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Deutschlandticket: Preis steigt ab Januar 2027 auf 66,80 Euro im Monat

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 05:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro; erstmals bestimmt eine Indexformel die jährliche Preisanpassung.

Deutschlandticket: Preis steigt 2027 auf 66,80 Euro
Ein leerer, modern gestalteter Bahnsteig in der Dämmerung mit architektonischen Linien aus Stahl und Glas. Illustration mit AI erstellt.

Der Koordinierungsrat für das Deutschlandticket hat eine Anhebung des Preises für das bundesweite Nahverkehrsangebot beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 steigt der monatliche Preis von derzeit 63 Euro auf 66,80 Euro. Während diese Anpassung laut Branchenkreisen die Finanzierung für das Jahr 2027 sichern soll, zeichnen sich für das darauffolgende Jahr bereits weitere Erhöhungen ab.

Indexbasierte Preisermittlung ersetzt politische Verhandlungen

Die Preiserhöhung um 3,80 Euro entspricht einem Aufschlag von rund 6 Prozent. Damit belaufen sich die Kosten für ein Jahresabonnement künftig auf 801,60 Euro, was einer Steigerung von 45,60 Euro gegenüber dem bisherigen Niveau entspricht. Erstmals beruht die Preisanpassung nicht auf rein politischen Verhandlungen, sondern auf einer mathematischen Formel.

Diese Indexberechnung wurde von der D-Tix GmbH & Co. KG durchgeführt. In die Kalkulation fließen Faktoren wie Personal-, Energie- und allgemeine Betriebskosten sowie ein Wertindex ein, der das Verhältnis der Zuschüsse von Bund und Ländern zu den verkauften Tickets berücksichtigt.

Der Index soll künftig jährlich neu ermittelt werden. Für das Jahr 2028 ist zudem die Einführung eines Dämpfungsfaktors vorgesehen, der sich nach der Entwicklung der Abonnentenzahlen richtet.

Anpassungen bei Job- und Semestertickets

Die Preissteigerung wirkt sich unmittelbar auf vergünstigte Varianten des Abonnements aus. Der Preis für das Jobticket wird zum 1. Januar 2027 von 59,85 Euro auf 63,46 Euro angehoben. Studierende müssen für das Semesterticket künftig 40,08 Euro pro Monat einplanen, was einer Erhöhung um 2,28 Euro gegenüber dem bisherigen Preis von 37,80 Euro entspricht.

In einigen Bundesländern bleiben ergänzende Rabatte bestehen. So sieht der hessische Haushaltsentwurf für 2027 weiterhin den „Hessenpass mobil“ vor, der einen Landeszuschuss von 9 Euro pro Monat gewährt. Kommunale Vergünstigungen in anderen Regionen fallen hingegen weiterhin unterschiedlich aus.

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Politische Reaktionen und Kritik der Verbände

Der bayerische Verkehrsminister und Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Christian Bernreiter (CSU), begründete den Schritt mit den deutlich gestiegenen Personal-, Energie- und Betriebskosten. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach bezeichnete die Erhöhung um knapp vier Euro als moderat und unvermeidlich, da die Bundesländer einen noch höheren Zuschussbedarf nicht decken könnten.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) betonte, dass die Finanzierung des Tickets bis zum Jahr 2030 gesichert sei und es sich weiterhin um ein sehr attraktives Angebot handele. Der hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori ergänzte, dass der neue Preismechanismus Verlässlichkeit für Fahrgäste und Finanzplanung schaffe.

Kritik kam hingegen aus Nordrhein-Westfalen. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) verwies auf die im Koalitionsvertrag vereinbarte Preisstabilität. Auch Verbände äußerten deutliches Missfallen. Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), erklärte, dass die Kostensteigerungen bei konstant bleibenden staatlichen Zuschüssen nun einseitig von den Fahrgästen getragen werden müssten.

Fahrgastvertreter wie Detlef Neuß von Pro Bahn und Jens Hilgenberg vom BUND kritisierten die Belastung der derzeit rund 14,5 Millionen Nutzer. Beide verwiesen in diesem Zusammenhang auf staatliche Ausgaben an anderer Stelle, wie etwa den Tankrabatt in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Auch die Grünen-Abgeordnete Victoria Broßart sprach sich gegen die Preisanhebung aus.

Parallele Tarifanpassungen im Regionalverkehr

Zeitgleich mit der Entscheidung zum Deutschlandticket gab der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eine durchschnittliche Tarifanpassung von 3,72 Prozent bekannt. Dies führt zu punktuellen Preissteigerungen bei Einzelfahrscheinen und Zeitkarten.

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Der Preis steigt erstmals per Indexformel — und für 2028 ist bereits ein Dämpfungsfaktor vorgesehen, der weitere Anpassungen möglich macht. Wer heute ein Abo abschließt, sollte die Folgejahre mitkalkulieren. Der kostenlose Leitfaden ordnet den neuen Mechanismus ein und hilft Ihnen, die Kostenentwicklung bis 2028 realistisch einzuschätzen. Leitfaden zur Preisentwicklung des Nahverkehrs anfordern

So kostet die Kurzstrecke in Berlin (Tarifgebiet AB) künftig 2,90 Euro statt bisher 2,80 Euro. Ein Einzelfahrschein für den Bereich Berlin ABC steigt von 5 Euro auf 5,20 Euro. Die monatliche Umweltkarte für Berlin AB verteuert sich von 113 Euro auf 117,20 Euro.

Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Bahn: Preis für Deutschlandticket steigt 2027 auf 66,80 Euro“

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