DAX-Aufsichtsräte, Frauenanteil

DAX-Aufsichtsräte: Frauenanteil 38,3%, in Führungsausschüssen nur 12%

16.06.2026 - 22:50:38 | boerse-global.de

SAP-Betriebsrat wird 20. Der Artikel zeigt die Entwicklung von Gründungsfragen hin zu KI und Sparprogrammen auf.

SAP-Betriebsrat feiert 20 Jahre: Von Gründung bis KI
DAX-Aufsichtsräte - Eine vielfältige Gruppe von Menschen, darunter Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, sitzt um einen Konferenztisch. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Gremium wurde 2006 gegründet – SAP war damals das letzte DAX-Unternehmen, das eine Arbeitnehmervertretung einführte.

Von Gründungsfragen zu KI und Sparprogrammen

In zwei Jahrzehnten hat sich die Rolle des Gremiums grundlegend gewandelt. Standen anfangs organisatorische Fragen im Fokus, geht es heute um komplexe Themen wie künstliche Intelligenz, milliardenschwere Sparprogramme und eine sinkende Wahlbeteiligung. Das Jubiläum markiert eine Phase, in der sich der Betriebsrat neu beweisen muss.

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Frauenanteil in Aufsichtsräten: Licht und Schatten

Eine Studie von Russell vom Mai 2026 zeigt: Die Vielfalt in den Führungsetagen der DAX-40-Unternehmen hat noch Luft nach oben. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten erreichte mit 38,3 Prozent zwar einen neuen Höchststand. Doch in den entscheidenden Ausschüssen sieht es anders aus.

In den einflussreichen Präsidialausschüssen liegt der Frauenanteil bei lediglich 12 Prozent. Ähnlich düster sieht es in den Nominierungsausschüssen aus: Nur 12,5 Prozent der Vorsitze sind hier mit Frauen besetzt. Aktuell führen fünf Frauen einen Aufsichtsrat im DAX 40 an – darunter Simone Bagel-Trah bei Henkel, Katrin Suder bei DHL und Sabrina Soussan bei Continental.

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch in der Verweildauer: Männer bleiben im Schnitt 9,5 Jahre im Amt, Frauen nur 5,4 Jahre.

Konflikte um Stellenabbau und Sparprogramme

Die praktische Arbeit der Betriebsräte ist derzeit von Restrukturierungen geprägt. Bei der Zeiss-Gruppe kündigte die Konzernleitung ein mehrjähriges Sparprogramm an – mit jährlichen Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich. Die IG Metall kritisierte den Schritt scharf. Grund: Das Unternehmen hatte erst im Mai 2026 EU-Halbleiterbeihilfen in Höhe von 222 Millionen Euro erhalten.

An Standorten wie Aalen und Göttingen konnten Betriebsräte die schwersten Einschnitte abmildern. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen bleibt aber offen.

Auch am DHL-Hub in Leipzig gibt es Zoff um die Personalentwicklung. Die Gewerkschaft DPVKOM wirft dem Unternehmen einen verdeckten Stellenabbau vor. Laut Angaben sank die Zahl der Beschäftigten von über 7.000 Anfang 2024 auf rund 6.000 zu Beginn des Jahres 2026. DHL spricht von natürlicher Fluktuation und nicht nachbesetzten Stellen.

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Reformdialog im Kanzleramt: Einigkeit nur in der Krise

Am 10. Juni trafen sich Bundeskanzler Friedrich Merz, Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und DGB-Chefin Yasmin Fahimi zum Reformdialog. Einigkeit bestand lediglich über die Schwere der wirtschaftlichen Krise. Bei den Forderungen zu Bürokratieabbau, Steuern und Arbeitsmarkt gingen die Positionen weit auseinander.

Entgelttransparenz: Deutschland hinkt hinterher

Die Umsetzungsfrist für die EU-Entgelttransparenzrichtlinie endete am 7. Juni – ein entsprechendes deutsches Gesetz für die Privatwirtschaft fehlt noch. Das Bundesfamilienministerium plant das Inkrafttreten für Anfang 2027. Berichtspflichten sollen erst ab Juni 2028 greifen.

Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Arbeitgeber Gehaltsspannen bereits vor dem ersten Gespräch nennen müssen. Das Abfragen des vorherigen Gehalts wird untersagt.

Tarifbindung macht den Unterschied

Eine Analyse des WSI-Instituts für den Zeitraum 2025/2026 zeigt: Nur 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft erhalten Urlaubsgeld. In tarifgebundenen Betrieben sind es 73 Prozent, in Unternehmen ohne Tarifvertrag nur 35 Prozent.

Auch hier klafft eine Geschlechterlücke: 49 Prozent der Männer beziehen Urlaubsgeld, aber nur 38 Prozent der Frauen.

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