Deutschland, Hamburg

Otto Group rutscht in die roten Zahlen

24.05.2023 - 12:49:52 | dpa.de

Die Online-Party der Corona-Jahre ist vorerst vorbei. Krieg und Inflation drücken zudem die Kauflust der Menschen. Das führt zu Schrammen in der Bilanz der erfolgsverwöhnten Hamburger Otto.

Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, hat keine gute Nachrichten. Die hohe Inflation und die Konsumflaute nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die Otto Group in die roten Zahlen gedrückt. - Foto: Christian Charisius/dpa
Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, hat keine gute Nachrichten. Die hohe Inflation und die Konsumflaute nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die Otto Group in die roten Zahlen gedrückt. - Foto: Christian Charisius/dpa

Die hohe Inflation und die Konsumflaute nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben die Otto Group in die roten Zahlen gedrückt. Bis sich die Lage bessert, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. «Die Rückkehr zur alten Gewinnstärke wird zwei Jahre dauern», sagte Konzernchef Alexander Birken am Mittwoch in Hamburg bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2022/23. Um im rapiden Wandel des Onlinehandels weiter vorn dabei zu sein, investiert Otto gleichwohl unverdrossen weiter. Allein 2023/24 sind Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe geplant, beispielsweise in den Lieferservice und den Ausbau der konzerneigenen Logistik.

2022/23 (bis Ende Februar) stand bei dem Hamburger Dienstleistungs- und Handelskonzern unter dem Strich ein Verlust von 413 Millionen Euro. In dem vom Onlineboom während der Coronapandemie begünstigten Vorjahr stand noch ein Gewinn von mehr als 1,8 Milliarden Euro in den Büchern, nach rund 842 Millionen Euro im ersten Coronajahr.

Der Umsatz lag 2022/23 mit 16,2 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres (16,1 Mrd Euro). Als Stütze erwies sich die schon unter Birkens Vor-Vorgänger Michael Otto eingeleitete Internationalisierung der Gruppe. Während der Umsatz im Inland um 9,2 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro einbrach, kletterte das Geschäftsvolumen im Ausland um 9,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Zurückhaltend bei Aussichten

«Die Zahlen zeigen, dass auch wir uns dem Markttrend nicht entziehen konnten. Die sehr bewegten und bewegenden Zeiten vor dem Hintergrund des grauenvollen Krieges in der Ukraine, der Energiekrise, der Inflation und der damit einhergehenden Konsumflaute schlagen sich auch in unseren Geschäften nieder», sagte Konzernchef Alexander Birken, der sich mit den Ergebnissen «nicht zufrieden» zeigte. Den Einbruch im Inland erklärte er zumindest teilweise mit einer Rückkehr zum Konsumverhalten vor der Pandemie. Es werde wieder mehr Geld für Reisen und Kultur ausgegeben, und mit dem Ende der Coronamaßnahmen werde auch wieder mehr im stationären Einzelhandel eingekauft.

Nur zurückhaltend äußert sich der Otto-Konzernvorstand zu den Aussichten für 2023/24. «Es wird wieder eine Normalisierung geben, allein ich kann nicht sagen wann», sagte Birken. Erwartet wird ein stabiles Umsatzniveau und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. 2022/23 betrug das Ebit lediglich 22 Millionen Euro. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass das laufende Jahr unter dem Strich erneut mit roten Zahlen endet.

Birken hatte schon vor einem Jahr angedeutet, dass beispielsweise Preiserhöhungen nicht voll weitergegeben könnten, was auf die Gewinne drücke. Am Ende hat die Kundschaft auch für weniger Geld eingekauft als erwartet. «Negativen Einfluss hatten zudem das hohe Volumen der auf Basis gänzlich anderer Wirtschaftsprognosen für 2022/23 getätigten Warenvorbestellungen und der dadurch in der Konsequenz notwendige Abverkauf über Rabatte». Für das laufende Jahr habe man «viel defensiver eingekauft».

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63719900 |

Weitere Meldungen

Neue Bahn-Verbindung zwischen Prag und Kopenhagen. Jetzt geht eine neue Direktverbindung an den Start - mit Halt in drei deutschen Städten. Die Deutsche Bahn und ihre Partner in den Nachbarländern sehen im internationalen Zugverkehr viel Potenzial. (Wirtschaft, 01.05.2026 - 03:00) weiterlesen...

Paul Janke wird noch einmal zum Bachelor. Interessierte Frauen können sich bereits bewerben – der alte und neue Bachelor zeigt sich «komplett offen». Comeback mit 44: Der Ur-Bachelor Paul Janke sucht im TV erneut die große Liebe. (Unterhaltung, 29.04.2026 - 22:08) weiterlesen...

Jan Fedders Witwe findet wertvollen Oldtimer aus «Das Boot» Über sieben Jahre nach dem Tod Hamburger Schauspielers Jan Fedder ist ein berühmter Oldtimer aufgetaucht, der 46 Jahre lang unberührt in einer Garage stand - weil der Schlüssel für den Raum weg war. (Unterhaltung, 29.04.2026 - 14:41) weiterlesen...

Was Sie zur Bahn-Baustelle Hamburg–Hannover wissen sollten. Was genau auf sie zukommt. Ab Freitag Bus statt Bahn, Umwege und Geduld: Die Bauarbeiten auf einer der meistbefahrenen Strecken Deutschlands stellen Pendler und Reisende vor echte Herausforderungen. (Wirtschaft, 29.04.2026 - 04:30) weiterlesen...

Mutmaßlicher Block-Entführer: «Das war schon eine Drohung». Der 35-Jährige sagt den zweiten Tag vor dem Landgericht aus. Die Verteidiger wollen viele Details wissen. Der Zeuge soll bei der Entführung der Block-Kinder eines der Tatfahrzeuge gesteuert haben. (Unterhaltung, 28.04.2026 - 13:39) weiterlesen...

Mutmaßlicher Entführer: Block gab uns Schal und Spielzeug. Der 35-Jährige sagt zum zweiten Mal als Zeuge im Prozess aus. Die Verteidiger haben viele Fragen. Er soll bei der Entführung der Block-Kinder Fahrer eines Autos gewesen sein. (Unterhaltung, 28.04.2026 - 11:42) weiterlesen...