Deutsche Exporte, Außenhandel mit China

Deutsche Exporte sinken im August – China-Ungleichgewicht wächst

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschlands Exporte sind im August gesunken, während die Importe zulegten. Besonders deutlich zeigt sich das Ungleichgewicht im Handel mit China: Die Ausfuhren schrumpfen im Jahresverlauf, die Einfuhren steigen.

  • Die Importe nach Deutschland steigen. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa
    Die Importe nach Deutschland steigen. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa
  • Der deutsche Außenhandel läuft zum Großteil über die Seehäfen. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
    Der deutsche Außenhandel läuft zum Großteil über die Seehäfen. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Importe nach Deutschland steigen. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa Der deutsche Außenhandel läuft zum Großteil über die Seehäfen. (Archivbild) - Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Deutschlands Exporte sind im August gesunken, während die Importe zunahmen und der Außenhandelsüberschuss zurückging.

Ausfuhren sinken, Importe steigen

Der Wert der Warenexporte fiel kalender- und saisonbereinigt auf 137,6 Milliarden Euro. Das waren 0,8 Prozent weniger als im Juli, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen mitteilte.

Die Importe stiegen dagegen um 0,9 Prozent auf 118,1 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss verringerte sich dadurch von 21,6 Milliarden Euro im Juli auf 19,5 Milliarden Euro im August.

Deutliches Plus im Jahresvergleich

Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Exporte nominal um 6,2 Prozent zu. Die Importe stiegen um 5,5 Prozent.

Wichtigster Einzelmarkt blieben die Vereinigten Staaten. Die Lieferungen dorthin gingen im Monatsvergleich allerdings um 6,3 Prozent zurück. Im Jahresverlauf steht noch ein leichtes Exportplus von 1,1 Prozent zu Buche.

China-Exporte schrumpfen im Jahresverlauf

In Länder außerhalb der Europäischen Union exportierten deutsche Unternehmen 1,1 Prozent weniger als im Juli. Nach China stiegen die Ausfuhren im August zwar um 4,7 Prozent.

Über die ersten acht Monate des Jahres ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Die Exporte nach China schrumpften um 12,9 Prozent, während die Importe aus der Volksrepublik um 10,1 Prozent zunahmen.

BGA hebt Prognose leicht an

Der Außenhandelsverband BGA hatte seine Prognose für die deutschen Ausfuhren im laufenden Jahr am Vortag leicht angehoben. Erwartet wird nun ein Wachstum des Exportvolumens um 1,0 Prozent auf 1.580 Milliarden Euro. Zuvor war der Verband von einem Plus von 0,6 Prozent ausgegangen.

Gleichzeitig warnte der BGA vor weiterhin schwierigen Geschäften in den USA und in China.

China-Geschäft unter Druck

Die August-Zahlen verschärfen ein strukturelles Ungleichgewicht im deutschen Handel mit China: Während deutsche Unternehmen dort weniger verkaufen, nehmen die Einfuhren chinesischer Waren zu. Das betrifft nicht nur einzelne Produkte, sondern wichtige industrielle Bereiche wie Autos, Maschinen, Chemie und Elektrotechnik.

Auf europäischer Ebene wächst deshalb der Druck, die Handelsbeziehungen neu auszurichten. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere Diversifizierung kritischer Lieferketten und Instrumente gegen Wettbewerbsverzerrungen. Für Deutschland ist das besonders relevant, weil China zugleich Absatzmarkt, Lieferant und ein zunehmend starker Konkurrent ist.

USA bleiben wichtiger Absatzmarkt

Der Rückgang der Lieferungen in die Vereinigten Staaten im August zeigt zudem, wie empfindlich der deutsche Außenhandel auf politische und wirtschaftliche Veränderungen reagiert. Trotz der monatlichen Schwäche blieben die USA im Berichtsmonat der wichtigste Einzelmarkt. Für Unternehmen bedeutet das, dass die Abhängigkeit von wenigen großen Absatzregionen ein wesentliches Risiko bleibt.

Die angehobene Exportprognose des BGA signalisiert zwar eine Stabilisierung im Gesamtjahr. Der sinkende Außenhandelsüberschuss und die unterschiedlichen Entwicklungen bei Exporten und Importen nach China machen aber deutlich, dass ein höheres Exportvolumen allein die Wettbewerbsprobleme nicht löst. Für Verbraucher und Beschäftigte können Veränderungen bei Preisen, Lieferketten und industriellen Arbeitsplätzen besonders relevant werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Vor EU-Besuch in China: Erwartungen so hoch wie das Handelsdefizit“ (06.10.2026)

Der Bericht stelle das wachsende Handelsdefizit der Europäischen Union gegenüber China in den Mittelpunkt und betone die Forderungen Deutschlands und Frankreichs nach neuen handelspolitischen Instrumenten. Er ordne die deutschen Exportprobleme in eine breitere europäische Debatte über Subventionen, Marktzugang und strategische Abhängigkeiten ein; offen bleibe, ob Verhandlungen mit Peking eine Verringerung des Ungleichgewichts bewirken könnten.

Pressespiegel: Einordnung zwischen Produktion und Außenhandel

tagesschau: „Deutsche Unternehmen fahren Produktion überraschend deutlich hoch“ (07.10.2026)

Der Artikel hebe hervor, die deutsche Produktion sei im August trotz wirtschaftlicher Belastungen deutlich gestiegen. Zugleich bestätige er die vorsichtig optimistischere Exportprognose des BGA und betone, dass die Rückgänge im Geschäft mit den USA und China die Lage weiterhin volatil machten.

Beide Berichte stellten eine gewisse Stabilisierung der deutschen Wirtschaft fest, verwiesen aber zugleich auf strukturelle Risiken im China-Geschäft und auf die politische Frage, wie Europa mit dem wachsenden Handelsungleichgewicht umgehen solle.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70262648 |