DGB-Demos, Proteste

DGB-Demos am 26. September: Proteste in 15 Städten gegen Sozialabbau

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gewerkschaften rufen für den 26. und 27. September zu Protesten in 15 Städten gegen mögliche Sozialreformen auf.

DGB mobilisiert bundesweit gegen geplante Einschnitte im Sozialstaat
Ein leerer, historischer Marktplatz in einer deutschen Großstadt an einem bewölkten Herbsttag. Illustration mit AI erstellt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine acht Mitgliedsgewerkschaften haben für das Wochenende vom 26. bis 27. September 2026 zu bundesweiten Kundgebungen aufgerufen. Unter dem Leitsatz für den Erhalt von Arbeit, Gesundheit und Rente richten sich die Aktionen in 15 Städten gegen drohende Einschnitte in den Sozialstaat.

Der Dachverband fordert sichere Arbeitsplätze, faire Arbeitsbedingungen, gestärkte Arbeitnehmerrechte sowie eine zukunftsorientierte Wachstumsagenda, die Innovationen stärkt und wirtschaftliche Abhängigkeiten reduziert.

Geplante Demonstrationen in mehreren Großstädten

Die Proteste verteilen sich auf zentrale Knotenpunkte im gesamten Bundesgebiet. Für den Demonstrationszug in Essen am 26. September 2026 rechnen die Veranstalter mit bis zu 10.000 Teilnehmenden, die gegen das geplante Sozialreformpaket auf die Straße gehen; vor Ort wurden bereits Verkehrseinschränkungen angekündigt.

In Frankfurt am Main formiert sich der Protest am 26. September ab 11 Uhr am Willy-Brandt-Platz, bevor für 13 Uhr die Abschlusskundgebung am Opernplatz vorgesehen ist.

In Hamburg beginnt am selben Tag um 10.15 Uhr eine Jugenddemonstration am Heidi-Kabel-Platz, gefolgt von der Hauptdemonstration um 10.30 Uhr und einer zentralen Kundgebung um 11.55 Uhr auf dem Rathausmarkt. In Sachsen ist Leipzig als zentraler Kundgebungsort für den 26. September 2026 vorgesehen.

Scharfe Kritik an Arbeitszeit- und Rentenplänen

Hintergrund der Mobilisierung sind weitreichende Reformüberlegungen der Politik. Vorgesehen ist unter anderem, die Ausweitung sachgrundloser Befristungen von derzeit zwei auf vier Jahre zu ermöglichen. Zudem steht eine Aufweichung des 8-Stunden-Tages im Raum, die tägliche Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden erlauben könnte. Der DGB pocht demgegenüber auf die strikte Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes und den Schutz des 8-Stunden-Tages.

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Ebenfalls in der Kritik stehen Vorhaben, Krankschreibungen bereits ab dem ersten Fehltag einzufordern, sowie die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63. Der DGB fordert stattdessen weiterhin den abschlagsfreien Renteneintritt für langjährig Versicherte nach spätestens 45 Beitragsjahren.

Als konkretes Kürzungsbeispiel prangert der Gewerkschaftsaufruf zudem den Wegfall des monatlichen Kindersofortzuschlags von 25 Euro für arme Familien an.

Verdi-Vorsitzender Frank Werneke kritisierte die Aussichten auf längere Arbeitszeiten, ein sinkendes Rentenniveau, höhere Zuzahlungen im Gesundheitsbereich sowie Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten. DGB-Chefin Yasmin Fahimi bemängelte im ZDF, dass Superreiche nach den aktuellen Plänen auf nichts verzichten müssten.

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Einschnitte begründete CDU-Politiker Friedrich Merz bereits auf dem DGB-Bundeskongress im Mai mit weltpolitischen Veränderungen. Laut Medienberichten der Tageszeitung Die Welt kommt Bundestagspräsidentin Bärbel Bas eine Schlüsselrolle bei den Reformvorhaben zu.

Warnungen vor Finanzierungsengpässen und Strukturwandel

Neben den Arbeitsmarktregeln stehen die sozialen Sicherungssysteme im Fokus. Die sächsische DGB-Vorsitzende Daniela Kolbe forderte eine Industriepolitik und Absicherung, die Beschäftigte im Transformationsprozess verlässlich schützt. Längere Arbeitszeiten bei stagnierenden oder sinkenden Löhnen lehnte sie ab.

Kolbe verlangte zudem Entlastungen bei Energiekosten und einen Ausbau von Betriebsrenten in Ostdeutschland. Zugleich warnte sie, die Pflegeversicherung könne ohne politische Gegenmaßnahmen zeitnah insolvent werden oder spürbare Beitragsanhebungen erzwingen.

In seinem Aufruf klammert der DGB das Thema Aufrüstung zwar aus, kritisierte mit Blick auf den Haushaltsentwurf 2027 jedoch die Bindung von Militärausgaben an eine willkürliche Zielvorgabe der Nato.

Bereits Anfang Juli 2026 hatten erste Aktionen stattgefunden: An einem gemeinsamen Aktionstag mit der Linkspartei nahmen in Berlin knapp 1.000 Menschen teil, während in Hamburg 4.000 Protestierende zusammenkamen. Für den 26. September 2026 wird in Kommentaren mit bestenfalls über 100.000 Demonstrierenden gerechnet. Bundesweit vertreten die Gewerkschaften rund 5,4 Millionen Mitglieder bei insgesamt etwa 36 Millionen Beschäftigten.

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