Denim-Waschindustrie, Chemikalien-Prozesse

Denim-Waschindustrie: Nur 28% der Chemikalien-Prozesse sind effizient

11.06.2026 - 07:31:54 | boerse-global.de

Unternehmen wie Plexus und BIRCO senken Treibhausgase deutlich und setzen auf erneuerbare Energien sowie Materialinnovationen.

Nachhaltigkeitsberichte 2025: Firmen zeigen deutliche Emissionsreduktion
Denim-Waschindustrie - Eine stilisierte Grafik zeigt sinkende Emissionen, überlagert von einem Blatt-Symbol, vor einer modernen Fabrik mit Solarpaneelen. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Dokumente zeigen deutliche Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Besonders ambitionierte Langfristziele bis 2033 rücken dabei in den Fokus.

Plexus Corp. senkt Emissionen um 15 Prozent

Der EMS-Anbieter Plexus Corp. veröffentlichte am 9. Juni seinen aktuellen Nachhaltigkeitsbericht. Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen sanken um 15 Prozent. Gleichzeitig steigerte das Unternehmen den Anteil eigener erneuerbarer Energien im Vergleich zum Vorjahr um 94 Prozent.

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Bis 2033 sollen die Treibhausgasemissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 um 54,6 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2023 sinken. Ein Zwischenziel sieht eine Reduktion von 25 Prozent bis Ende dieses Jahres vor.

BIRCO und Toro Company mit klaren Klimazielen

Die BIRCO GmbH meldete am 10. Juni ähnliche Erfolge. Das zur MÜLLER-STEINAG Gruppe gehörende Unternehmen senkte die Emissionen im Kerngeschäft Beton gruppenweit um 23 Prozent im Vergleich zu 2022. Parallel dazu stieg die Leistung der Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2025 um 1,62 GWh.

Auch The Toro Company legte am selben Tag neue Klimaziele fest. Der Konzern strebt bis 2030 eine Senkung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 15 Prozent an – Basis ist das Geschäftsjahr 2025.

Materialinnovationen: Kunststoffe und Kautschuk im Wandel

Ein Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsbestrebungen liegt auf der Umstellung von Produktionsmaterialien. Siemens Smart Infrastructure und BASF kooperieren beim Einsatz biomassebilanzierter Kunststoffe für den Leistungsschalter SIRIUS 3RV2. Durch die Nutzung spezieller Materialien wie Ultramid BMBcert und Ultradur BMBcert sollen jährlich rund 270 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

In der Kautschukindustrie arbeiten ARLANXEO und Covestro zusammen. Seit Anfang des Jahres basiert die gesamte Produktion von Chloropren-Kautschuk bei ARLANXEO auf ISCC-PLUS-zertifiziertem Chlor, das mit erneuerbarer Energie hergestellt wird. Das Treibhauspotenzial des Produkts Baypren sinke dadurch um etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch der Mittelstand zeigt sich innovativ. Die Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH & Co. KG erhielt Anfang des Jahres eine Auszeichnung für ihre Fortschritte in der Galvanotechnik. Das Unternehmen beschäftigt ein Viertel seiner Belegschaft in Forschung und Entwicklung und setzt auf PFAS-freie Beschichtungen sowie Kreislaufprozesse.

Chemikalieneinsatz bleibt Problemzone

Trotz der Fortschritte zeigen Branchenanalysen weiterhin Defizite auf. Ein am 5. Juni veröffentlichter Bericht zur Denim-Waschindustrie wertete über 100.000 Produktionsprozesse aus. Das Ergebnis: Während 85 Prozent der Prozesse bei der Energieeffizienz als gering belastend eingestuft wurden, galt dies nur für 28 Prozent der eingesetzten chemischen Verfahren. Bimsstein und Kaliumpermanganat finden demnach weiterhin in signifikantem Umfang Anwendung.

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Parallel zur betrieblichen Umsetzung gewinnt die politische Debatte um die Herstellerverantwortung an Schärfe. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) wandte sich am 9. Juni an die Bundesregierung. Der Verband warnt vor einer Zentralisierung der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien und fordert stattdessen ein kooperatives Wettbewerbsmodell für Sammlung, Sortierung und Verwertung. Die Stiftung EAR wurde dabei als mögliches Vorbild genannt.

Rohstoffsicherung und Kreislaufwirtschaft

Im Bereich der Batteriemineralien meldete Eurobattery Minerals am 9. Juni Fortschritte bei seinen Projekten in Finnland und Spanien. Für das Projekt Hautalampi wurde der Bebauungsplan genehmigt, in Spanien konnte die Bergbaulizenz um 30 Jahre verlängert werden. Das Unternehmen hat zudem Anträge auf den strategischen EU-Projektstatus (CRMA) gestellt, um die europäische Rohstoffversorgung für die Energiewende abzusichern.

Ergänzend dazu forcieren Unternehmen ihre Abfallstrategien. Plexus berichtet von acht Standorten, die bereits einen „Zero-Waste-to-Landfill“-Status erreicht haben. Die Abfallintensität konnte um 31 Prozent reduziert werden. The Toro Company meldete für 2025 die Umleitung von mehr als 18.000 Tonnen Abfall von Deponien und verfolgt das Ziel, bis 2030 eine Abfallvermeidungsquote von 90 Prozent zu erreichen.

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