Ifo-Exporterwartungen sinken im September auf 8,0 Punkte
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich im September leicht eingetrübt. Die Ifo-Exporterwartungen sanken auf 8,0 Punkte, nach 9,8 Punkten im August, wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte.
Unternehmen bleiben überwiegend zuversichtlich
Trotz des Rückgangs rechnen die Unternehmen weiterhin mehrheitlich mit steigenden Ausfuhren. "Der Rückschlag ist vor allem auf die Automobilindustrie zurückzuführen", sagte Klaus Wohlrabe.
"In vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen weiterhin auf Exportwachstum." Die Autohersteller mussten nach den optimistischen Erwartungen im August einen deutlichen Dämpfer hinnehmen und rechnen nun wieder mit sinkenden Exporten.
Maschinenbau mit besseren Aussichten
Deutlich verbessert haben sich die Erwartungen im Maschinenbau. Auch Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen erwarten steigende Ausfuhren.
Getränkeindustrie besonders optimistisch
Besonders positiv fallen die Exporterwartungen in der Getränkeindustrie aus. Mit rückläufigen Exporten rechnen dagegen weiterhin Unternehmen der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie des Papiergewerbes.
Die Exporterwartungen des Ifo-Instituts gelten als Frühindikator für die Entwicklung des deutschen Auslandsgeschäfts. Ein Rückgang von 9,8 auf 8,0 Punkte signalisiert, dass die Unternehmen ihre Aussichten im September vorsichtiger bewerten, bedeutet aber weiterhin eine überwiegend positive Grundhaltung.
Das Bild ist dabei stark nach Branchen geteilt. Die Automobilindustrie belastet den Gesamtwert, während Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Datenverarbeitungsgeräte und optische Erzeugnisse bessere Perspektiven melden. Damit verlagert sich der Impuls innerhalb der Industrie stärker auf Investitionsgüter und technologiebezogene Produkte.
Exportstützen und Risiken
Für die deutsche Wirtschaft bleibt das Auslandsgeschäft von besonderer Bedeutung. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Warenexporte nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 3,9 Prozent auf 817,8 Milliarden Euro. Wachstumsimpulse kamen unter anderem aus der Nachfrage nach elektronischen Produkten, Ausrüstungen und Vorprodukten; auch der weltweite Bedarf im Umfeld von Künstlicher Intelligenz stützte die Industrie.
Die Entwicklung zeigt zugleich die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der Branchen. Während technologie- und investitionsnahe Hersteller von globalen Modernisierungs- und Digitalisierungsprojekten profitieren können, bleibt die Autoindustrie besonders anfällig für Nachfrageschwankungen, internationalen Wettbewerbsdruck und strukturelle Veränderungen bei Antrieben. Für Unternehmen und Beschäftigte ist deshalb weniger der einzelne Monatswert entscheidend als die Frage, ob die positive Nachfrage in den exportstarken Sparten anhält und sich die Schwäche der Fahrzeughersteller ausweitet.
