Arbeitszeit pro Kopf auf Rekordhoch - Anstieg von Frauen getragen
12.08.2025 - 09:40:03"Dieser Anstieg wird durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der Frauen getragen. Die zunehmende TeilzeittĂ€tigkeit konnte durch eine starke Erhöhung des Anteils erwerbstĂ€tiger Frauen deutlich ĂŒberkompensiert werden", sagte Harun Sulak vom BiB. So ist der Anteil erwerbstĂ€tiger Frauen innerhalb der letzten drei Jahrzehnte um fast ein Drittel gestiegen. Dennoch seien hier weitere Potenziale vorhanden. "So liegt die von Frauen und insbesondere MĂŒttern als ideal angesehene Arbeitszeit nochmals höher als die aktuell realisierte Arbeitszeit. Familienpolitische Reformen wie der weitere bedarfsgerechte Ausbau der Kindertagesbetreuung sind wichtige Rahmenbedingungen, damit Frauen und auch MĂ€nner Erwerbsarbeit und Familie besser vereinbaren können", so die Direktorin des BiB, Katharina SpieĂ. Im Vergleich zu den Frauen zeigen sich bei MĂ€nnern ĂŒber den Zeitraum seit 1991 nur geringe VerĂ€nderungen. Bedingt durch die wirtschaftliche SchwĂ€chephase nach der Wiedervereinigung mit zahlreichen BetriebsschlieĂungen vor allem im Osten Deutschlands sank die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zunĂ€chst ab und erreichte Mitte der 2000er-Jahre ihren Tiefpunkt. Seitdem ist ein Wiederanstieg zu beobachten, der nur von der Coronapandemie unterbrochen wurde. "Die Daten belegen, dass MĂ€nner aktuell zwar hĂ€ufiger erwerbstĂ€tig sind als 1991, und hier vor allem im höheren Alter", sagte BiB-Forschungsdirektor Sebastian KlĂŒsener. Allerdings arbeiteten die erwerbstĂ€tigen MĂ€nner mittlerweile im Schnitt 2,6 Stunden pro Woche weniger. "In der Summe gleichen sich die beiden Faktoren aus, sodass die Arbeitszeit pro Kopf bei MĂ€nnern heute ziemlich genau auf dem Niveau von vor 30 Jahren liegt." Insgesamt ergebe sich aus den Daten dennoch ein positiver Trend. Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf sind vor allem durch die höhere Erwerbsbeteiligung bei Frauen gestiegen. Der Abstand zwischen den Geschlechtern hat sich im Beobachtungszeitraum deutlich verringert. WĂ€hrend 1991 Frauen im Schnitt rund 14 Stunden weniger arbeiteten als MĂ€nner, betrĂ€gt der Unterschied heute nur noch gut neun Stunden. "Diese Entwicklung ist nicht nur ein arbeitsmarktpolitisches Signal, sondern auch Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels", so KlĂŒsener. Berechnet wurde die geleistete wöchentliche Arbeitszeit pro Kopf fĂŒr die Gesamtbevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. Hierdurch sind alle Personen in der Bevölkerung unabhĂ€ngig von ihrem aktuellen Erwerbsstatus berĂŒcksichtigt.


