Die kleine Logitech?
Veröffentlicht: 05.08.2006 um 09:38 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Spielspass miserabel lautet wohl das Urteil für die Zeichner der Endor AG. Zu 9 € an den Markt gekommen dümpelt das Papier momentan um die 6 €. Dabei ist das Unternehmen auf den zweiten Blick gar nicht mal so uninteressant, wie es zunächst scheint. Endor bietet unter der Dachmarke "Fanatec" Computermäuse, Lenkräder und Joysticks für die gängigen Konsolenplattformen und den PC an. Die Geräte sind hierbei im Durchschnitt dem mittleren Preissegment zuzuordnen. Hier bedient man eine steigende Anzahl an Hobby- als auch Profispielern. Kein schlechtes Segment wenn man bedenkt das sich immer mehr Menschen für den so genannten E-Sport begeistern können.
Endor verfügt über keine eigene Produktion sondern übernimmt nur die Entwicklung der Geräte. Die Produktion läuft dann günstig in Asien. So kommt man auch mit einem relativ schlanken Mitarbeiterstamm von nur 9 Personen aus. 2004 gingen 6,5 Mio. € Umsatz durch die Bücher bei einem Nettogewinn von rund 600.000 €. 2005 brachen die Umsätze aufgrund von Lieferverzögerungen und dem kurz bevorstehenden Release neuer Konsolenplattformen auf nur noch 2,8 Mio. € ein. Überraschend konnte der Gewinn des Vorjahres nahezu konstant gehalten werden. Die schlanke Kostenstruktur ermöglicht profitables wirtschaften auch auf niedrigem Niveau. Mit der Einführung der neuen Konsolengenerationen und dem erfolgreichen Markteintritt in die USA in 2005 rechnen Analysten 2007 bereits mit einem Umsatz von 10 Mio. € und einem Nettogewinn von über 1 Mio. €. Angesichts der aktuellen Marktkapitalisierung von nur 7 Mio. € erscheint das Papier äusserst günstig. Risiken scheinen insbesondere Anfang 2007 auslaufende Lizenzverträge mit Microsoft und Sony zu sein, deren Verlängerung jedoch aufgrund der erfolgreichen Produkte nur reine Formsache sein sollte. Auch die Abhängigkeit von nur wenigen Personen, die insbesondere in der Entwicklung arbeiten sind ein Risiko. Verlassen eine oder mehrere Personen das Unternehmen könnte der Verlust dieses Know-Hows schwer negativ wiegen. Zudem schläft die Konkurrenz nicht. Der Markt ist hart umkämpft.
Fazit: Ein echtes Fantasiepapier bei dem alles drin ist. Spekulative Anleger setzen um die 6 € auf einen Erfolg der Produkte. Der Stopp-Loss sollte aufgrund der Marktenge nicht zu eng gewählt werden.
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