Datenschutz: BDK fordert Schutz vor KI-Mosaik-Effekt bei Behördendaten
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert eine grundlegende Neuregelung im Umgang mit staatlichen Informationen. Wie aus Berichten vom 7. September 2026 hervorgeht, sieht der Verband nach einem Praxistest die Notwendigkeit, den Schutz behördlicher Daten vor den Analysekapazitäten moderner Künstlicher Intelligenz (KI) massiv zu verstärken.
Im Kern geht es darum, dass KI-Systeme in der Lage sind, öffentlich zugängliche Einzelinformationen so zu verknüpfen, dass daraus neue Sicherheitsrisiken für staatliche Institutionen entstehen.
Der Mosaik-Effekt als neue Sicherheitsbedrohung
Die Warnung des BDK stützt sich auf die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz öffentliche Behördendaten effizienter auswerten kann als herkömmliche Methoden. Dabei spielt der sogenannte Mosaik-Effekt eine zentrale Rolle.
Der BDK-Vorsitzende Dirk Peglow erläuterte hierzu, dass für die Bewertung der Sicherheitslage nicht mehr nur der einzelne Mosaikstein entscheidend sei. Vielmehr müsse das Gesamtbild betrachtet werden, das durch die automatisierte Zusammenführung verschiedener Datenquellen entstehe.
Nach Einschätzung des Verbandes besteht die Gefahr, dass der Staat durch eine zu weit gefasste Veröffentlichungspraxis unfreiwillig seine eigene Angreifbarkeit dokumentiert.
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Peglow betonte in diesem Zusammenhang, dass Transparenz nicht dazu führen dürfe, dass staatliche Strukturen ihre eigene Verwundbarkeit immer präziser und für KI-Systeme auswertbar offenlegen. Die Verknüpfung von Informationen, die isoliert betrachtet harmlos erscheinen, könne in der Summe sensible Einblicke in Sicherheitsarchitekturen gewähren.
Forderungen nach systematischer Prüfung und Red-Teams
Um diesen neuen Bedrohungsszenarien zu begegnen, hat der BDK einen konkreten Katalog an Maßnahmen vorgelegt. Eine zentrale Forderung ist die Einführung einer systematischen Sicherheitsprüfung für alle staatlichen Veröffentlichungen. Diese solle insbesondere als ressortübergreifende Mosaikprüfung ausgestaltet sein. Damit soll verhindert werden, dass Informationen aus verschiedenen Ministerien oder Behörden erst durch ihre Kombination eine kritische Aussagekraft erhalten.
Zusätzlich spricht sich der Verband für die Etablierung von sogenannten Informations-Red-Teams aus. Diese Einheiten hätten die Aufgabe, staatliche Datenbestände gezielt aus der Perspektive potenzieller Angreifer unter Einsatz von KI-Werkzeugen zu untersuchen. Auf diese Weise könnten Sicherheitslücken in der Informationsbereitstellung frühzeitig erkannt und geschlossen werden, bevor sie von Akteuren mit böswilligen Absichten ausgenutzt werden.
Überprüfung der Transparenzpflichten im KI-Zeitalter
Ein weiterer wesentlicher Punkt in der Argumentation des BDK ist die Überprüfung der bestehenden Transparenzpflichten. Der Verband warnt davor, dass herkömmliche Konzepte von Informationsfreiheit im Zeitalter von Big Data und Künstlicher Intelligenz an ihre Grenzen stoßen könnten.
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Wenn die Summe öffentlicher Informationen dazu geeignet sei, die staatliche Sicherheit zu unterhöhlen, müsse der Gesetzgeber die Abwägung zwischen dem Informationsrecht der Öffentlichkeit und dem Schutz des Gemeinwesens neu bewerten.
Die Kriminalbeamten fordern daher eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um sicherzustellen, dass die Veröffentlichung staatlicher Informationen nicht zum Sicherheitsrisiko wird. Ziel der vorgeschlagenen Neuregelungen sei es, eine Balance zu finden, die einerseits demokratische Transparenz ermöglicht, andererseits aber der technologischen Entwicklung im Bereich der Datenanalyse Rechnung trägt.
