziell Wärme- und Wasserkraftwerke mit seinen Raketen unter Beschuss genommen - die ukrainische Flugabwehr ist angesichts der Vielzahl von Attacken überlastet.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ukrainer und Russen wollen in Abu Dhabi über Frieden reden Nach Gesprächen in Davos und Moskau über ein Ende des Ukraine-Kriegs verlagern sich die Verhandlungen nach Abu Dhabi. (Ausland, 23.01.2026 - 04:23) weiterlesen...

Deutschland weist russischen Diplomaten wegen Spionage aus. Eine Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesregierung zieht Konsequenzen aus dem jüngsten Spionagefall und erklärt den stellvertretenden Militärattaché zur unerwünschten Person. (Politik, 22.01.2026 - 16:12) weiterlesen...

Selenskyj: Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine. Der sonst so dankbare ukrainische Präsident Selenskyj findet deshalb klare Worte an seine Verbündeten. Seit fast vier Jahren dauert der Krieg Russlands gegen die Ukraine. (Ausland, 22.01.2026 - 15:50) weiterlesen...

Selenskyj kritisiert europäische Verbündete und Nato Zu wenig Unterstützung, aus Europa und von der Nato: Selenskyj rechnet beim Weltwirtschaftsforum mit seinen europäischen Verbündeten ab. (Ausland, 22.01.2026 - 15:39) weiterlesen...

Trump nach Treffen mit Selenskyj: Haben noch Weg vor uns. Doch bis zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine sei der Weg noch weit. Nun reisen Trumps Unterhändler nach Moskau. Es war ein gutes Treffen mit Selenskyj, sagt Trump. (Ausland, 22.01.2026 - 15:05) weiterlesen...

Spionage: Russisches Botschaftsmitglied wird ausgewiesen. Die Bundesregierung zieht Konsequenzen. Und der Außenminister setzt ein Signal gegenüber Moskau. Nach ihrer Festnahme in Berlin sitzt eine mutmaßliche Spionin Russlands in Untersuchungshaft. (Politik, 22.01.2026 - 14:49) weiterlesen...