Demokratische, Stabilität

Demokratische Stabilität: 78% der Führungskräfte sehen Erfolgsfaktor

14.06.2026 - 23:26:12 | boerse-global.de

Der HIV kritisiert das geplante Bundesgesetz als unverhältnismäßig und fordert stattdessen eine Weiterentwicklung bestehender Regelungen.

Berner Wirtschaftsverband lehnt neues Nachhaltigkeitsgesetz ab
Demokratische - Führungskräfte diskutieren Nachhaltigkeitsberichte an einem Konferenztisch, umgeben von Dokumenten und Bildschirmen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern (HIV) positioniert sich klar gegen nationale Alleingänge.

Berner Wirtschaftsverband lehnt Gesetzesentwurf ab

Der HIV lehnt den Vorentwurf für ein neues Bundesgesetz über die nachhaltige Unternehmensführung (NUFG) konsequent ab. In einer Stellungnahme Mitte Juni bezeichnete der Verband das Vorhaben als unverhältnismäßig.

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Die Kritik richtet sich vor allem gegen das geplante Aufsichtssystem und neue Haftungsregime. Nach Ansicht des Verbandes basiert der Entwurf auf einer unsicheren internationalen Grundlage – die entsprechende EU-Richtlinie (CSDDD) war bereits mehrfach Anpassungen unterworfen.

Statt einer neuen Gesetzgebung fordert der Wirtschaftsverband, bestehende Regelungen im Obligationenrecht weiterzuentwickeln. Das soll die administrative Belastung für Unternehmen begrenzen.

Demokratische Stabilität als Erfolgsfaktor

Die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage unter 505 Führungskräften. 78 Prozent der befragten Entscheider sehen einen direkten Zusammenhang zwischen demokratischer Stabilität und Unternehmenserfolg.

44 Prozent betrachten politische Stabilität als grundlegende Voraussetzung für Planungssicherheit. Knapp jeder zehnte Befragte stuft sie sogar als geschäftskritisch ein.

Sorgen bereitet der Wirtschaft zudem der Einfluss demokratiefeindlicher Akteure. 62 Prozent der Führungskräfte bewerten deren politisches Wirken als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung.

Nachhaltigkeit trotz Regulierungsdebatte

Trotz der Diskussionen um Regulierung setzen Unternehmen weltweit verstärkt auf Nachhaltigkeit. Das vietnamesische Pharmaunternehmen Imexpharm wurde im Juni als eines der 50 nachhaltigsten Unternehmen des Landes ausgezeichnet.

Die Auszeichnung betrifft insbesondere die Bereiche Produktqualität und Unternehmensführung. Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer strategischen Neuausrichtung statt: Im Mai übernahm die Livzon Pharmaceutical Group, selbst in Nachhaltigkeitsindizes gelistet, eine Mehrheitsbeteiligung von 67,87 Prozent an Imexpharm.

Neue Werkzeuge für die Berichterstattung

Parallel zur regulatorischen Debatte wandeln sich die Werkzeuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die GFU Cyrus AG bietet für die kommenden Monate spezialisierte Schulungen an – unter anderem zu KI-gestützten Nachhaltigkeitsberichten und dem Aufbau von Managementsystemen.

Auch akademische Institutionen erweitern ihr Angebot. Die Frankfurt School of Finance & Management startet im September einen sechsmonatigen Zertifikatskurs für nachhaltige Agrarfinanzierung.

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KI-Risiken und praktische Lösungen

Gleichzeitig warnen Experten vor neuen Risiken durch die Digitalisierung. Der Historiker Yuval Noah Harari betonte in der aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz die Gefahren einer möglichen Rechtspersönlichkeit für KI-Agenten. Ohne klare menschliche Haftung könnten KI-Systeme Gesetzeslücken ausnutzen – das gefährdet die Grundfeste verantwortungsvoller Unternehmensführung.

In der industriellen Forschung entstehen derweil praktische Lösungen. Das Fraunhofer CCPE arbeitet im Projekt CircularInFoam an halogenfreien Dämmstoffen auf Basis von Polymilchsäure (PLA). Erste Ergebnisse zeigen: Diese nachhaltigen Alternativen erreichen bei der Wärmeleitfähigkeit bereits das Niveau herkömmlicher EPS-Systeme. Für die Optimierung des Brandschutzes und die industrielle Umsetzung sucht das Institut derzeit Kooperationspartner aus der Wirtschaft.

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