Datenleck ZOiS: Hacker erbeuten Daten russischer Kooperationspartner
26.06.2026 - 00:06:49 | boerse-global.de
Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf interne Dateiserver. Dabei erbeuteten sie mutmaßlich personenbezogene Daten russischer Staatsangehöriger, die mit dem Berliner Institut zusammenarbeiten.
Der Vorfall ereignete sich bereits vor mehreren Wochen. Das Institut machte ihn erst jetzt öffentlich. Die Forschungseinrichtung erstattete Anzeige. Die Hacker sollen bei ihrem Angriff explizit auf angebliche anti-russische Inhalte verwiesen haben.
Gefahr für russische Kooperationspartner
Das ZOiS wird in Russland seit 2023 als unerwünschte Organisation geführt. Für russische Staatsbürger ist die Zusammenarbeit damit rechtlich riskant. Durch den möglichen Datenabfluss könnten Belege für eine Kooperation nun in falsche Hände geraten – mit potenziell strafrechtlichen Konsequenzen für die Betroffenen.
Direktorin Gwendolyn Sasse zeigte sich besorgt: Der Diebstahl der Personendaten gefährde insbesondere russische Staatsangehörige. Das Institut forscht schwerpunktmäßig zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Osteuropa.
Digitale Bedrohungslage verschärft sich
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Der Angriff auf das ZOiS ist kein Einzelfall. Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen bezeichnete Cyberattacken jüngst als Seismographen für geopolitische Spannungen. Auch Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), warnte vor einer neuen Zeitrechnung der Cybersicherheit. Künstliche Intelligenz verschärfe die Bedrohungslage zusätzlich.
Die Behörden registrieren einen deutlichen Anstieg von Ransomware-Fällen. Waren es 2024 noch 950 Fälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 1.041 an.
Weitere Sicherheitsvorfälle an Forschungseinrichtungen
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Parallel zum ZOiS-Vorfall wurden neue Details zu möglichen Sicherheitslücken am Cispa Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken bekannt. Dort läuft eine externe Sonderprüfung wegen des Verdachts auf Wissenschaftsspionage im Zusammenhang mit Kooperationen in Ostasien. Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Dienstgeschäften entbunden, wies die Vorwürfe jedoch zurück.
Sicherheitsbehörden riefen Hochschulen und Institute dazu auf, ihre Schutzmaßnahmen zu verstärken. Im Fokus stehen die Überprüfung von IT-Infrastrukturen und die Sensibilisierung für Ausspähversuche. Das ZOiS prüft unterdessen den Umfang des Datenabflusses, um betroffene Personen über potenzielle Risiken informieren zu können.
