DHL, Myflexbox

DHL übernimmt Myflexbox und plant 50.000 Paketautomaten bis 2030

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

DHL übernimmt den Automatenbetreiber Myflexbox und erhöht sein Ausbauziel für Paketstationen in Deutschland deutlich. Bis Ende 2030 sollen rund 50.000 Automaten zur Verfügung stehen – darunter ein großes anbieterübergreifendes Netz.

  • Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus im Juni 2026.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus im Juni 2026. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • Bis gerade war Lukas Beckedorff Chef von DeinFach, nun ist der Chef von Myflexbox inklusive DeinFach. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Bis gerade war Lukas Beckedorff Chef von DeinFach, nun ist der Chef von Myflexbox inklusive DeinFach. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus im Juni 2026.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa Bis gerade war Lukas Beckedorff Chef von DeinFach, nun ist der Chef von Myflexbox inklusive DeinFach. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa

DHL übernimmt den Paketautomatenbetreiber Myflexbox und will bis Ende 2030 rund 50.000 Automaten in Deutschland anbieten.

DHL erhöht Ausbauziel

Der Bonner Konzern hatte bislang geplant, bis Ende 2030 mehr als 30.000 Automaten zu betreiben. Der Zukauf von Myflexbox soll das Ausbautempo deutlich erhöhen.

Myflexbox wurde als Start-up der Salzburger Stadtwerke gegründet und später von britischen Investoren übernommen. Nach dem Wachstum in Österreich expandierte das Unternehmen nach Deutschland. Dort stieg die Zahl der Automaten von rund 600 Mitte 2026 auf inzwischen etwa 2.000.

Offenes Netz für mehrere Anbieter

In den hellgrauen Automaten lagern Sendungen von UPS, FedEx, GLS, DPD und Amazon. Myflexbox setzte dabei auf Anbieterunabhängigkeit, weil das Unternehmen bislang keinem Paketdienstleister gehörte.

DHL betreibt zusätzlich seine eigenen gelben Packstationen und Poststationen. Diese bleiben ausschließlich für DHL-Sendungen bestimmt. Zusammen mit dem anbieterübergreifenden Netz von DeinFach und Myflexbox kommt der Konzern nun auf mehr als 21.000 Automatenstandorte.

Engpässe bei belegten Fächern

Paketautomaten sind rund um die Uhr zugänglich, stoßen aber an Kapazitätsgrenzen. Sind alle Fächer belegt, müssen Sendungen zu einem anderen Standort oder in einen Paketshop umgeleitet werden.

Die beiden Geschäftsführer Jonathan Grothaus und Lukas Beckedorff sollen Myflexbox und DeinFach künftig gemeinsam führen. Grothaus erklärte, Myflexbox bleibe unabhängig und behandle alle Paketkunden gleich.

Wettbewerber planen gemeinsames Netz

Auch andere Paketdienste setzen auf Automaten, bauen aber kleinere Netze auf. GLS und DPD wollen bis Ende 2027 bis zu 6.000 gemeinsame Automaten in Deutschland anbieten. Hermes betreibt nach Angaben aus der Branche bislang rund 30 Automaten im Großraum Hamburg und setzt vor allem auf Paketshops.

Mehr Lieferungen, weniger Haustürstopps

Der Ausbau der Paketautomaten folgt dem anhaltenden Wachstum des Onlinehandels. Für Zustelldienste bündeln Automaten viele Übergaben an einem Standort und können dadurch die Zahl erfolgloser Haustürzustellungen verringern. Für Kundinnen und Kunden entsteht mehr zeitliche Flexibilität, weil Abholung und Versand unabhängig von festen Öffnungszeiten möglich sind.

Mit der Übernahme von Myflexbox verbindet DHL zwei unterschiedliche Modelle: eigene Automaten für DHL-Sendungen und ein anbieterübergreifendes Netz, das auch Wettbewerbern offensteht. Die angekündigte Zielmarke von rund 50.000 Automaten bis Ende 2030 würde die Bedeutung solcher Abholpunkte im Alltag deutlich erhöhen. Zugleich bleibt offen, wie stark andere Paketdienste das offene Netz tatsächlich nutzen werden.

Standorte werden zum Wettbewerbsfaktor

Der verfügbare Platz ist besonders in Innenstädten, an Bahnhöfen und vor Einkaufszentren begrenzt. Mehrere parallele Netze können für Anbieter teuer und für Kommunen sowie Anwohner unübersichtlich sein. Ein gemeinsames System könnte die Flächennutzung verbessern, setzt aber eine faire Behandlung der Sendungen verschiedener Unternehmen voraus.

Für Verbraucher bleibt die Auslastung entscheidend: Sind Fächer belegt, drohen Umleitungen zu weiter entfernten Automaten oder Paketshops. Der Erfolg des Ausbaus hängt deshalb nicht allein von der Zahl der Standorte ab, sondern auch von deren Lage, Kapazität und der tatsächlichen Öffnung für mehrere Paketdienste.

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