Deutsche Telekom steigert Gewinn und erhöht Dividende auf 1,10 Euro
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTelekom zwischen US-Beteiligung und Kapitalplänen
- Die Deutsche Telekom hält etwas mehr als die Hälfte der Anteile an T-Mobile US.
- Der Konzern will die Dividende um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie erhöhen.
- Für das kommende Jahr ist ein Aktienrückkauf von bis zu zwei Milliarden Euro vorgesehen.
Deutsche Telekom wächst mit T-Mobile US
Die Deutsche Telekom ist im dritten Quartal vor allem dank ihrer US-Tochter T-Mobile US stark gewachsen und hat Umsatz sowie Gewinn stärker als erwartet gesteigert. Der Dax-Konzern hob seine Jahresprognose erneut leicht an, doch die Telekom-Aktie gehörte am Donnerstag zu den wenigen Verlierern im Leitindex.
Umsatz und Gewinn legen zu
Der Umsatz stieg um siebeneinhalb Prozent auf etwas mehr als 31 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Wachstum 5,5 Prozent.
Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um knapp zehn Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro. Die Prognosen für das laufende Jahr wurden erneut leicht angehoben.
Dividende steigt, Rückkauf enttäuscht
Die Deutsche Telekom will die Dividende um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie erhöhen. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, auch im kommenden Jahr eigene Aktien zurückzukaufen.
Das Volumen des angekündigten Aktienrückkaufs von bis zu zwei Milliarden Euro wurde an der Börse jedoch mit Enttäuschung aufgenommen. Die Telekom-Aktie geriet deshalb trotz der guten Quartalszahlen unter Druck.
SpaceX verschärft Wettbewerb in den USA
Belastet wurde die Stimmung zusätzlich durch den fallenden Kurs der T-Mobile-US-Aktie. SpaceX hatte Mobilfunkfrequenzen erworben und könnte damit zu einem weiteren Wettbewerber im US-Markt werden.
Die Deutsche Telekom hält etwas mehr als die Hälfte der Anteile an T-Mobile US. Das Aktienpaket an der US-Tochter ist umgerechnet etwas mehr als 80 Milliarden Euro wert.
Fusion mit US-Tochter im Gespräch
Größter Anteilseigner der Deutschen Telekom ist der deutsche Staat, der knapp 30 Prozent der Aktien hält. Konzernchef Timotheus Höttges treibt einem Bericht zufolge eine Komplettfusion mit T-Mobile US voran.
Im Mittelpunkt stehe demnach zunächst die Unterstützung von Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung. Eine solche Verbindung wäre eine der größten Fusionen zweier börsennotierter Unternehmen.
Die Quartalszahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Operativ wächst die Deutsche Telekom weiter, zugleich steigt die Abhängigkeit von der US-Tochter T-Mobile US. Deren Börsenwert beeinflusst die Wahrnehmung des Gesamtkonzerns erheblich, weil die Telekom etwas mehr als die Hälfte an dem US-Unternehmen hält.
US-Markt verändert die Perspektive
Der amerikanische Mobilfunkmarkt steht vor zusätzlichem Wettbewerbsdruck. SpaceX baut seine Satelliten- und Mobilfunkaktivitäten aus, erwirbt Frequenzen und sucht nach Wegen in den klassischen Mobilfunk. Damit könnte sich der Wettbewerb um Kunden, Netzzugang und Frequenzen verschärfen, auch wenn der Aufbau eines flächendeckenden Angebots hohe technische und regulatorische Hürden mit sich bringt.
Für die Telekom bleibt T-Mobile US deshalb zugleich Wachstumsmotor und Risikofaktor. Gute Ergebnisse der Tochter stützen Umsatz und Gewinn, Kursverluste an der US-Börse können dagegen den Wert der Beteiligung und damit die Stimmung gegenüber der Telekom belasten.
Kapitalpolitik und Fusionspläne
Die angekündigte Dividende von 1,10 Euro je Aktie stärkt die Ausschüttungsperspektive. Der Aktienrückkauf von bis zu zwei Milliarden Euro fällt dagegen hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Für Anleger wird damit neben dem operativen Wachstum die Frage wichtiger, wie der Konzern sein Kapital zwischen Ausschüttungen, Rückkäufen und strategischen Vorhaben verteilt.
Eine Komplettfusion mit T-Mobile US hätte wegen der Größe und der Beteiligungsverhältnisse weitreichende Folgen. Dafür wären die Unterstützung des deutschen Staates als größtem Anteilseigner sowie die Zustimmung weiterer beteiligter Stellen entscheidend. Für Verbraucher könnte eine stärkere Verzahnung beider Unternehmen vor allem bei Netzausbau, Angeboten und Investitionen relevant werden; konkrete Schritte nennt die Meldung noch nicht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Der Börsen-Tag: Telekom will Dividende erhöhen“ (05.11.2026)
Der Beitrag bestätige das Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn und hebe die leicht angehobenen Jahresziele hervor. Anders als die dpa-Meldung lege er den Schwerpunkt auf die konkreten Zielgrößen von 47,6 Milliarden Euro operativem Gewinn und 20,1 Milliarden Euro Free Cashflow sowie auf Dividende und Rückkauf.
Frankfurter Rundschau: „Musks will eigenes Handynetz haben: SpaceX verhandelt über Boost Mobile“ (04.11.2026)
Der Artikel ordne SpaceX’ Mobilfunkpläne über mögliche Gespräche mit Boost Mobile ein und beschreibe den Zugang zu Frequenzen, Kunden und Netzkapazitäten als zentrale Hürden. Damit ergänze er den in der dpa-Meldung genannten Wettbewerbsdruck für T-Mobile US um die konkrete Strategie des möglichen neuen Konkurrenten.
Einigkeit besteht beim operativen Wachstum der Telekom und beim Ausbau von Musks Mobilfunkambitionen. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei Kapitalzielen beziehungsweise der praktischen Umsetzung des SpaceX-Netzprojekts; offen bleiben die konkreten nächsten Schritte einer möglichen Fusion.
