Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt: Spritpreise fallen stark – E10 vielerorts unter 2 Euro

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der neue Tankrabatt lässt die Preise für Benzin und Diesel zum Start deutlich sinken. E10 kostet an vielen Tankstellen weniger als zwei Euro, regional zeigen sich jedoch große Unterschiede.

Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa

Der Tankrabatt hat am 1. Oktober vielerorts für stark fallende Spritpreise gesorgt: Benzin und Diesel wurden bereits um Mitternacht deutlich billiger.

Preise sinken über Nacht

Auf dem Spritpreisportal Tankerkönig sanken die deutschlandweiten Durchschnittspreise zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um rund 10 bis 11 Cent. Bis zum Morgen ging es weiter nach unten.

Der ADAC ermittelte um 8.00 Uhr für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,062 Euro je Liter. Das waren 14,5 Cent weniger als am Mittwoch zur gleichen Zeit. Diesel kostete im Schnitt 2,209 Euro und damit 15,2 Cent weniger als 24 Stunden zuvor.

E10 regional oft unter zwei Euro

In München, Stuttgart und Leipzig boten viele Tankstellen E10 für weniger als zwei Euro an. In Berlin gab es zahlreiche solcher Angebote, während sie in Hamburg und Köln nur selten beziehungsweise kaum verfügbar waren. Diesel blieb in der Regel deutlich teurer als zwei Euro.

Die Preise bewegen sich im Tagesverlauf stark. Bis zum Mittag können sie weiter sinken, steigen danach aber häufig deutlich an. Nach Angaben des ADAC erhöhten Tankstellen die Preise mittags oft um mehr als 20 Cent je Liter.

Steuerrabatt beträgt 16,7 Cent

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter. Eine direkte Verpflichtung der Tankstellen, den gesamten Betrag weiterzugeben, gibt es nicht.

Wie vollständig die Entlastung bei den Verbrauchern ankommt, soll sich in den kommenden Tagen zeigen. Beim früheren Tankrabatt war die Weitergabe ebenfalls umstritten; das Ifo-Institut kündigte an, die Wirkung erneut zu analysieren.

Teuerster Tankmonat bisher

Der September war nach Angaben der Bundesregierung und des ADAC der bislang teuerste Tankmonat. Im Tagesdurchschnitt kostete E10 am Mittwoch 2,242 Euro je Liter, Diesel 2,390 Euro. Gegenüber Montag waren die Preise damit um 3,4 beziehungsweise 3,5 Cent gefallen.

Die Bundesregierung brachte den Tankrabatt als Reaktion auf die hohen Kraftstoffpreise auf den Weg. Kritiker bemängeln unter anderem, dass die Maßnahme den Anreiz zum Spritsparen schwäche und nicht vollständig bei den Verbrauchern ankomme. Befürworter verweisen auf die schnelle Entlastung von Autofahrern.

Steuersenkung für drei Monate

Der Tankrabatt gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Die Energiesteuer sinkt um 14,04 Cent je Liter; weil dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 16,7 Cent. Der Rabatt wird bereits innerhalb der Lieferkette wirksam und ist keine direkte Erstattung an Autofahrer.

Für Verbraucher zählt deshalb nicht allein die Höhe des staatlichen Verzichts, sondern der Preis an der Zapfsäule. Internationale Rohöl- und Produktpreise, Beschaffungs- und Transportkosten, Lagerbestände sowie die Margen der Unternehmen können beeinflussen, wie stark die Senkung tatsächlich sichtbar wird. Eine gesetzliche Verpflichtung, den Endpreis exakt um 16,7 Cent zu reduzieren, besteht nicht.

Preisvergleich bleibt entscheidend

Die ersten Rückgänge zeigen, dass der Wettbewerb zwischen Tankstellen bereits zum Start eine wichtige Rolle spielt. Zugleich bestehen deutliche regionale Unterschiede: Während E10 in mehreren Städten unter zwei Euro angeboten wird, bleiben solche Preise in anderen Regionen selten. Der bundesweite Durchschnitt liegt dadurch über den günstigsten Einzelangeboten.

Die tägliche Preisbewegung gewinnt zusätzlich an Bedeutung. Nach der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen, während Senkungen jederzeit möglich sind. Für Autofahrer kann deshalb ein Vergleich verschiedener Stationen und ein Blick auf die Preise kurz vor dem mittäglichen Anstieg wichtiger sein als der pauschale Vergleich zweier Tagesdurchschnitte. Das Bundeskartellamt begleitet die Weitergabe der Entlastung; bei der früheren Maßnahme wurden nach seiner Bilanz 78 Prozent des Benzin- und 82 Prozent des Dieselrabatts weitergegeben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Bundeskartellamt: Tankrabatt muss an Autofahrer gehen“ (30.09.2026)

Der Bericht bestätige den Start des Tankrabatts in Höhe von rund 17 Cent je Liter und stelle die Kontrolle durch das Bundeskartellamt in den Mittelpunkt. Er führe an, bei der früheren Maßnahme seien 78 Prozent der Benzin- und 82 Prozent der Dieselentlastung weitergegeben worden; zugleich bleibe offen, ob die Unternehmen diesmal den gesamten Vorteil weiterreichten, da keine gesetzliche Pflicht bestehe.

BR24: „Tankrabatt: Kommt diesmal mehr Entlastung beim Verbraucher an?“ (01.10.2026)

Der Artikel bestätige die rechnerische Entlastung von knapp 17 Cent und erkläre, dass die Steuersenkung innerhalb der Lieferkette wirke. Anders als der WDR-Bericht konzentriere er sich auf die praktische Wirkung für Verbraucher und betone, dass internationale Preise, Kosten und Margen den Endpreis beeinflussen könnten; ein garantierter Preisnachlass an der Zapfsäule bestehe nicht.

Beide Berichte stellten den staatlichen Steuervorteil und die fehlende Weitergabepflicht heraus. Unterschiede lägen vor allem beim Schwerpunkt: Der WDR beleuchte die Marktaufsicht und frühere Weitergabequoten, während BR24 die Funktionsweise der Entlastung und den Preisvergleich für Verbraucher erläutere.

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