Frage, Fragen

Wann ist etwas teuer oder billig?

Veröffentlicht: 13.07.2006 um 18:47 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Die Frage der Fragen!

News zu: Öl, Erdgas, Kakao, Devisen Der Dezember Rohöl Future kann derzeit um 1,03$ auf 78,50$ zulegen und markiert damit ein neues All Time High. Für hohes Kaufinteresse sorgte vor allem der gestrige Rohölbericht der EIA welcher einen Rückgang auf Wochensicht um fast sechs Millionen Barrel offenbarte. Etwas enttäuschender fielen die Zahlen bei unverbleitem Benzin aus, da hier lediglich eine Verringerung in Höhe von 426.000 Fässer zu beobachten war. Trotzdem liegen die Benzinbestände immer noch 1,849 Millionen Barrel unter dem Niveau des letzten Jahres und auf der Nachfrageseite ist ebenfalls keine Entspannung zu sehen. Der fünfjährige Durchschnitt weist für diese Woche einen Wert von 9,093 Millionen Barrel auf. Die tatsächliche Nachfrage liegt allerdings um mehr als 500.000 Barrel über dieser Vergleichszahl. In den letzten Tagen kamen bei mir einige Mails an, was ich von Erdgas auf dem aktuellen Niveau halte und ob dieser Rohstoff nicht derart billig sei, dass man einfach zugreifen muss. Erstens muss ich zu diesen Vermutungen sagen, dass der MARKT letztendlich bestimmt wann etwas zu teuer oder zu billig ist und niemals der Händler selbst. Es gibt keinen Grund weshalb Erdgas nicht noch weiter fallen sollte. Deswegen würde ich jetzt nicht übermäßig viel Geld in Erdgas investieren nur weil die Futures 46% seit ihren Hochs (Oktober Kontrakt) abgegeben haben. Es gibt in der Tat Anzeichen, dass der Preis von Erdgas anziehen könnte, da der Spread zwischen Natural Gas und Heizöl mit 8,77$ pro British Thermal Unit in der Nähe seines Höchststandes von 8,97$ notiert. Allerdings kann der Spread problemlos noch weiter auseinander laufen, wie er in den letzten Monaten eindrucksvoll bewiesen hat. Ich würde bei Erdgas abwarten ob es sich bei der aktuellen Erholung nicht um eine weitere Möglichkeit handelt in den bestehenden Abwärtstrend hineinzuverkaufen. Erst wenn sich der Aufwärtstrend über mehrere Handelstage hinweg etabliert hat, kann man darüber nachdem sich in Longpositionen beim Bruch bestimmter Hochs einstoppen zu lassen. Kakao hat während der letzten Wochen eine beeidruckende Rallye von mehreren hundert Dollar pro Tonne hingelegt. Der Ausbruch aus einer Trading Range im Juni führte zu derartigen Käufen, dass der September Future innerhalb kürzester Zeit um 13,3% zulegen konnte. Vor allem die Unruhen an der Elfenbeinküste führten zu der heftigen Kursrallye. Auf Druck der Vereinten Nationen hin hat Präsident Laurent Gbagbo eingewilligt, dass die Anhänger seiner Regierungspartei bis zum Ende des Monats ihre Waffen abgeben werden. Dies wäre ein wichtiger Schritt in Richtung des Friedensprozesses. Heute wurde bekannt, dass an der Elfenbeinküste nun Dokumente zur Identifizierung eingeführt werden sollen, dass die Identität eines jeden Einwohners noch vor den Wahlen festgestellt werden kann. Laut Berichten von Dow Jones Newswires befinden sich momentan 17 Millionen Immigranten in der Elfenbeinküste von denen etwa ein Drittel direkt oder indirekt in die Kakaoindustrie involviert ist. Ein solches Programm zur Identifizierung könnte zu neuen Spannungen führen und möglicherweise auch die Kakaoernte beeinflussen. Der September Future notiert momentan mit einem Abschlag von zehn US Dollar gegenüber dem gestrigen Schlusskurs. Technisch gesehen ist der Markt hoffnungslos überkauft und die Kerzenformationen der letzten Tage lassen auf nichts positives schließen. Eine reinigende Korrektur wäre kein ungewöhnliches Ereignis.

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