EU-Philippinen-Abkommen, Freihandel

EU-Philippinen-Abkommen: Freihandel für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Es soll Zölle auf mehr als 94 Prozent der Tarifpositionen abbauen und europäischen Unternehmen den Zugang zu einem wichtigen Wachstumsmarkt erleichtern.

  • Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa
    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa
  • Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa
    Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa
  • Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gratulierte dem Handelskommissar zum verhandelten Abkommen. (Archivbild) - Bild: Pascal Bastien/AP/dpa Von der Leyen besuchte den Präsidenten der Philippinen, Ferdinand Marcos Jr., 2023 in Manila. Die Seiten einigten sich, die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. (Archivbild) - Bild: Aaron Favila/Pool AP/AP/dpa Handelskommissar Maros Sefcovic: Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit sind wichtiger denn je. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa

Die Europäische Union und die Philippinen haben sich grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen verständigt, das Zölle abbauen und den Marktzugang auf beiden Seiten verbessern soll.

Breite Zollsenkungen geplant

Nach Angaben der EU-Kommission sollen mehr als 94 Prozent der Zolltarifpositionen liberalisiert werden. Das betreffe mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten, sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Brüssel.

Europäische Unternehmen exportieren auf die Philippinen vor allem Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel sowie medizinische Geräte. Auch für Schweinefleisch aus der EU sind Zollerleichterungen vorgesehen.

Öffnung öffentlicher Aufträge

Das Abkommen soll erstmals den philippinischen Markt für öffentliche Aufträge für ausländische Bieter öffnen. Vorgesehen sind außerdem Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen.

Zusätzlich soll der Schutz von Hunderten europäischen Lebensmitteln mit geschützter Herkunftsbezeichnung geregelt werden. Beide Seiten müssen sich noch auf die Umsetzung und technische Details verständigen.

Verhandlungen seit 2015

Die EU und die Philippinen hatten 2015 mit den Verhandlungen begonnen. Nach einer Unterbrechung wurden die Gespräche im März 2024 wieder aufgenommen.

Nach Angaben der EU-Kommission waren die Philippinen 2025 der viertgrößte Handelspartner der EU. Der bilaterale Warenhandel belief sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro; der Handel mit Dienstleistungen erreichte 2024 ein Volumen von 10,3 Milliarden Euro.

Lieferketten und erneuerbare Energien

Sefcovic verwies auf Chancen für europäische Unternehmen und Landwirte sowie auf widerstandsfähigere und stärker diversifizierte Lieferketten. Zusätzlich entstehe Investitionspotenzial bei erneuerbaren Energien und Halbleitern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wertete die Einigung als Signal für ein stärkeres Engagement der EU im indopazifischen Raum. Die EU-Kommission bezeichnete die Philippinen mit 113 Millionen Einwohnern als wichtigen Markt für europäische Exporteure.

Schritt nach langer Pause

Die grundsätzliche Einigung markiert den bislang wichtigsten Fortschritt bei den seit 2015 laufenden Gesprächen zwischen der Europäischen Union und den Philippinen. Die Verhandlungen waren zwischenzeitlich ausgesetzt worden und wurden erst im März 2024 wieder aufgenommen. Nun müssen beide Seiten noch technische Einzelheiten klären und die Umsetzung festlegen.

Für die wirtschaftliche Bedeutung ist vor allem die breite Abdeckung relevant: Nach Angaben der EU-Kommission sollen mehr als 94 Prozent der Zolltarifpositionen liberalisiert werden, die über 97 Prozent des Warenhandels erfassen. Für europäische Anbieter können dadurch insbesondere Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische Geräte leichter Zugang zum philippinischen Markt erhalten. Auch Agrarprodukte wie Schweinefleisch sollen profitieren.

Strategische Bedeutung im Indopazifik

Das Abkommen geht über Zollsenkungen hinaus. Die geplante Öffnung öffentlicher Aufträge, Regeln zu Lieferketten, Energie, Rohstoffen und Nachhaltigkeit soll die wirtschaftliche Verbindung institutionell verbreitern. Für Unternehmen und Verbraucher werden die konkreten Vorteile allerdings erst sichtbar, wenn Zollpläne, Übergangsfristen und technische Vorgaben umgesetzt sind.

Die Philippinen sind mit 113 Millionen Einwohnern ein wachsender Absatzmarkt und liegen an einer strategisch wichtigen Schnittstelle im Indopazifik. Die EU kann mit dem Abkommen ihre wirtschaftliche Präsenz in einer Region stärken, in der Lieferketten, Halbleiter und erneuerbare Energien zunehmend geopolitisches Gewicht haben. Der Warenhandel von 17,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 zeigt die bestehende Größenordnung, zugleich bleibt weiteres Wachstum von der endgültigen Ausgestaltung und Ratifizierung abhängig.

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