Ford, Rohstoffpreise

Ford erhöht Gewinnziel trotz 2,5 Milliarden Dollar Rohstoffkosten

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der US-Autokonzern hebt trotz höherer Materialkosten seine Gewinnprognose an. Gleichzeitig schrumpfen Umsatz und Elektroauto-Verkäufe, während das Verbrennergeschäft in einer wichtigen Region nachgibt.

Fords Ergebnis hängt am US-Autogeschäft

  • Ford erhöhte die Prognose für das bereinigte Vorsteuerergebnis auf 10,5 bis 11 Milliarden Dollar.
  • Die Rohstoffbelastung steigt im laufenden Jahr auf nahezu 2,5 Milliarden Dollar.
  • Der Konzernumsatz sank im Quartal um zwei Prozent auf 49,5 Milliarden Dollar.
In den vergangenen Monaten waren teure SUV-Modelle eine wichtige Stütze für Ford. (Archivbild) - Bild: Gerry Broome/AP/dpa

Ford erhöht Gewinnziel trotz höherer Rohstoffkosten

Ford erwartet wegen gestiegener Rohstoffpreise in diesem Jahr eine Belastung von nahezu 2,5 Milliarden Dollar und damit mehr als bislang angenommen. Zugleich hob der US-Autobauer das untere Ende seiner Prognose für das bereinigte Vorsteuerergebnis um 500 Millionen Dollar an.

Verbrennergeschäft verliert Umsatz

Im Geschäft mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sank der Umsatz um drei Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar. Ford begründete den Rückgang unter anderem mit schwächeren Verkäufen in der Region infolge des Iran-Krieges.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Vorsteuerergebnis zwischen 10,5 und 11 Milliarden Dollar. Trotz der höheren Kosten zeigt sich Ford damit bei der Gewinnentwicklung optimistischer.

Elektroauto-Verkäufe gehen zurück

Die Verkäufe von Elektroautos sanken um 31 Prozent auf 34.000 Fahrzeuge. Dazu trug auch die Entscheidung bei, die strombetriebene Version des großen Pickups F-150 aus dem Sortiment zu nehmen.

Der operative Verlust der Elektrosparte verringerte sich im Jahresvergleich von 1,4 Milliarden Dollar auf gut eine Milliarde Dollar. Der Konzernumsatz schrumpfte insgesamt um zwei Prozent auf 49,5 Milliarden Dollar, der Gewinn ging um gut 16 Prozent auf zwei Milliarden Dollar zurück.

Fords Quartalszahlen zeigen den Spagat, vor dem viele etablierte Autohersteller stehen: Das Geschäft mit Verbrennern und großen Fahrzeugen bleibt finanziell tragfähig, während der Übergang zur Elektromobilität hohe Kosten verursacht. Ford senkte zwar den operativen Verlust seiner Elektrosparte, zugleich gingen die Verkäufe der Stromer deutlich zurück.

Die Rohstoffbelastung verschärft diesen Zielkonflikt. Höhere Preise für Materialien verteuern sowohl klassische Fahrzeuge als auch Elektroautos; bei Elektrofahrzeugen kommen zusätzlich hohe Entwicklungs- und Produktionskosten hinzu. Für Hersteller entscheidet deshalb nicht allein das Absatzwachstum, sondern zunehmend die Frage, welche Modelle unter den jeweiligen Marktbedingungen profitabel gebaut werden können.

Gewinnziel trotz Gegenwind

Ford stützt seine Ergebnisprognose vor allem auf das margenstarke Geschäft mit größeren Fahrzeugen im US-Markt. Der Umsatzrückgang bei Verbrenner-Modellen und die schwächeren Verkäufe in der vom Iran-Krieg betroffenen Region zeigen jedoch, dass geopolitische Spannungen unmittelbar auf Nachfrage und Kosten durchschlagen können.

Für Kundinnen und Kunden bleibt die Entwicklung vor allem über Fahrzeugpreise, Rabatte und die Verfügbarkeit einzelner Modelle relevant. Fords Rücknahme des elektrischen F-150 aus dem Sortiment deutet zudem darauf hin, dass Hersteller ihre Elektro-Strategien stärker an Nachfrage, Kosten und erzielbaren Margen ausrichten.

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