Tankrabatt, Spritpreise

Tankrabatt: Spritpreise fallen stark – E10 vielerorts unter 2 Euro

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der neue Tankrabatt hat die Preise an deutschen Tankstellen zum Start deutlich gedrückt. E10 kostete vielerorts zeitweise weniger als zwei Euro, während Diesel meist über dieser Marke blieb.

  • Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
    Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa
  • Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro.  - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro. - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Vereinzelt - wie hier in Berlin - kam es zu Schlangen an Tankstellen.  - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa
    Vereinzelt - wie hier in Berlin - kam es zu Schlangen an Tankstellen. - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa
Die Spritpreise sind deutlich gefallen - teils weit unter 2 Euro. - Bild: Robert Michael/dpa Nicht überall fiel der Preis für Super E10 unter zwei Euro.  - Bild: Sina Schuldt/dpa Vereinzelt - wie hier in Berlin - kam es zu Schlangen an Tankstellen.  - Bild: Benedikt von Imhoff/dpa

Der neue Tankrabatt hat die Spritpreise in Deutschland zum Start deutlich sinken lassen und an vielen Tankstellen für starken Andrang gesorgt.

Preise fallen zum Start kräftig

Bereits um Mitternacht wurden Benzin und Diesel abrupt billiger. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis am Donnerstag um 8.00 Uhr bei Super E10 um 14,5 Cent und bei Diesel um 15,2 Cent niedriger als zur gleichen Zeit am Vortag.

Bis 11.45 Uhr sank der Preis für E10 im bundesweiten Schnitt auf 2,052 Euro je Liter, Diesel kostete 2,197 Euro. Danach stiegen die Preise bis 12.15 Uhr um rund 20 Cent. Der Mittagssprung fiel damit etwas geringer aus als zunächst erwartet, blieb aber deutlich.

E10 vielerorts unter zwei Euro

Aus dem Tankstellenportal des ADAC gingen am Morgen und Vormittag zahlreiche Angebote für Super E10 unter zwei Euro je Liter hervor. Besonders häufig waren sie in München, Stuttgart und Leipzig zu finden, in Berlin gab es zahlreiche Angebote. In Hamburg und Köln waren solche Preise dagegen selten oder kaum zu finden.

Diesel blieb in der Regel klar teurer als zwei Euro. Die seit Einführung der 12-Uhr-Regel bekannten Preismuster blieben bestehen: Am späten Vormittag ist Kraftstoff typischerweise am günstigsten, mittags folgt ein deutlicher Anstieg.

Reger Andrang an Tankstellen

Viele Autofahrer hatten bereits vor dem Start der Steuersenkung getankt. An zahlreichen Tankstellen herrschte am späten Vormittag reger Betrieb, vereinzelt bildeten sich Schlangen.

Seit Mitternacht gilt für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, ein Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter. Eine direkte Verpflichtung der Tankstellen, die Entlastung vollständig weiterzugeben, gibt es nicht; wie viel davon bei den Verbrauchern ankommt, soll sich in den nächsten Tagen zeigen.

Weitergabe des Rabatts bleibt umstritten

Der ADAC erklärte am Vormittag, ein Großteil der steuerlichen Entlastung komme bei den Verbrauchern an. Zugleich mahnte der Automobilclub, die Preissenkungen dürften nicht durch spätere Erhöhungen wieder zurückgenommen werden.

Die Preise waren bereits am Dienstag und Mittwoch gefallen. Am Mittwoch kostete E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,242 Euro je Liter, Diesel 2,390 Euro. Gegenüber Montag waren das Rückgänge um 3,4 beziehungsweise 3,5 Cent.

Beim früheren Tankrabatt war umstritten, wie vollständig die Steuersenkung an den Zapfsäulen angekommen war. Das ifo Institut will die Weitergabe erneut untersuchen. Kritiker wie der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, und ifo-Präsident Clemens Fuest halten eine direkte Unterstützung einkommensschwacher Haushalte und kleiner Betriebe für zielgenauer als eine Entlastung an der Tankstelle.

Teuerster Tankmonat bislang

Der Tankrabatt wurde angesichts der zuvor extrem hohen Kraftstoffpreise beschlossen. Der September war nach den Angaben der Meldung der mit Abstand teuerste Tankmonat bisher; die Entwicklung schlug auch auf die Inflationsrate durch.

Die Mineralölwirtschaft weist den Vorwurf zurück, die Entlastung werde nicht vollständig weitergegeben. Befürworter argumentieren, es gebe derzeit kein besseres Mittel, um Autofahrer und Unternehmen kurzfristig zu entlasten.

Steuerentlastung mit begrenzter Preissicherheit

Die staatliche Entlastung beträgt rechnerisch rund 16,7 Cent je Liter und gilt vom 1. Oktober bis zum Jahresende. Sie entsteht durch die Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent; zusätzlich fällt auf den niedrigeren Steuerbetrag weniger Mehrwertsteuer an. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung entspräche das theoretisch etwa 8,35 Euro.

Für die tatsächliche Rechnung bleibt jedoch der Wettbewerb an der Zapfsäule entscheidend. Tankstellen müssen den Steuervorteil nicht in voller Höhe an Kunden weitergeben. Zudem können internationale Kraftstoffpreise, Beschaffungs- und Transportkosten sowie Margen die Wirkung der Steuersenkung verändern. Auch vorhandene Lagerbestände mit der zuvor höheren Steuerbelastung können die Umstellung verzögern.

Timing und regionale Unterschiede

Die seit April geltende 12-Uhr-Regel prägt den Tagesverlauf zusätzlich: Preise dürfen nur mittags erhöht, aber jederzeit gesenkt werden. Auswertungen zu mehr als 14.000 Tankstellen zeigen, dass E10 und Diesel im Durchschnitt kurz vor zwölf am günstigsten sind; der anschließende Preissprung kann den Vorteil einer frühen Tankfahrt teilweise aufzehren.

Für Autofahrer bedeutet das, dass der Rabatt nicht automatisch an jeder Tankstelle gleich groß ausfällt. Ein Preisvergleich bleibt besonders in Städten sinnvoll, wo die Unterschiede zwischen einzelnen Stationen zweistellig sein können. Die Maßnahme entlastet vor allem Menschen und Betriebe mit hohem Kraftstoffverbrauch, während Haushalte ohne Auto nicht unmittelbar profitieren. Zugleich kostet der dreimonatige Rabatt den Staat voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Tankrabatt: Ob und wie Sie jetzt sparen können“ (30.09.2026)

Der Bericht erläutere, die Entlastung betrage bei vollständiger Weitergabe knapp 17 Cent je Liter und könne bei einer 50-Liter-Füllung etwa 8,50 Euro ausmachen. Zugleich hebe er hervor, dass vorhandene Lagerbestände, steigende Ölpreise und eine mögliche höhere Nachfrage den Preisvorteil beeinflussen könnten; anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt stärker auf praktische Hinweise für Autofahrer.

BR24: „Tankrabatt: Kommt diesmal mehr Entlastung beim Verbraucher an?“ (01.10.2026)

BR24 bestätige den Start der Steuersenkung und schreibe, das Gesetz enthalte keine Verpflichtung, den Endpreis exakt um 17 Cent zu reduzieren. Der Bericht setze den Schwerpunkt auf die begrenzten Eingriffsmöglichkeiten des Staates und die Erfahrungen mit dem früheren Tankrabatt; offen bleibe damit vor allem, wie groß die Weitergabe diesmal über die gesamte Laufzeit ausfalle.

Beide Berichte bestätigten die rechnerische Entlastung und verwiesen auf die fehlende Garantie für eine vollständige Weitergabe. Unterschiede gebe es vor allem beim Schwerpunkt: Der WDR betone Timing und Kosten, BR24 die rechtlichen Grenzen und die frühere Erfahrung.

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