Deutsche Hochschulen locken Gründer mit hohen Stipendien
30.04.2026 - 15:11:18 | boerse-global.deDie Bewerbungsphase für das Studienjahr 2026/2027 läuft auf Hochtouren – und private Hochschulen in Deutschland setzen auf aggressive Stipendienmodelle. Sie wollen internationale Gründer-Talente anziehen.
SRH Berlin: 50 Prozent Rabatt für Gründer-Pitches
Die SRH Berlin University of Applied Sciences hat ihr Entrepreneurship-Stipendium für das kommende Wintersemester geöffnet. Das Besondere: Bewerber aller Nationalitäten können sich bewerben, müssen aber eine kurze Präsentation einreichen – einen sogenannten Pitch-Deck mit fünf Folien.
Darin sollen sie sich und ihre Geschäftsidee vorstellen. Wer überzeugt, erhält bis zu 50 Prozent Rabatt auf die Studiengebühren des ersten Jahres. Voraussetzung ist eine Zulassung für einen Management-Master oder MBA an einem der Standorte in Berlin, Heidelberg oder Nordrhein-Westfalen.
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Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2026. Nötig sind zudem gute Noten und Englischkenntnisse, etwa ein IELTS-Score von 6,5 oder höher. Der Fokus auf Pitch-Präsentationen zeigt: Hochschulen bewerten zunehmend praktisches Innovationspotenzial statt nur akademischer Leistungen.
IU International: Bis zu 75 Prozent Rabatt im Online-Studium
Die IU International University of Applied Sciences bietet für das Frühjahr 2026 ebenfalls deutliche Vergünstigungen. Für Master-Programme in International Management und Entrepreneurship winken Stipendien von bis zu 67 Prozent.
Besonders attraktiv sind die Online-Studiengänge: Hier sinken die monatlichen Kosten von 555 Euro auf bis zu 161 Euro – ein Rabatt von 75 Prozent. Auch Präsenzstudenten profitieren: Wer in Berlin oder Bad Honnef studiert, erhält rund 40 Prozent Ermäßigung.
Die IU setzt auf ein automatisches Prüfverfahren: Bewerber werden während des normalen Zulassungsprozesses auf Stipendien geprüft, ohne separate Anträge. Sprachvoraussetzungen sind ein TOEFL-Score von 80 Punkten oder ein IELTS von 6,0 – alternativ akzeptiert die Hochschule ihr eigenes „Speexx“-Zertifikat.
ISM und CBS: Spezial-Stipendien für aktive Gründer
Die International School of Management (ISM) vergibt ein Entrepreneurship-Stipendium an drei ausgewählte Kandidaten pro Jahr. Es deckt 75 Prozent der Studiengebühren ab – vorausgesetzt, die Bewerber haben bereits ein eigenes Startup gegründet.
Entscheidend sind das Wachstumspotenzial des Unternehmens und der Beitrag zur Gründer-Community der Hochschule. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni. Daneben gibt es ein Leistungsstipendium mit Rabatten zwischen 30 und 50 Prozent für herausragende akademische Leistungen und soziales Engagement.
Die CBS International Business School setzt auf ihre „Best Performer“- und „Social Engagement“-Stipendien. Sie gewähren bis zu 25 Prozent Rabatt auf die gesamte Studiendauer. Bewerbungen für das Wintersemester sind bis zum 12. Juni 2026 möglich. Nötig sind ein Motivationsschreiben und – für das Sozialstipendium – ein Nachweis über ehrenamtliche Arbeit.
Warum Hochschulen auf Stipendien setzen
Die Rabatt-Offensive kommt nicht von ungefähr. Europäische Wirtschaftsstandorte kämpfen um Talente – und private Hochschulen haben erkannt: Studiengebühren von über 20.000 Euro schrecken viele Gründer ab, die ihr Geld lieber in eigene Projekte stecken würden.
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Indem sie die Kosten senken, positionieren sich Einrichtungen wie die Munich Business School oder die EU Business School als Startup-Inkubatoren. Die Munich Business School verlangt für ihren Master in International Entrepreneurship rund 8.580 Euro pro Semester, betont aber Partnerschaften mit lokalen Unternehmen und praxisnahe Workshops.
Die EU Business School bietet einen Master in Innovation and Entrepreneurship – je nach Standort zu unterschiedlichen Preisen, etwa 5.450 Euro pro Trimester in Barcelona.
Ausblick: Fristen und neue Anforderungen
Für das Wintersemester 2026/2027 sind die wichtigsten Stipendienfristen noch offen – insbesondere bei SRH, ISM und CBS bis Juni und Juli. Doch die Anforderungen werden anspruchsvoller: Neben Sprachtests und Noten verlangen Hochschulen zunehmend unternehmerische Nachweise wie Konzepte für digitale Lösungen oder nachhaltige Geschäftsmodelle.
Auch öffentliche Hochschulen ziehen nach: Die Hochschule Neu-Ulm (HNU) hat ihre Prüfungsordnung für den Master in International Entrepreneurship, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zum 1. März 2026 aktualisiert. Der Trend ist klar: Wer Gründer fördern will, muss flexibel bleiben – und das gilt für Studieninhalte ebenso wie für die Finanzierung.
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