Wasserstoffkernnetz: Kürzere Trasse für Lausitz im Gespräch
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de"Die Lausitz-Banane war gestern, wir haben eine bedeutend kürzere und damit wirtschaftlichere Trasse in die Lausitz zum Knoten Spreetal", sagte Roland Peine, Technischer Geschäftsführer des Industrieparks Schwarze Pumpe, dem Magazin. Er schlägt vor, eine bestehende und bereits gesicherte Gasleitungstrasse zu nutzen. Dadurch könnten Genehmigungsverfahren vereinfacht und die Leitung schneller gebaut werden. Nach seiner Einschätzung wäre eine Inbetriebnahme innerhalb von drei Jahren möglich.
Hintergrund sind geänderte Planungen in der Region: ArcelorMittal hat den Bau einer wasserstoffbasierten Stahlanlage in Eisenhüttenstadt aufgegeben, auch ein geplantes H2-ready-Kraftwerk von Leag in Jänschwalde wurde gestrichen. Damit fehlen wichtige Abnehmer für die ursprünglich geplante Trasse. In Schwarze Pumpe hingegen stehen mit einem Kraftwerk von Leag und einer Power-to-Liquid-Anlage von Enertrag zwei Projekte bereit, die den Wasserstoffanschluss nutzen würden.
Eine Umplanung ist grundsätzlich möglich, müsste aber von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur von 2024 "schließt nicht aus, dass später weitere oder andere Leitungen gebaut werden, wenn entsprechende Bedarfe vorhanden sind", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums Politico. Aktuell ist ein Anschluss der Region an das Wasserstoffkernnetz nach Angaben der Bundesnetzagentur frühestens 2034 vorgesehen.
