Deutsche Elektroexporte steigen im Juli um 11,9 Prozent
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Ausfuhren im Juli deutlich gesteigert und Waren im Wert von 23,5 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.
Exporte wachsen um fast zwölf Prozent
Wie der Branchenverband ZVEI mitteilte, lag der Wert der Ausfuhren damit 11,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Expansionstempo habe sich nach einem bereits starken ersten Halbjahr unter dem Strich nochmals erhöht, erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.
Von Januar bis einschließlich Juli summierten sich die Exporte auf 162,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 9,7 Prozent.
EU trägt den größten Teil des Wachstums
Fast 90 Prozent des Exportzuwachses entfielen nach Angaben des ZVEI auf den Handel mit den EU-Partnerländern. In den ersten sieben Monaten lieferte die Branche Waren im Wert von 90,1 Milliarden Euro in die Europäische Union – 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
USA legen trotz Zöllen zu
Auch außerhalb der EU entwickelten sich die Geschäfte zuletzt in vielen Ländern positiv. Besonders kräftig stiegen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten: Im Juli erreichten sie 2,7 Milliarden Euro und lagen damit 23,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.
China bleibt schwieriger Absatzmarkt
Anders verlief die Entwicklung in China. Die deutschen Elektroexporte dorthin sanken im Juli um 10,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.
Gontermann führte die Erholung des US-Geschäfts unter anderem auf den Boom bei künstlicher Intelligenz und statistisch weitgehend ausgelaufene Einmaleffekte durch Zölle zurück. Das China-Geschäft entwickle sich dagegen weiterhin schwach.
Der Binnenmarkt als Wachstumsmotor
Die Zahlen zeigen eine starke Konzentration des Exportwachstums auf den europäischen Binnenmarkt. Mit 90,1 Milliarden Euro entfielen in den ersten sieben Monaten mehr als die Hälfte der gesamten Elektroausfuhren auf EU-Partner. Für deutsche Hersteller bedeutet das kurze Wege, einheitliche Regeln und eine vergleichsweise enge industrielle Verflechtung.
USA holen auf, China verliert an Bedeutung
Das kräftige Plus in den Vereinigten Staaten fällt in eine Phase, in der Elektronik, Automatisierung und digitale Infrastruktur durch Investitionen in künstliche Intelligenz zusätzlichen Bedarf erfahren. Zugleich zeigt der Vergleich mit China, dass die internationalen Absatzmärkte unterschiedlich aufgestellt sind: Während das US-Geschäft im Juli trotz bestehender Zollschranken zulegte, gingen die Lieferungen nach China erneut zurück.
Chancen und Risiken für die Branche
Für die deutsche Elektroindustrie ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Das Exportplus stärkt Produktion und Auslastung, macht die Branche aber zugleich stärker von einzelnen Regionen und deren Investitionszyklen abhängig. Die Entwicklung in China bleibt wegen der Größe des Marktes und seiner Bedeutung für globale Lieferketten besonders relevant. Entscheidend wird sein, ob die Nachfrage in Europa und den USA anhält und deutsche Anbieter ihre Position bei Zukunftstechnologien behaupten können.
