Datenschutz: Südkorea verpflichtet Fintech ab 20. August zu API-Umstieg
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die südkoreanische Datenschutzkommission (PIPC) hat die Konsultationsphase zur Reform des nationalen Datenschutzgesetzes abgeschlossen. Das Vorhaben sieht neue Bestimmungen zur Datenübertragbarkeit für große Beschäftigungsplattformen vor. Die Reform soll den Austausch von Informationen zwischen Dienstleistern standardisieren und sicherer machen.
Umstellung auf API-Schnittstellen
Ein zentraler Punkt: Das MyData-System regelt ab dem 20. August die öffentliche Datenübertragbarkeit. Unternehmen, besonders im Fintech-Bereich, müssen von „Screen Scraping“ auf offizielle API-Schnittstellen umstellen. Das erhöht die Datensicherheit und macht den Austausch kontrollierbarer.
Kommissionsvorsitzende Song Kyung-hee kündigte jedoch eine schrittweise Umstellung an – kein hartes Verbot zum Stichtag. Rund 700 Vorabvereinbarungen hat die Behörde bereits genehmigt, um besonders kleineren Unternehmen den Übergang zu erleichtern. Die Übergangsfrist läuft bis Ende August. Sicherheitsinvestitionen bleiben für alle Marktteilnehmer verpflichtend.
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Neues KI-Gesetz für den öffentlichen Sektor
Am 28. August tritt zusätzlich ein Gesetz zur Förderung KI-basierter Verwaltung in Kraft. Es regelt die Verantwortung öffentlicher Institutionen bei automatisierten Entscheidungen. Kritiker bemängeln: Die Schutzbestimmungen für Bürger seien verstreut, Betroffene hätten nur eingeschränkte Rechte.
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Datenleck bei Oppositionspartei
Die Notwendigkeit strengerer Kontrollen zeigt ein aktueller Fall: Die Demokratische Partei Koreas entschuldigte sich für ein Datenleck auf ihrer Mitgliederplattform Bluwave. Betroffen sind 17.088 Mitglieder – Nutzernamen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter. Der Vorfall aus September 2025 wurde erst am 6. August entdeckt. Polizei und Datenschutzbehörde sind eingeschaltet.
Haftstrafe für Industriespionage
Auch beim Schutz von Betriebsgeheimnissen gehen die Behörden härter vor. Ein Gericht bestätigte 18 Monate Haft für einen Ex-Mitarbeiter von SK Hynix. Er hatte Dokumente zu CMOS-Sensoren an ein chinesisches Unternehmen weitergegeben – obwohl der Halbleiterhersteller das Geschäft damit bereits Anfang 2025 aufgegeben hatte. Die Rechtsprechung setzt damit ein klares Zeichen zum Schutz geistigen Eigentums.
