Deutschland, Energie

Deutsche Gasspeicher bereits zu über 84 Prozent gefüllt

19.07.2023 - 05:35:20 | dpa.de

Die Füllstände steigen kontinuierlich an. Die deutschen Speicher sind schon wieder ziemlich voll.

Eine Anlage zur Verdichtung von Erdgas auf dem Gelände des Erdgasspeichers Rehden. - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Eine Anlage zur Verdichtung von Erdgas auf dem Gelände des Erdgasspeichers Rehden. - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Mitten im Sommer sind die Erdgasspeicher in Deutschland bereits wieder gut gefüllt. Am Montagmorgen lag der Füllstand nach vorläufigen Daten des europäischen Gasspeicherverbands GIE bei 84,25 Prozent.

Im Vorjahr war ein vergleichbarer Wert erst am 1. September erreicht worden. Der Verband der Gasspeicherbetreiber Ines hält es für möglich, dass die Speicher schon im September voll werden.

«Werden die Einspeicherungen in der aktuellen Gleichmäßigkeit fortgesetzt, könnte die Füllstandsvorgabe von 95 Prozent bereits im August erreicht werden und eine vollständige Befüllung wäre schon im September möglich», sagte der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Bleschke, der Deutschen Presse-Agentur. Eine im vergangenen Jahr während der Gaskrise eingeführte Verordnung sieht vor, dass die Gasspeicher am 1. September zu 75 Prozent, am 1. Oktober zu 85 Prozent und am 1. November zu 95 Prozent gefüllt sein sollen.

Puffersystem für den Markt

Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den Markt. Zuletzt war am Morgen des 14. November 2022 in Deutschland ein Füllstand von 100 Prozent verzeichnet worden. Im Winter nehmen die Füllstände üblicherweise ab, nach dem Ende der Heizperiode wieder zu. Die Menge des in den Speichern gelagerten Erdgases entspricht bei 100 Prozent Füllstand nach früheren Angaben der Bundesregierung etwa dem Verbrauch von zwei bis drei durchschnittlich kalten Wintermonaten.

Der bislang geringste Füllstand des laufenden Jahres war am 17. März mit 63,58 Prozent verzeichnet worden. Ein Jahr zuvor, am 17. März 2022, waren die deutschen Speicher nur zu 24,56 Prozent gefüllt.

Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden, der bis Anfang April 2022 vom russischen Staatskonzern Gazprom kontrolliert wurde, verzeichnete am Montagmorgen einen Füllstand von gut 94 Prozent. EU-weit lag der Füllstand bei knapp 82 Prozent.

Laut Bundesnetzagentur erhält Deutschland derzeit Erdgas per Pipeline aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Hinzu kommen Lieferungen per Schiff über die neuen LNG-Terminals an den deutschen Küsten. Aus Russland erhielt Deutschland Erdgas den Angaben zufolge zuletzt am 30. August 2022.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63858576 |

Weitere Meldungen

Netznutzung: Höherer Grundpreis für PV-Anlagen geplant. Balkonkraftwerke sollen aber ausgenommen sein. Haushalte mit eigener Solaranlage sollen ab 2029 einen höheren Grundpreis fürs Stromnetz zahlen, sagt die Bundesnetzagentur. (Wirtschaft, 27.05.2026 - 16:06) weiterlesen...

Lufthansa: Treibstoff für Sommerflüge sicher Lufthansa verspricht: Auch bei Engpässen an der Straße von Hormus bleibt die Treibstoffversorgung für Sommerflüge gesichert. (Wirtschaft, 27.05.2026 - 10:24) weiterlesen...

Marktforscher: Iran-Krieg treibt Lebensmittelpreise nicht Energie und Kraftstoffe sind infolge des Iran-Kriegs für Verbraucher in Deutschland teurer geworden, bei Lebensmitteln bleiben Preissteigerungen laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens NIQ bislang aus. (Boerse, 26.05.2026 - 15:39) weiterlesen...

EU: Bund darf bei Stromnetzbetreiber Tennet einsteigen. Der Bund will beim Netzbetreiber Tennet einsteigen. Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen: Deutschland braucht neue Stromleitungen. (Wirtschaft, 26.05.2026 - 12:47) weiterlesen...

Brief an Merz: Chemie macht Druck bei EU-Emissionshandel. Sie warnt vor Belastungen für die Schlüsselindustrie. Die deutsche Chemielobby dringt bei Kanzler Merz, sich bei der anstehenden Reform des EU-Emissionshandels für die Branche einzusetzen. (Wirtschaft, 23.05.2026 - 04:00) weiterlesen...

Länder stellen sich gegen Reiches Energie-Reformpläne. Bei der Energieministerkonferenz wächst die Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Länder stellen sich geschlossen gegen zentrale Reformpläne der Bundesregierung zur Energiewende. (Wirtschaft, 22.05.2026 - 17:14) weiterlesen...