McDonald`s-Chef wünscht sich Perspektive für gut integrierte Flüchtlinge ohne Bleiberecht

10.02.2020 - 10:23:53

Der Deutschlandchef von McDonald’s Holger Beek bedauert die aktuelle Handhabung des Asylrechts bei gut integrierten Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive.

In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ betont der Deutschlandchef, dass das Unternehmen seit 2015 mehr als 5.000 Flüchtlingen Arbeit gegeben habe. Diese Menschen haben zu Beginn eine geringe Qualifikation und so gut wie keine Sprachkenntnisse, kämen „aber mit dem festen Willen, ihren Unterhalt allein (in Deutschland) zu bestreiten.“ Die Geflüchteten hätten die Chance ergriffen und durch ihren Job bei McDonald’s Deutsch gelernt. Leider würde aber das nationale Asylrecht gut integrierten Menschen oft die Chance nehmen, ihren Traum in Deutschland zu erfüllen. Es sei kein Einzelfall, dass Menschen mit einem geregelten Einkommen wieder in die Heimatländer abgeschoben werden. Diese Handhabung sei für ihn absolut unbegreiflich und treffe ihn auch als Menschen ganz besonders. Auch zum Thema Digitalisierung äußerte sich der Manager. So sieht er eine Verlagerung der Arbeit in den kommenden Jahren. „Ich denke nicht, dass der Personalbedarf bei uns signifikant sinkt.“ So wird zwar die Zusammenstellung der Menüs zukünftig noch stärker als bisher über Bestellterminals erfolgen, aber am Ende muss immer noch ein Mensch das Gericht zusammenstellen. Mc Donald’s ist hier nicht mit der Fertigung in der Automobilindustrie zu vergleichen und wird aus diesem Grund auch weiterhin einen großen Bedarf an Mitarbeitern haben. Nach Angaben von Beek arbeiten heute mehr als 60.000 Menschen bei dem Systemgastronomen. Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Tarifverhandlungen zwischen dem Unternehmensdachverband der Systemgastronomen und der Gewerkschaft NGG über einen neuen Tarifvertrag liegen beide Parteien aber noch grundsätzlich auseinander. Beek unterstützt eine Einigung und sagte: "Wir wollen einen neuen Tarifvertrag. Das unterstütze ich voll und ganz." Die Forderung der Gewerkschaft nach einem Einstiegslohn von zwölf Euro wird aber bisher von der Arbeitgeberseite als zu hoch gesehen.
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