Depot-Schließung: 730 Beschäftigte erhalten Kündigung zum 30. September
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die GDC Deutschland GmbH, die Betreibergesellschaft der Einzelhandelskette Depot, wird ihren Geschäftsbetrieb zum Ende des kommenden Monats einstellen.
Wie das Unternehmen am 26. August 2026 mitteilte, werden sämtliche Arbeits- und Mietverhältnisse zum 30. September 2026 gekündigt. Dieser Schritt markiert eine drastische Zuspitzung der wirtschaftlichen Lage des Filialisten, der sich bereits seit Mai 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung befindet.
Massenentlassungen und Freistellungen ab Ende August
Von der Einstellung des Geschäftsbetriebs sind nach aktuellen Angaben 730 Beschäftigte direkt betroffen. Die Zahl der drohenden Kündigungen hat sich damit innerhalb kurzer Zeit deutlich erhöht; noch Ende Juli war von 350 betroffenen Mitarbeitern die Rede gewesen. Für einen Teil der Belegschaft beginnt die berufliche Ungewissheit bereits unmittelbar: Ab Ende August ist eine teilweise Freistellung der Beschäftigten vorgesehen.
Als juristischer Grund für die Beendigung der Geschäftstätigkeit wird Masseunzulänglichkeit angeführt. Dies bedeutet, dass die vorhandenen Vermögenswerte der GDC Deutschland GmbH nicht mehr ausreichen, um die während des Insolvenzverfahrens entstandenen oder fällig gewordenen Verbindlichkeiten vollständig zu decken.
Massive Filialschließungen und Rückzug vom Markt
Der angekündigte Rückzug folgt auf eine Phase massiver Restrukturierungsversuche, in deren Verlauf das Filialnetz bereits erheblich ausgedünnt wurde. Ende Juni wurden bereits 66 der ursprünglich 150 Filialen geschlossen.
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Bis Anfang August folgten weitere 30 Standorte. Die nun beschlossene Einstellung des Betriebs betrifft auch die Kooperationen mit großen Lebensmitteleinzelhändlern: Die sogenannten Shop-in-Shop-Flächen der Marke Depot bei Rewe und Edeka stehen ebenfalls vor dem Aus.
Für die GDC Deutschland GmbH ist dies bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, nachdem das Unternehmen bereits im Jahr 2024 ein entsprechendes Verfahren durchlaufen musste.
Als wesentliche Ursachen für das Scheitern der Sanierung in Eigenverwaltung gelten neben einer allgemeinen Kaufzurückhaltung der Verbraucher auch externe Faktoren. So belasteten neue Zölle und der zunehmende Wettbewerbsdruck durch Plattformen wie Temu das Geschäftsmodell des Dekorationsspezialisten erheblich.
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Zukunft der Marke Depot in neuer Struktur
Trotz des Aus für die GDC Deutschland GmbH soll der Name Depot nicht vollständig vom Markt verschwinden. Inhaber Christian Gries plant, die Marke in einer anderen Gesellschaft fortzuführen. Sein Vorhaben sieht vor, den Betrieb mit einer deutlich verkleinerten Mannschaft weiterzuführen. Ob und in welchem Umfang dabei bestehende Standorte oder Vertriebswege übernommen werden können, blieb zunächst offen.
Die Kündigung aller Mietverträge zum 30. September deutet jedoch darauf hin, dass ein Neustart unter Gries auf einer völlig veränderten strukturellen Basis erfolgen müsste. Für die Gläubiger und die betroffenen Mitarbeiter der GDC Deutschland GmbH bedeutet die aktuelle Entwicklung zunächst den Abschluss eines Sanierungsversuchs, der die Fortführung des Unternehmens in seiner bisherigen Form nicht sicherstellen konnte.
