DATEV modernisiert Rechenzentrum: Wartungsarbeiten bis Sommer 2026
03.05.2026 - 10:29:52 | boerse-global.deSteigende Anforderungen durch Cloud-Dienste und KI-Anwendungen zwingen die Genossenschaft zum Handeln.
Geplante Ausfälle im Überblick
Der nächste große Wartungstermin steht am 15. und 16. Mai 2026 an. Dann nehmen Techniker eine umfassende Hardware-Neukonfiguration vor. Bereits am Wochenende des 24. und 25. April hatten die Experten erfolgreich ein System-Update abgeschlossen und die Auslastung neu verteilt.
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Doch nicht nur an Wochenenden wird gearbeitet. Für Mittwoch, den 6. Mai 2026, sind kleinere Eingriffe geplant: Zwischen 20:00 und 23:00 Uhr stehen Dienste wie „DATEV Unternehmen online" und „DATEV Auftragswesen next" nur eingeschränkt zur Verfügung. Solche Abendtermine nutzt das Unternehmen für Oberflächen-Modernisierungen und Routine-Patches.
Der vorerst letzte große Frühlings-Termin folgt am 12. und 13. Juni 2026. DATEV betont, dass die Maßnahmen gezielt verteilt sind, um Ausfälle während der Steuerfristen und Monatsabschlüsse zu vermeiden.
Lehren aus dem Großausfall 2025
Der Druck zur Modernisierung hat einen konkreten Auslöser: Am 10. Februar 2025 fiel das DATEV-Rechenzentrum stundenlang aus. 99 Dienste waren nicht erreichbar. Ab 10:30 Uhr konnten Nutzer weder auf ihre Konten zugreifen noch digitale Personalakten bearbeiten. Zwar liefen die Systeme am Nachmittag wieder, doch Verzögerungen zogen sich bis 22:30 Uhr.
Besonders bitter: Die Übertragung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnabrechnungen an die Finanzämter war blockiert. DATEV stellte daraufhin offizielle Bescheinigungen aus, mit denen Mitglieder versäumte Fristen begründen konnten. Der Vorfall machte deutlich, wie verwundbar die Infrastruktur war – und wie dringend der „Hardware-Umbau" in Nürnberg ist.
Cloud-Boom treibt Investitionen
Trotz der Altlasten wächst DATEV rasant. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf 1,65 Milliarden Euro – ein Plus von neun Prozent. Der Treiber: Cloud-Dienste. Sie machen inzwischen 45,9 Prozent des Umsatzes aus, rund 756,6 Millionen Euro.
Die Plattform „DATEV Unternehmen online" zählt über 750.000 Nutzer, die Daten für rund 1,7 Millionen Unternehmen austauschen. Besonders die Einführung der Pflicht-E-Rechnung treibt die Digitalisierung im deutschen Mittelstand voran. Gleichzeitig boomen KI-Anwendungen: Die Erlöse aus automatisierten Buchungsvorschlägen haben sich 2025 fast verdreifacht.
Was Steuerberater und Unternehmen jetzt beachten müssen
Für kleine Betriebe und Kanzleien wird die Vorbereitung auf Wartungsfenster zum Alltag. Experten raten, regelmäßig das Portal „RZ-Status" oder die zugehörige App zu checken. Da größere Eingriffe meist am Wochenende stattfinden, sollten dringende Übermittlungen bis Freitagabend erledigt sein – sonst drohen „Error 503"-Meldungen beim System-Neustart.
Praktisch ist der „Wartungs-Newsletter", der wöchentlich über anstehende Arbeiten informiert. Für „DATEV Unternehmen online" gibt es zudem spezielle Leitfäden, um nach Wartungsfenstern die Verbindung wiederherzustellen.
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Spagat zwischen Alt und Neu
Die Genossenschaft mit über 40.000 Mitgliedern steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Der Umstieg von lokalen Installationen auf Cloud-native Umgebungen erfordert den parallelen Betrieb alter Mainframe-Systeme und neuer Architekturen. Die Zahlen zeigen, wie hoch die Abhängigkeit ist: Über 14,7 Millionen Lohnabrechnungen laufen monatlich über DATEV-Systeme. Jede Störung kann die Gehaltszahlungen für Millionen Beschäftigte in Deutschland verzögern.
Ausblick: Was 2026 noch kommt
Nach den Mai- und Juni-Terminen stehen weitere Modernisierungen im Sommer und Herbst an. Dann wird das Team voraussichtlich „Standout"-Übungen durchführen – jährliche Tests zur Überprüfung der Ausfallsicherheit verschiedener Standorte.
Gelingt der Umbau, schafft DATEV die Kapazitäten für den weiteren KI-Rollout und die steigenden Datenmengen durch die E-Rechnung. Die Häufigkeit der Wartungsfenster mag manche Nutzer nerven – doch das Unternehmen setzt darauf, dass sich die Investition auszahlt. Ein erneuter Großausfall wie im Februar 2025 soll sich nicht wiederholen.
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