Schufa verteidigt neuen Score gegen Kritik an Intransparenz
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNDR und "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichten, die Kreditauskunftei habe mit der Umstellung ihrer Bonitätsberechnungen im März irreführend den Eindruck erweckt, als gebe es künftig nur noch einen Score, also eine Kennzahl, die für Verbraucher leicht nachzuvollziehen sei.
Stattdessen habe die Schufa "heimlich andere und deutlich komplexere neue Bewertungen entwickelt und bietet diese bereits ihren Firmenkunden an", etwa für Immobilienkredite, heißt es in dem NDR-Bericht. Die "SZ" schreibt: "Die Menschen sehen also in der Schufa-App ihren jetzt angeblich völlig transparenten Score - und werden dennoch bei der Vergabe von Krediten oder beim Abschließen von Verträgen nach Maßstäben beurteilt, die sie nicht kennen und deshalb nicht beeinflussen können."
Neuer Score soll "Blackbox"-Vorwurf entkräften
Auch um den Vorwurf von Kritikern zu entkräften, die Schufa sei eine "Blackbox", hat die Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden einen vereinfachten neuen Score entwickelt, der seit dem 17. März im Einsatz ist. Für zwölf Kriterien gibt es maximal 999 Punkte. Es spielt etwa eine Rolle, wie alt der älteste Bankvertrag und die älteste Kreditkarte sind und ob Zahlungsstörungen vorhanden sind. Das Versprechen der Schufa: Laien können ohne großen Aufwand nachrechnen, wie die Angaben zu ihrer Kreditwürdigkeit zustande kommen.
"Ziel der Schufa ist es, dass aus den gegenwärtig rund 50 Bonitätsscores nur wenige übrigbleiben. Und dass es einen zentralen Score gibt mit der höchsten Relevanz für Verbraucher. Diese Rolle kommt dem neuen Score zu, der nach unseren Erwartungen Ende 2028 für gut 80 Prozent aller Schufa-Bonitätsscores stehen wird", teilte die Auskunftei zu den aktuellen Medienberichten mit.
Gesonderte Berechnung für Immobilienkredite
Einen Hypothekenscore habe es schon bisher gegen, dieser werde aber nur selten abgefragt. "Immobilienkredite sind aufgrund der hohen Kreditbeträge und langen Laufzeiten ein Sonderfall in der Kreditwürdigkeitsprüfung. Hier ist auch künftig ein spezieller Score sinnvoll", argumentiert die Schufa.
Analog zum neuen Schufa-Score für Verbraucher habe die Auskunftei "einen ebenfalls leicht verständlichen Hypothekenscore entwickelt": "Sobald der neue Hypothekenscore am Markt für Immobilienkredite relevant für Verbraucher wird, wird die Schufa auch diesen Score obligatorisch mit allen Kriterien auch in der Schufa-App ausweisen und der Öffentlichkeit erläutern."
Unternehmen erhalten auf Wunsche weitere Daten
Ein zusätzlicher Service der Schufa: Banken zum Beispiel können über die Auskunftei Daten erhalten, wie viele Kredite ein Verbraucher hat oder wie hoch die Gesamthöhe seiner Kredite und Leasingverträge ist. Solche "aggregierten Bonitätsinformationen" können Unternehmen in ihre hausinterne Risikomodelle einbinden, erläutert die Schufa. Tatsächlich gebe es bisher "einige wenige Großkunden", denen solche Informationen zur Verfügung gestellt würden.
"Die Unternehmen ziehen in ihrem Risikomodell ihre eigenen Schlüsse aus aggregierten Bonitätsinformationen - gemäß ihrer statistischen Modelle", betont die Auskunftei. "Verbraucher können ihre der Aggregation zugrunde liegenden Daten jederzeit in ihrer Schufa-Datenkopie oder der App einsehen."
Schufa: Wir entscheiden nicht über Kreditvergabe
Immer wieder argumentiert die Schufa zudem, ihre Bonitätsinformationen und Score-Berechnungen seien nur ein Baustein. "Banken und andere Unternehmen entscheiden nach ihren internen Richtlinien und Kriterien, ob und zu welchen Konditionen sie einen Kreditvertrag anbieten." Gleichwohl sind die Daten von Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Crif für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Die Schufa verfügt über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland.
