Deutschland, Automobilindustrie

Günstig Tanken: Es muss nicht knapp vor 12.00 Uhr sein

21.04.2026 - 10:45:58 | dpa.de

Der Preisverlauf beim Sprit hat sich grundlegend verändert. Wer sparen will, tankt vormittags. Bis zum letzten Moment zu warten lohnt aber kaum. Der Spritpreis stagniert.

Am Vormittag ist Sprit deutlich billiger als am Nachmittag - E10 gibt es dann teilweise für weniger als 2 Euro. (Archivbild) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Am Vormittag ist Sprit deutlich billiger als am Nachmittag - E10 gibt es dann teilweise für weniger als 2 Euro. (Archivbild) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Seit die 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen an Tankstellen gilt, tankt es sich nicht mehr abends, sondern am späten Vormittag am günstigsten. Kurz vor dem mittäglichen Preissprung sind Superbenzin der Sorte E10 und Diesel im Schnitt um rund 2,7 Cent pro Liter billiger als im bundesweiten Tagesdurchschnitt, wie eine Auswertung des ADAC ergibt. Nach dem Sprung ist Super E10 um 6,5 Cent teurer als im Tagesschnitt, Diesel um 7,7 Cent.

Kurz vor 12.00 zu tanken, ist aber bei weitem nicht jedem Autofahrer möglich - das gilt insbesondere für berufstätige Menschen. Allzu groß ist der Verlust aber nicht, wenn man stattdessen bereits am Morgen tankt. 

Denn die Preise sind bereits um 8.30 Uhr, wenn sich viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit befinden, deutlich unter dem Tagesdurchschnitt. Bei E10 um 1,7 Cent, bei Diesel um 1,4 Cent. Im Vergleich zum Tanken auf den allerletzten Drücker beläuft sich der Unterschied auf eine komplette Tankfüllung dann schon bei weniger als einem Euro.

Insgesamt fallen die Preise nach dem Mittagssprung schnell: Schon um 14.00 Uhr liegen sie nur noch 3,8 beziehungsweise 4,3 Cent über dem Tagesdurchschnitt, und um 18.15 Uhr liegen beide Preise bereits knapp unter dem Tagesdurchschnitt.

Nachtruhe lässt den Durchschnittspreis minimal steigen 

In der Nacht tut sich kaum etwas. Die Durchschnittspreise zeigen zwar überraschenderweise minimale Anstiege um 22.00 und 23.00 Uhr. Dahinter stecken aber keine verbotenen Preiserhöhungen, sondern nur die Tatsache, dass günstige Tankstellen nachts schließen und in dieser Zeit nicht in den Durchschnittspreis einfließen. Ab etwa 5.00 Uhr morgens beginnen die Preise dann wieder zu sinken, bis sie kurz vor 12.00 ihr Tagestief erreichen. 

Beim ADAC sieht man die 12-Uhr-Regel auf Basis der ersten Erfahrungen negativ, da sie das Tanken verteuere. Seit dem Start am 1. April liege das Preisniveau im Verhältnis zu Ölpreis und Dollarkurs höher, heißt es vom Verkehrsclub.

«Die Mineralölkonzerne preisen mit der einmaligen Erhöhung um 12.00 Uhr einen hohen Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abgebaut wird», kritisiert der ADAC. Zudem seien die Zeiträume, in denen man für weniger als den Tagesdurchschnitt tanken kann, kürzer geworden. Im alten Modell hätten Autofahrer günstiger tanken können, so das Fazit. Der ADAC hatte bereits vor Einführung der Regel vor einem solchen Effekt gewarnt. 

Blickt man auf die aktuellen Spritpreise, zeigt sich eine Stagnation. Im bundesweiten Tagesschnitt des Montags kostete ein Liter E10 2,061 Euro und damit 0,2 Cent mehr als am Sonntag. Ein Liter Diesel kostete 2,147 Euro und damit 0,5 Cent weniger als am Vortag. Die Preise sind seit ihren Hochs rund um Ostern deutlich gefallen - insbesondere bei Diesel. Zuletzt hat sich die Dynamik aber stark abgeschwächt.

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