Datenschutz, CSU

Datenschutz: CSU blockiert Reform – Schufa speichert 68 Millionen

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die CSU blockiert die geplante Datenschutzreform, während die Schufa Daten von 68 Millionen Menschen speichert. Sicherheitslücken bei digitalen Identitäten und neue Datenlecks verschärfen die Debatte.

Schufa-Daten von 68 Mio. Bürgern: CSU stoppt Reform
Abstrakte Darstellung von Datenflüssen und digitalen Schnittstellen, die Datenschutz, Verbraucherdaten und Regulierung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während die Schufa ihr Scoring-Modell bereits im Frühjahr reformierte, zeigen neue Erkenntnisse das Ausmaß der gespeicherten Informationen. Gleichzeitig blockiert die CSU die geplante Datenschutzreform.

Schufa unter Druck

Die Wirtschaftsauskunftei speichert Daten von rund 68 Millionen Menschen in Deutschland – das entspricht dem Großteil der erwachsenen Bevölkerung. Schufa-Chefin Tanja Birkholz verordnete dem Unternehmen zwar im März 2026 eine umfassende Reform mit neuem Score-Verfahren. Doch Datenschützer zeigen sich alarmiert über die weiterhin verarbeiteten Datenmengen.

Besonders brisant: Nach der Restschuldbefreiung müssen Verbraucher die Löschung nicht nur bei der Schufa beantragen, sondern auch bei anderen Anbietern wie CRIF, Creditreform Boniversum oder infoscore. Die Speicherfristen wurden zwar durch EU-Vorgaben verkürzt. Ein Beschluss zur Befreiung wird nach einer zweiwöchigen Beschwerdefrist rechtskräftig.

CSU bremst Reform aus

Auf politischer Ebene herrscht Stillstand. Trotz grundsätzlicher Einigung innerhalb der Koalition stoppte Alexander Dobrindt (CSU) den Prozess. Die genauen Hintergründe der Verzögerung blieben zunächst unklar.

Die Reform kommt in einer Branche an, die personell am Limit arbeitet. Eine Umfrage unter 500 Verantwortlichen zeigt: Nur 16 Prozent kümmern sich ausschließlich um Datenschutz. Bei 22 Prozent liegt die Zuständigkeit zusätzlich im Bereich IT-Sicherheit. In 17 Prozent der Fälle übernimmt die Geschäftsführung selbst diese Aufgabe.

Kein Wunder, dass 37 Prozent der Verantwortlichen die gesetzlichen Anforderungen als zunehmend komplex bewerten. Drohen doch Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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Sicherheitsbedenken bei digitaler Identität

Auch die geplante European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) gerät unter Beschuss. Rund 400 Experten aus 29 Ländern fordern eine Aussetzung des Projekts. Die Wallet soll Ausweise, Führerscheine und Bankdaten bündeln – doch Sicherheitsmängel sorgen für Kritik. Vergleiche zum indischen Aadhaar-System, das massive Datenlecks verzeichnete, machen die Runde.

KI-Überwachung in Berlin

Die Berliner Polizei setzt künftig auf KI-gestützte Videoüberwachung. Das Unternehmen Adesso SE erhielt den Zuschlag für einen Verhaltensscanner an kriminalitätsbelasteten Orten. Budget: 4 Millionen Euro. Los geht es am Kottbusser Tor.

In der Schweiz beschlossen die Behörden unterdessen eine landesweite Betreibungsauskunft. Creditreform-Präsident Raoul Egeli warnt jedoch: Das Register ersetze keine professionelle Bonitätsprüfung. Konkurse blieben daraus nicht unmittelbar erkennbar.

Datenlecks reißen nicht ab

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Die Sicherheit von Verbraucherdaten bleibt gefährdet. Bei einem Dienstleister von Lidl entwendeten Unbekannte am 10. Juli 2026 Kundendaten – darunter Namen, Geburtsdaten und Telefonnummern. Mitte Mai wurde eine unverschlüsselte Datenbank im Umfeld von Nextcloud entdeckt, die rund 367.000 Einträge umfasste.

International sorgt ein massiver Datenabfluss für Aufsehen: Rund 1,7 Millionen medizinische Datensätze von Bürgern wurden im Internet veröffentlicht.

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