Deutschlandticket, Länder

'Deutschlandticket light': Länder vertagen Vorstoß

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Eine Entscheidung über einen Vorstoß von Ländern zur Einführung eines "Deutschlandtickets light" wird vertagt.

Ein entsprechender Antrag der Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg über einen bundesweiten elektronischen "Gelegenheitstarif" sei bei der Verkehrsministerkonferenz von der Tagesordnung abgesetzt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen. Der Antrag sei zu kurzfristig eingebracht worden. Zuerst hatte der "Bayerische Rundfunk" berichtet.

Die Idee der beiden Länder: Per Smartphone werden Fahrtbeginn und -ende registriert und der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste sollen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket zahlen.

Der Antrag von NRW und Hamburg für die zweitägige Verkehrsministerkonferenz im bayerischen Hohenschwangau sah vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellen soll. Entschieden werden solle dann im Herbst 2027.

Widerspruch aus Bayern

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hatte gesagt: "Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket." Vorbild sei das Angebot eezy.nrw in Nordrhein-Westfalen.

Zu dem Antrag hatte es Widerspruch aus Bayern gegeben. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), aktuell Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, sagte: "Uns fehlt an allen Ecken und Enden Geld. Es ist nicht die Zeit für immer noch mehr Leistungen."

Es sei gelungen, das Deutschlandticket an sich zu sichern. "Damit haben wir bereits ein sehr gutes Angebot", sagte Bernreiter und betonte: "Ich sehe weder die Zustimmung des Bundes noch die notwendige Einstimmigkeit der Länder für ein solches Vorhaben."

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte zum Antrag, Niedersachsen sehe das grundsätzlich positiv. "Wir werden ein D-Ticket light konstruktiv diskutieren."

Kritik am Vorstoß kam vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: "Ein solches Angebot verursacht Kosten und rüttelt an der Logik des Deutschlandtickets, das als Deutschland-Flatrate im monatlich kündbaren Abo zum Erfolg geworden ist", teilte der Verbandsgeschäftsführer für den öffentlichen Nahverkehr, Alexander Möller, mit. "Die Branche hat dafür kein Geld."

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