Frankreich, Energie

Frankreich schließt Verstaatlichung von Stromkonzern EDF ab

23.05.2023 - 11:11:36 | dpa.de

Die komplette Wiederverstaatlichung des Stromkonzerns EDF soll den angestrebten Ausbau der Atomkraft sicherstellen. Was hat Frankreich vor?

Blick auf das Atomkraftwerk in Cattenom. Frankreichs Stromkonzern EDF soll wieder komplett in staatliche Hand kommen. - Foto: Christophe Karaba/epa/dpa
Blick auf das Atomkraftwerk in Cattenom. Frankreichs Stromkonzern EDF soll wieder komplett in staatliche Hand kommen. - Foto: Christophe Karaba/epa/dpa

Frankreich hat das Verfahren zur kompletten Verstaatlichung des Stromkonzerns EDF abgeschlossen. Das vereinfachte öffentliche Übernahmeangebot sei erfolgreich beendet worden, teilte das Wirtschaftsministerium in Paris am Dienstag mit. Das ermögliche, «das Programm zum Bau von sechs neuen Atomkraftwerken unter den besten Bedingungen zu realisieren», sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire dem Sender RTL. Dies stärke die energiepolitische Unabhängigkeit Frankreichs. «Wir können die Kontrolle über unsere Stromerzeugung zurückgewinnen.»

Der einstige Staatskonzern EDF befand sich zuletzt zu 84 Prozent in öffentlicher Hand. Die komplette Wiederverstaatlichung soll den angestrebten Ausbau der Atomkraft sicherstellen. Vor mehr als einem Jahr hatte Präsident Emmanuel Macron eine Renaissance der französischen Atomkraft angekündigt. Sechs neue AKW sollen gebaut werden. Geprüft werden soll zudem die Errichtung von acht weiteren Kraftwerken. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg soll so eine unabhängige Energieversorgung sichergestellt werden.

Korrosionsprobleme sowie ein Wartungsstau an Kraftwerken hatten im vergangenen Jahr zu einem Einbruch bei der Atomstromproduktion geführt. 2022 war die Produktion auf 279 Terawattstunden und damit den niedrigsten Wert seit 30 Jahren gesunken. Wie Wirtschaftsminister Le Maire auf RTL sagte, muss EDF seine Atomstromproduktion erhöhen und so weit wie möglich zu den 350 Terawattstunden zurückkehren, die Frankreich benötige.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

wirtschaft | 63718984 |

Weitere Meldungen

IEA sieht beispiellose Ölversorgungsstörung durch Iran-Krieg. Das hat schwerwiegende Folgen für die globale Versorgung mit Öl. So groß schätzt die IEA die Ausfälle ein. Wegen des Iran-Kriegs kommen kaum noch Schiffe durch die Straße von Hormus. (Wirtschaft, 12.03.2026 - 11:45) weiterlesen...

IEA will wegen Iran-Krieg Rekordmenge Ölreserven freigeben In die Höhe schnellende Ölpreise, eine angespannte Versorgungslage in Asien: Um die Folgen des Iran-Kriegs abzufedern, greift die Internationale Energieagentur zu einem Krisenmittel - im Rekordumfang. (Politik, 11.03.2026 - 15:21) weiterlesen...

IEA will wegen Iran-Kriegs Rekordmenge Ölreserven freigeben (Politik, 11.03.2026 - 15:05) weiterlesen...

Deutschland gibt wegen Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei. Um dagegen anzugehen, wird jetzt ein seltenes Instrument für Krisenzeiten aktiviert. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche schnellt der Ölpreis in die Höhe. (Politik, 11.03.2026 - 11:38) weiterlesen...

Kommt Freigabe von Ölreserven? G7-Energieminister offen. Seit Tagen laufen dazu Gespräche. Die Freigabe nationaler Ölreserven könnte die durch den Iran-Krieg angespannten Märkte stabilisieren. (Wirtschaft, 11.03.2026 - 10:29) weiterlesen...

G7-Energieminister offen für Freigabe von Ölreserven. Das soll die Märkte stabilisieren. Doch noch ist keine Entscheidung getroffen. Wegen des Iran-Kriegs überlegen Deutschland und weitere Industriestaaten, nationale Ölreserven freizugeben. (Wirtschaft, 11.03.2026 - 08:52) weiterlesen...