Schausteller fordern Dieselrabatt vor Weihnachtsgeschäft
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDieselkosten belasten Schausteller
- Albert Ritter fordert vor dem Weihnachtsgeschäft einen eigenen Steuerrabatt für Diesel.
- Der Schaustellerbund vertritt rund 5.000 Betriebe auf Volksfesten, Jahrmärkten und Weihnachtsmärkten.
- Bei einer Tankfüllung von 600 Litern hält Ritter den Rabatt von rund 17 Cent für unzureichend.
Schausteller fordern Dieselrabatt vor Weihnachtsgeschäft
Der Schaustellerbund fordert vor dem Weihnachtsgeschäft eine eigene Dieselentlastung für seine Branche. Präsident Albert Ritter sagte der „Rheinischen Post“, viele der rund 5.000 Schausteller könnten die hohen Spritpreise kaum noch tragen.
Vergleich mit Agrardiesel
„In der Landwirtschaft gibt es den Agrardiesel, unsere Branche braucht einen Schaustellerdiesel“, sagte Ritter. Land- und Forstwirte erhalten seit dem 1. Januar 2026 über die Agrardieselvergütung wieder 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück.
Hoher Verbrauch bei Transporten
Wer mit einer Zugmaschine zur Tankstelle fahren müsse, habe schnell 600 Liter im Tank, erklärte der Verbandspräsident. Der zeitlich begrenzte Tankrabatt der Bundesregierung von rund 17 Cent sei deshalb nicht mehr als „ein Kinderpflaster mit einer Micky Maus drauf“.
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Preisdruck trifft mobiles Geschäft
Die Branche ist für ihre Transporte auf Zugmaschinen und andere Nutzfahrzeuge angewiesen. Nach Angaben des Verbands drohen die gestiegenen Kraftstoffkosten damit, das Weihnachtsgeschäft zusätzlich zu belasten.
Ritter sagte, die Unterstützung müsse so ausgestaltet werden, dass die Fahrt mit dem Kinderkarussell nicht zum Luxus werde. Eine konkrete Entscheidung über einen „Schaustellerdiesel“ wurde nicht genannt.
Die Forderung nach einem eigenen Dieselrabatt steht im Zusammenhang mit den hohen Transport- und Betriebskosten mobiler Schaustellerbetriebe. Fahrgeschäfte, Buden und technische Anlagen werden regelmäßig zwischen Volksfesten, Jahrmärkten und Weihnachtsmärkten bewegt. Der Kraftstoffverbrauch fällt deshalb nicht nur während des Betriebs, sondern auch bei An- und Abreisen an.
Der Vergleich mit der Landwirtschaft zielt auf eine bestehende steuerliche Entlastung: Land- und Forstwirte erhalten seit Jahresbeginn 2026 wieder 21,48 Cent je Liter Diesel zurück. Für Schausteller gibt es eine solche branchenspezifische Vergütung bislang nicht. Der Verband fordert damit keine allgemeine Senkung der Kraftstoffkosten, sondern eine Regelung für eine klar abgegrenzte Berufsgruppe.
Folgen für Weihnachtsmärkte
Die Debatte erreicht die Branche zu einem wirtschaftlich wichtigen Zeitpunkt. Weihnachtsmärkte sind für viele Betriebe ein zentraler Teil des Jahresgeschäfts, zugleich steigen neben dem Diesel weitere Kosten für Personal, Energie, Wartung, Transport und Standplätze. Zusätzliche Ausgaben können entweder die Gewinnmargen der Betreiber schmälern oder mittelbar in höhere Preise für Besucher einfließen.
Ob daraus politische Entlastungen entstehen, hängt von der Ausgestaltung und Finanzierung ab. Ein branchenspezifischer Rabatt müsste unter anderem klären, welche Fahrzeuge und Verbräuche anerkannt werden und wie Missbrauch verhindert werden kann. Für Besucher bleibt die Entwicklung vor allem bei den Preisen für Fahrgeschäfte und bei der Vielfalt der Angebote relevant.

