Deutschland, Automobilindustrie

Conti-Abspaltung Aumovio bekommt Nexperia-Chips aus China

07.11.2025 - 14:13:34 | dpa.de

Der Autozulieferer Aumovio darf die umstrittenen Nexperia-Chips aus China nach Europa einführen. Kurz nach dem Börsengang ringt die Conti-Ausgründung um ihre Profitabilität.

Der Autozulieferer Aumovio wurde von Continental abgespalten und ging im September an die Börse (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
Der Autozulieferer Aumovio wurde von Continental abgespalten und ging im September an die Börse (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa

Grünes Licht für den Autozulieferer Aumovio: Trotz des heftigen Streits um den Halbleiter-Hersteller Nexperia darf das Frankfurter Unternehmen die entsprechenden Chips aus China beziehen. Man habe dafür eine Lizenz von der chinesischen Regierung erhalten, sagte Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt. Die Bauteile würden in die Niederlassung nach Budapest gebracht und von dort weiterverteilt. 

In den vergangenen Wochen hatte es große Sorgen in der Autoindustrie um einen möglichen Mangel der Bauteile gegeben. Die Chinesen hatten die allgemeine Ausfuhr gestoppt, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die von einer chinesischen Konzernmutter geführten Firma in Nimwegen übernommen hatte. Aumovio hat nun offenbar eine der von Peking angekündigten Einzelgenehmigungen erhalten. Ob auch andere Unternehmen eine solche Exportlizenz haben, blieb zunächst unklar.

Umsatz geht zurück

Ansonsten muss Aumovio deutliche Rückgänge in seinem Geschäft verkraften. Im dritten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich trotz weltweit anziehender Automobilproduktion um 6,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten verdiente Aumovio 150 Millionen Euro, fast ein Drittel (30 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. 

Aumovio-Chef Hirschheydt begründet die Entwicklung im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit Wechselkurs-Effekten und Bereinigungen im Angebot. «Wir sind ein Unternehmen in der Transformation. Wir müssen uns genau anschauen: Worin sind wir gut und wo müssen wir uns verbessern?» Zuletzt hat Aumovio ein Werk für Trommelbremsen in Italien verkauft. 

Die operative Marge sackte trotz gesunkener Forschungs- und Entwicklungskosten von 4,5 auf 3,3 Prozent ab. Unter dem Strich stand ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 19 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 73 Millionen Euro ein Jahr zuvor. 

Unternehmen will Vorteile der Eigenständigkeit nutzen

Continental hatte seine Autozuliefersparte abgespalten und unter dem Namen Aumovio im September an die Börse gebracht. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt baut an weltweit über 100 Standorten unter anderem Bremsen, Fahrwerke, Fahrzeugelektronik, Infotainment-Lösungen, Sensoren sowie Komponenten für das assistierte und automatisierte Fahren. 

Als eigenständiges Unternehmen könne man Prozesse auf den Automobilbereich zuschneiden und effizienter gestalten, erklärte Hirschheydt. «Wir müssen jetzt Quartal für Quartal zeigen, dass wir besser werden.» Auf verhaltenem Niveau werde das globale Autogeschäft im Moment etwas konstanter. China wachse deutlich schneller, während das europäische Marktvolumen weiterhin rückläufig sei. Aumovio schließe aber auch zunehmend mit chinesischen Autoherstellern Verträge ab.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 68333790 |

Weitere Meldungen

Studie: 12-Uhr-Regel steigert Profit der Konzerne Nach Einführung des Modells sind nicht nur die Spritpreise, sondern auch die Margen der Mineralölkonzerne gestiegen, sagen Wirtschaftsforscher. (Wirtschaft, 26.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Tesla sieht Trendwende - Experte nur Einmaleffekt. Bleibt der Rückenwind bestehen? So schätzt es der Branchenfachmann Dudenhöffer ein. Förderung von E-Autos, höhere Spritpreise - dies alles treibt den US-Elektroautobauer Tesla an. (Wirtschaft, 25.04.2026 - 06:00) weiterlesen...

Sprit, Prämien, öffentlicher Dienst – was sich im Mai ändert. Für Millionen Beschäftigte gibt es mehr Geld und für Autofahrer kommt eine Entlastung an der Tanksäule. Alles neu macht der Mai. (Politik, 25.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Spritpreise steigen deutlich - Rekordsprünge am Mittag Bundestag und Bundesrat haben den Tankrabatt auf den Weg gebracht - unterdessen wird Sprit an der Zapfsäule erst mal noch teurer. (Wirtschaft, 24.04.2026 - 13:59) weiterlesen...

Zweimonatiger Tankrabatt soll Spritpreis senken. Die Koalition entlastet Autofahrer. Politiker fordern die Mineralölkonzerne auf, den Tankrabatt an der Zapfsäule weiterzugeben. Die Spritpreise sind seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegen. (Politik, 24.04.2026 - 13:37) weiterlesen...

Tankrabatt beschlossen - was man wissen muss. Ab 1. Mai sollen Benzin und Diesel günstiger werden - befristet für zwei Monate. Worum es geht und was es mit einer Prämie auf sich hat. Tankrabatt beschlossen - was man wissen muss (Wirtschaft, 24.04.2026 - 13:00) weiterlesen...