Delivery-Hero-Übernahme: Uber zahlt 12,7 Milliarden Euro für Berlin-Lieferdienst
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 13:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Angebot liegt bei 41,50 Euro je Aktie – und die Mindestannahmeschwelle ist bereits geknackt.
Großaktionäre stehen hinter dem Deal
Uber bietet den Aktionären von Delivery Hero 41,50 Euro pro Aktie in bar. Damit bewertet der Konzern das Berliner Unternehmen mit rund 12,7 Milliarden Euro. Mitte Juli unterzeichneten beide Seiten ein Business Combination Agreement.
Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Diese Hürde gilt als bereits genommen: Uber kontrolliert über seine Tochter SMB Holding und Derivate rund 37 Prozent der Anteile. Hinzu kommt eine unwiderrufliche Zusage der Prosus-Tochter MIH Food Delivery Holdings, die weitere 16,8 Prozent hält. Das wirtschaftliche Gesamtinteresse von Uber liegt damit bei über 53 Prozent.
Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von rund 127 Prozent auf den Drei-Monats-Durchschnittskurs vor dem 8. Mai. Gegenüber dem Durchschnittskurs vor der Angebotsbekanntgabe sind es rund 34 Prozent Aufschlag. Analysten merken an: Uber hatte im Mai noch ein niedrigeres Angebot von 38 Euro je Aktie erwogen.
Zerschlagung des Portfolios soll Regulierer besänftigen
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Parallel zur Übernahme verkauft Delivery Hero Geschäftsbereiche in 14 Ländern an die Investmentgesellschaft SSW Partners. Der Kaufpreis: 1,4 Milliarden Euro. Betroffen sind unter anderem Österreich, Schweden, Norwegen, Spanien, die Türkei sowie mehrere Märkte in Osteuropa und Südamerika.
Die Zerschlagung dürfte wettbewerbsrechtliche Bedenken zerstreuen. Die Regulierungsbehörden hatten Konsolidierungsschritte auf dem europäischen Liefermarkt zuletzt kritisch geprüft. Im Gegenzug verpflichtet sich Uber zu Investitionen von zwei Milliarden Euro am Standort Deutschland bis 2031. Mit dem Vollzug der Transaktion rechnet der Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2027.
Stripe jagt PayPal – Fusionen im Tech-Sektor boomen
Die Delivery-Hero-Offerte reiht sich in eine Welle von Übernahmen im Technologiesektor ein. Der Zahlungsdienstleister Stripe hat gemeinsam mit Finanzinvestor Advent International ein Gebot für PayPal vorgelegt. Das Konsortium bietet 60,50 US-Dollar je Aktie – das entspricht einem Volumen von rund 53 Milliarden US-Dollar. Finanzierungszusagen über 50 Milliarden US-Dollar liegen bereits vor.
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Auch im deutschen Bankensektor tut sich etwas. Bundeskanzler Merz erklärte Mitte Juli, die Bundesregierung werde eine Fusion der Commerzbank mit der italienischen UniCredit nicht blockieren. UniCredit hat sich nach der zweiten Annahmefrist Zugriff auf 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert. Der Bund hält weiterhin rund 12 Prozent.
In kleineren Segmenten setzt sich der Konsolidierungstrend fort. EssilorLuxottica übernahm den Pariser VR-Spezialisten Lynx, die Merkur Group kaufte die White Hat Studios und baut so ihre Präsenz im US-iGaming-Markt aus. Im Rohstoffsektor erhöhte Predictive Discovery seine Beteiligung an Awalé Resources durch eine Investition von 10 Millionen US-Dollar auf nunmehr 12,3 Prozent.
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