Deutsche Post, Myflexbox

Deutsche Post übernimmt Myflexbox und plant 50.000 Paketautomaten bis 2030

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Deutsche Post übernimmt den Automatenbetreiber Myflexbox und plant bis 2030 ein deutlich größeres Netz. Zusammen mit den eigenen Stationen sollen rund 50.000 Paketautomaten zum DHL-Konzern gehören.

  • Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
Myflexbox-Automat an einem Düsseldorfer Mietshaus.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa Bei Myflexbox lagern GLS, UPS, Fedex, DPD und Amazon Pakete ein.  - Bild: Wolf von Dewitz/dpa Ein DHL-Paketbote holt Sendungen aus einem DeinFach-Automaten. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa

Die Deutsche Post hat den Salzburger Paketautomaten-Betreiber Myflexbox übernommen und will dessen Netz in Deutschland bis 2030 auf 25.000 Stationen erweitern.

Übernahme abgeschlossen

Der Erwerb sei vollzogen, teilte der Logistiker in Bonn mit. Zum Kaufpreis machte die Post keine Angaben; Verkäufer seien die britischen Investoren von Star Capital.

Myflexbox betreibt derzeit rund 2.000 Automaten in Deutschland und 1.000 in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt etwa 100 Menschen und gilt als größter anbieterunabhängiger Automatenbetreiber.

Mehrere Paketdienste an Bord

An den Myflexbox-Standorten können Sendungen von GLS, DPD, UPS, FedEx und Amazon abgeholt und verschickt werden. Das Unternehmen war zunächst eine Tochter der Salzburger Stadtwerke und wurde später an Star Capital verkauft.

Die Übernahme erfolgt über die Post-Tochter AZL GmbH. Diese betreibt in Deutschland derzeit rund 1.700 Automaten unter der Marke DeinFach, an denen Pakete von DHL und UPS abgeholt werden können.

DeinFach wird zu Myflexbox

DeinFach und Myflexbox sollen miteinander verschmolzen werden. Die DeinFach-Automaten werden schrittweise in Myflexbox-Stationen umetikettiert.

DHL plant 25.000 eigene Stationen

DHL betreibt in Deutschland bereits rund 16.000 Packstationen sowie etwa 1.400 Poststationen. Diese Automaten sind nicht anbieteroffen und nehmen ausschließlich DHL-Sendungen auf.

Auch dieses eigene Netz soll wachsen: Für 2030 plant DHL rund 25.000 reine DHL-Automaten. Einschließlich Myflexbox sollen dann insgesamt etwa 50.000 Automaten zum Bonner Logistikkonzern gehören. Vor der Übernahme hatte die Post lediglich mehr als 30.000 Stationen angepeilt.

Wettbewerber bauen Netze aus

Der Hintergrund ist die wachsende Paketmenge durch den Onlinehandel. Für Zustelldienste sind Automaten zeitsparend, weil mehrere Sendungen gebündelt abgelegt oder abgeholt werden können.

GLS und DPD wollen bis Ende 2027 gemeinsam bis zu 6.000 Automaten in Deutschland anbieten. Hermes ist bislang vor allem im Großraum Hamburg aktiv und betreibt dort rund 30 Automaten.

Mehr Pakete, mehr Abholpunkte

Der Ausbau von Paketautomaten folgt dem Wachstum des Onlinehandels. Für Zusteller bündeln die Stationen mehrere Abläufe an einem Ort: Pakete können gesammelt eingelegt, abgeholt oder für Retouren entgegengenommen werden. Das reduziert einzelne Anfahrten zu Haustüren und macht die Zustellung unabhängiger davon, ob Empfänger zu Hause sind.

Mit der Übernahme von Myflexbox verbindet DHL zwei unterschiedliche Modelle. Das eigene Packstationsnetz bleibt auf DHL-Sendungen ausgerichtet, während Myflexbox als anbieterunabhängige Plattform auch Wettbewerber integriert. Für Kundinnen und Kunden kann dadurch die Zahl der erreichbaren Abhol- und Versandmöglichkeiten steigen. Entscheidend ist, ob weitere Paketdienste das offene Netz dauerhaft nutzen.

Wettbewerb um Standorte

Das Ziel von insgesamt rund 50.000 Automaten bis 2030 verschärft zugleich den Wettbewerb um geeignete Standorte. Bahnhöfe, Supermärkte, Tankstellen und Wohngebiete sind besonders attraktiv, weil sie regelmäßig frequentiert werden. Die größere Dichte kann Wege verkürzen, führt aber nicht automatisch zu einer flächendeckenden Versorgung: Ländliche Regionen bleiben wegen geringerer Paketmengen wirtschaftlich schwieriger.

Für den Markt bedeutet die Transaktion eine stärkere Bündelung von Infrastruktur im DHL-Konzern. Konkurrenten wie GLS, DPD und Hermes müssen entscheiden, ob sie eigene Netze ausbauen oder offene Automaten intensiver nutzen. Für Verbraucher wird neben der Zahl der Stationen vor allem deren Anbieter-Vielfalt, Erreichbarkeit und zuverlässige Bedienung relevant.

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