Deutschland, Energie

Verbandsstudie: Strom bleibt ohne russisches Gas teuer

19.07.2023 - 05:18:24

Die Fachleute des Prognos-Instituts halten einen dauerhaften Rückgang der Strompreise nur dann für wahrscheinlich, wenn Russland wieder in vollem Umfang Gas liefert.

  • Windräder und Hochspannungsleitungen, aufgenommen am Morgen. - Foto: Henning Kaiser/dpa

    Henning Kaiser/dpa

  • Das Prognos-Institut erwartet ab Mitte des Jahrzehnts steigenden Stromverbrauch in Deutschland, bedingt durch steigende Zahlen von Elektroautos und Wärmepumpen sowie durch den Strombedarf für die Herstellung von Wasserstoff. - Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

    Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Windräder und Hochspannungsleitungen, aufgenommen am Morgen. - Foto: Henning Kaiser/dpaDas Prognos-Institut erwartet ab Mitte des Jahrzehnts steigenden Stromverbrauch in Deutschland, bedingt durch steigende Zahlen von Elektroautos und Wärmepumpen sowie durch den Strombedarf für die Herstellung von Wasserstoff. - Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Strom wird in Deutschland nach Einschätzung des Prognos-Instituts auch in den nächsten Jahren teuer bleiben. Die durchschnittlichen Großhandelsstrompreise könnten demnach trotz leichten Rückgangs in den nächsten Jahren höher liegen als 2019/2020 vor Beginn des rapiden Energiepreisanstiegs.

Davon gehen die Fachleute des Beratungsinstituts in ihrer heute veröffentlichten Einschätzung aus. Auftraggeber war die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in München.

Hauptgrund dieser Annahme ist, dass für die Stromerzeugung nach wie vor Gas benötigt wird. Wie auch andere Experten gehen die Prognos-Fachleute davon aus, dass die Gaspreise nach zwischenzeitlichem Rückgang wieder steigen werden, unter anderem, weil der Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten teurer wird.

Steigender Stromverbrauch erwartet

Abgesehen davon erwartet das Institut ab Mitte des Jahrzehnts steigenden Stromverbrauch in Deutschland, bedingt einerseits durch steigende Zahlen von Elektroautos und Wärmepumpen sowie den Strombedarf für die Herstellung von Wasserstoff andererseits.

Das Institut hat drei «Preispfade» berechnet: einen oberen, einen wahrscheinlichen und einen unteren. Einen dauerhaften Rückgang der Strompreise halten die Studienautoren in ihrem unteren Preisszenario nur dann für wahrscheinlich, wenn Russland das restliche Europa wieder wie vor dem Ukraine-Krieg in vollem Umfang mit Gas beliefern würde.

Die bayerische Wirtschaft als Auftraggeber verknüpfte das mit dem Appell an die Bundesregierung, ihre angekündigten Strompreishilfe für die Industrie auch umzusetzen: «Nur mit Hilfe eines Industriestrompreises kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland
während der Transformation im internationalen Wettbewerb behaupten», sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende in Deutschland Überraschende Entlastung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher zum Jahresende: Günstigere Energie und eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen haben die Teuerung in Deutschland im Dezember unter die auch psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt.Mit 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes so langsam wie in keinem Monat im vergangenen Jahr. (Boerse, 16.01.2026 - 08:34) weiterlesen...

Durchbruch für neue Gaskraftwerke in Deutschland. Die Bundesregierung will das fördern, deswegen muss die EU-Kommission zustimmen. In Deutschland sollen neue Gaskraftwerke gebaut werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 17:40) weiterlesen...

2025 zweitbestes Jahr bei Ausbau von Windrädern an Land. Der Ausbau nahm 2025 richtig Fahrt auf. Windräder an Land sind vor Ort oft umstritten - sollen aber eine zentrale Rolle bei der Energiewende spielen. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 11:56) weiterlesen...

Brief an von der Leyen: Chemie will Reform des CO2-Handels. Die deutsche Chemiebranche warnt nun vor immensen Mehrkosten und fordert von Brüssel drastische Änderungen. Beim EU-Emissionshandel müssen Firmen Rechte für das Ausstoßen von Treibhausgasen kaufen. (Wirtschaft, 13.01.2026 - 11:16) weiterlesen...

Bund kurz vor Einstieg bei Stromnetzbetreiber Tennet. Der Bund beteiligt sich nun an einem Netzbetreiber. Der Ausbau der großen Stromnetze spielt eine zentrale Rolle bei der Energiewende - ist aber sehr teuer. (Wirtschaft, 12.01.2026 - 19:40) weiterlesen...

Innenminister nach Berliner Blackout: «Wir schlagen zurück». Nicht nur in der Hauptstadt. Mitten im Winter saßen rund 100.000 Menschen im Dunkeln: Der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz wirft Fragen zum Schutz kritischer Infrastruktur auf. (Politik, 11.01.2026 - 07:00) weiterlesen...