Steuern, Djir-Sarai

Djir-Sarai kritisiert Merz-Vorstoß als Schlag ins Gesicht

08.08.2023 - 14:05:10 | dts-nachrichtenagentur.de

Die FDP hat neue Forderungen von CDU-Chef Friedrich Merz zur Bekämpfung der Konjunkturflaute scharf zurückgewiesen.

Bijan Djir-Sarai - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur
Bijan Djir-Sarai - Bild: ?ber dts Nachrichtenagentur

"Solide und generationengerechte Staatsfinanzen haben Verfassungsrang", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dem Nachrichtenportal T-Online. Diskussionen über Staatsausgaben als "akademische Diskussion" abzutun, wie Merz es tue, sei "fahrlässig" und ein "Schlag ins Gesicht" der Bürger, die mit ihren Steuerabgaben das Land am Laufen hielten.

Merz hatte die Bundesregierung am Dienstag erneut dazu aufgerufen, die Wettbewerbsbedingungen in Deutschland zu verbessern. Zuvor hatte die Union in einem Papier ein Sofortprogramm für die Wirtschaft gefordert, unter anderem mit weniger Steuern und Bürokratie. Auf die Frage nach der Finanzierung der Vorhaben sagte Merz dem Deutschlandfunk nun, mit dieser Argumentation werde das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt. "Es geht doch darum, wie wir in diesem Land Wachstum und Beschäftigung ermöglichen können." Die Wettbewerbsbedingungen müssten besser werden, damit es überhaupt stabile Staatseinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge gebe. Daher seien Diskussionen über die Kostenfrage akademisch, so der CDU-Chef. Die FDP sieht das anders: "Wir müssen Entlastungen und eine solide Haushaltspolitik miteinander verbinden", sagte Djir-Sarai. "Nach dem Regierenden Bürgermeister Berlins beweist nun also auch der Parteivorsitzende, dass die CDU ihre volkswirtschaftliche Kompetenz verloren hat", kritisiert er. "So ist die CDU leider tatsächlich nicht regierungsfähig - was Friedrich Merz bemerkenswerterweise ja sogar selbst so sieht", so der Generalsekretär. Kai Wegner, der seit April Berlin regiert, hatte zuletzt an der Schuldenbremse gezweifelt.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

de | DE0005751986 | WIRTSCHAFT | wirtschaft | 63889389 |

Weitere Meldungen

Schnitzer fordert Rücknahme der Gastrosteuer-Senkung Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, spricht sich für eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie aus."Die kostet rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr und rettet, soweit wir wissen, nicht wie versprochen die Landgasthäuser", sagte Schnitzer dem "Spiegel". (Politik, 20.06.2026 - 12:15) weiterlesen...

Datev: Aktivrente steigert Beschäftigung von Rentnern Die im Januar eingeführte Aktivrente, die Rentner zu mehr Arbeit verführen soll, entfaltet Wirkung. (Wirtschaft, 19.06.2026 - 08:40) weiterlesen...

NRW-Finanzminister stellt Bedingungen für Steuerreform NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) stellt klare Bedingungen für die Zustimmung der Länder zur geplanten Einkommensteuerreform des Bundes. (Politik, 18.06.2026 - 06:40) weiterlesen...

Finanzministerium plant Steuervereinfachungen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant nicht nur eine Reform der Einkommensteuer, sondern auch umfangreiche Steuervereinfachungen für Bürger und Unternehmen. (Politik, 17.06.2026 - 19:04) weiterlesen...

Paritätischer fordert Ende von Beamten-Sonderrechten Angesichts der aktuellen Debatte um die Finanzierbarkeit des Sozialstaates fordert der Sozialexperte Joachim Rock ein Ende der Sonderstellung von Staatsdienern und die schnelle Einführung einer allgemeinen Bürgerversicherung."Wir können uns die Sonderbehandlung von Beamten auf die Dauer nicht leisten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). (Politik, 17.06.2026 - 01:00) weiterlesen...

Klingbeil legt zwei Varianten für Einkommensteuerreform vor Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) legt der Verhandlerrunde von Union und SPD zwei konkrete Vorschläge für die geplante Reform der Einkommensteuer vor. (Politik, 15.06.2026 - 11:17) weiterlesen...