DGB-Proteste, Fahimi

DGB-Proteste 26. September: Fahimi fordert Nachbesserungen bei Rente

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DGB verlangt Änderungen an der Rentenreform und plant für den 26. September 2026 Proteste in 15 deutschen Großstädten.

DGB mobilisiert gegen Rentenreform und Sozialkürzungen
Ein leerer, historischer Stadtplatz in einer deutschen Großstadt bei Dämmerung mit Kopfsteinpflaster und Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert weitreichende Nachbesserungen an der geplanten Rentenreform der Bundesregierung und ruft zu bundesweiten Protestaktionen gegen den sozialpolitischen Kurs der Koalition auf.

Nach Ansicht der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi seien die Reformpläne zutiefst ungerecht. Sie kritisiert eine Ausrichtung mit zu wenig Industrie- und Wirtschaftspolitik bei gleichzeitig zu vielen Kürzungen im Sozialbereich. Um dem Widerstand Ausdruck zu verleihen, bereiten die Gewerkschaften für den 26. September 2026 Proteste in zahlreichen Großstädten vor.

Kritik an Einschnitten und Forderungen zur Finanzierung

Im Zentrum der Kritik der DGB-Vorsitzenden stehen geplante Einschnitte in den Bereichen Arbeit, Rente und Gesundheit. Fahimi fordert, an der Rente mit 63 sowie an der Erhöhung der Mütterrente festzuhalten.

Um die Rentenkasse zu stabilisieren, verlangt der DGB einen höheren Bundeszuschuss, der durch höhere Steuern für Besserverdienende, Erben und Vermögende gegenfinanziert werden soll. Darüber hinaus fordert Fahimi eine gesonderte Vermögensabgabe für sehr Vermögende.

Neben den rentenpolitischen Forderungen dringt die Gewerkschaftsführung auf Entlastungen bei den Energiekosten durch eine Senkung der Strom- und Mineralölsteuer. Mit Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern warnte Fahimi zudem vor einem Wahlsieg der AfD: Deren wirtschaftspolitisches Programm würde Deutschland ruinieren; ein EU-Austritt bedrohe hunderte Betriebe und tausende Industriearbeitsplätze.

Bundesweiter Aktionstag in 15 Großstädten am 26. September

Die Gewerkschaften mobilisieren für den 26. September 2026 unter dem Motto „Hart verdient!“ in 15 Großstädten. Neben Kundgebungen in Berlin, Leipzig, Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart formiert sich der Protest insbesondere gegen Kürzungen beim Kündigungsschutz, bei den Regelungen zur Arbeitszeit, der Krankschreibung, der Pflege sowie der Rente.

In Kiel organisiert der DGB Nord für den 26. September 2026 eine Demonstration, die um 11 Uhr am Wilhelmplatz beginnt. Die Abschlusskundgebung ist für 11:55 Uhr auf dem Rathausplatz geplant und soll gegen 14 Uhr enden. Als Rednerinnen treten dort Laura Pooth vom DGB Nord und Anja Piel aus dem DGB-Bundesvorstand auf.

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Nürnberg als zentraler Kundgebungsort im Süden

Für Bayern bündelt der DGB seine Aktivitäten am 26. September 2026 in Nürnberg als einzigem bayerischen Austragungsort der Aktion. Zu der Großkundgebung werden tausende Teilnehmer erwartet; aus den regionalen Gliederungen sind rund 200 Busse angekündigt.

Die Demonstrationszüge starten um 11 Uhr, bevor um 12 Uhr die zentrale Kundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt beginnt. Das Veranstaltungsende ist für etwa 14:30 Uhr vorgesehen. Die Hauptrede hält gegen 12:45 Uhr die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner.

Aus den Reihen der Gewerkschaftsorganisationen kommt scharfe Kritik an den Plänen der Koalition. DGB-Vertreter Stiedl bezeichnete die Reformvorhaben als den größten Angriff auf den Sozialstaat seit der Agenda 2010 und wandte sich gegen Diskussionen über eine Ausweitung der Arbeitszeiten, mehr Befristungen, Rentenkürzungen sowie eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag.

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Gewerkschaftsvertreter Doll betonte, die Pläne schwächten die demokratische Mitte, während DGB-Vertreter Gmeiner eine sich verschärfende Konfliktlinie zwischen Arm und Reich hervorhob.

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