Tabaksteuer: Bundestag macht Zigaretten bis 2030 teurer
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 23:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSteuerfolgen für Raucher und Bundeshaushalt
- Der Bundestag stimmte mit den Koalitionsfraktionen aus Union und SPD für die Gesetzesnovelle.
- Der Preis für 20 Zigaretten soll von gut acht Euro auf knapp zwölf Euro im Jahr 2030 steigen.
- Der Bundesrat berät das Gesetz am Freitag und kann Einspruch einlegen.
Bundestag beschließt höhere Tabaksteuer
Der Bundestag hat mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen aus Union und SPD eine schrittweise Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. Für eine 20er-Packung Zigaretten soll der Preis dadurch von derzeit gut acht Euro auf knapp zwölf Euro im Jahr 2030 steigen.
Preise steigen in mehreren Stufen
Die Steuererhöhung soll an die Kunden weitergegeben werden. Auch Feinschnitt zum Selbstdrehen wird deutlich teurer.
Der Bund rechnet binnen vier Jahren mit zusätzlichen Einnahmen von rund 12 Milliarden Euro. Die Tabakbranche bezweifelt diese Prognose und warnt davor, dass Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen und legale Händler dadurch Einbußen erleiden könnten.
Gesundheit als weiteres Ziel
Die Bundesregierung begründet die Novelle mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 rund 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen.
Im Mikrozensus 2025 lag der Raucheranteil unter den Menschen ab 15 Jahren bei 19 Prozent. Gesundheitsexperten halten höhere Preise für eine wirksame Maßnahme, um Raucher zu einem Rauchstopp zu bewegen.
Bundesrat berät am Freitag
Das Gesetzgebungsverfahren endet am Freitag im Bundesrat. Die Länderkammer kann Einspruch einlegen; damit wird bisher jedoch nicht gerechnet. Mit einer Billigung wäre die Steueranhebung beschlossene Sache.
Die beschlossene Anhebung verbindet zwei politische Ziele: Sie soll zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt schaffen und den Tabakkonsum senken. Der Preis gilt in der Suchtprävention als besonders wirksamer Hebel, weil er den Zugang zu Zigaretten unmittelbar verteuert und dadurch vor allem den Einstieg junger Menschen sowie den täglichen Konsum beeinflussen kann.
Für die Haushaltsplanung ist die Maßnahme zugleich Teil der Konsolidierung. Die erwarteten Mehreinnahmen von rund 12 Milliarden Euro binnen vier Jahren hängen allerdings davon ab, wie stark der legale Absatz zurückgeht und ob Verbraucher auf günstigere Produkte, Feinschnitt oder illegale Angebote ausweichen. Die Tabakbranche warnt deshalb vor Nachteilen für legale Händler und einem wachsenden Schwarzmarkt.
Gesundheitsschutz und Belastung
In Deutschland rauchen 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren. Die gesundheitlichen Folgen bleiben erheblich: Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 rund 131.000 Menschen an tabakbedingten Erkrankungen. Für Raucher bedeutet die schrittweise Erhöhung vor allem eine zusätzliche finanzielle Belastung; zugleich steigt der Anreiz, den Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören.
Der nächste formale Schritt ist die Beratung im Bundesrat am Freitag. Ein Einspruch der Länderkammer zeichnet sich nach der dpa-Meldung nicht ab, sodass die Anhebung voraussichtlich Gesetzeskraft erlangt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Tabaksteuer: So teuer werden Zigaretten, Tabak und Vapes“ (15.10.2026)
Der Beitrag habe berichtet, dass eine Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 im Schnitt 11,78 Euro kosten könne. Anders als die dpa-Meldung stelle er zusätzlich die geplante Belastung von Liquids und die jährlichen Preisstufen heraus.
Deutschlandfunk: „Bundestag soll höhere Tabaksteuer absegnen - Packung soll bald 12 Euro kosten“ (15.10.2026)
Der Deutschlandfunk habe den vorgesehenen Zeitraum 2027 bis 2030 und die erwarteten Mehreinnahmen im kommenden Jahr erläutert. Zusätzlich habe der Beitrag die Bundesärztekammer mit ihrer gesundheitspolitischen Unterstützung der höheren Preise zitiert.
Beide Beiträge hätten den erwarteten Preisanstieg bestätigt. Der Schwerpunkt liege beim ZDF stärker auf den verschiedenen Nikotinprodukten, beim Deutschlandfunk auf Haushaltseinnahmen und gesundheitspolitischer Begründung.
