Datendiebstahl, Liechtenstein

Datendiebstahl Liechtenstein: 31.000 Datensätze aus Finanzregister gestohlen

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberangriff auf Liechtensteins Transparenzregister legt 31.000 Datensätze offen. Parallel fordert die BaFin von der Nord/LB ein Sanierungskonzept für mangelhafte Kundendaten.

Liechtenstein: 31.000 Datensätze gestohlen – BaFin greift bei Nord/LB durch
Modernes Serverraum-Interieur mit blau leuchtenden Datenkabeln als Symbol für Cybersicherheit und Datenschutz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Unbekannte Täter haben das Transparenzregister in Liechtenstein attackiert und sensible Daten kopiert. Parallel dazu gerät die Nord/LB ins Visier der BaFin.

Massiver Datendiebstahl im Fürstentum

In der Nacht auf den 30. Juli drangen Angreifer in das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen (VwbP) ein. Rund 31.000 Datensätze wurden kopiert, darunter Namen, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeiten und Wohnsitzländer. Die Regierung informierte am 31. Juli über den Vorfall, einen Tag später tagte der Krisenstab unter Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas.

Das Register dient seit 2021 der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Nach Entdeckung des Angriffs nahm die Behörde die Plattform umgehend vom Netz. Veränderte oder gelöschte Daten? Fehlanzeige. Der Bankenverband betont: Weder Banken noch spezifische Kundendaten seien betroffen. Juristen warnen dennoch vor Identitätsmissbrauch, Phishing und CEO-Fraud.

BaFin rügt Nord/LB

Wenige Tage später wird ein zweiter Fall bekannt: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beanstandet schwere Mängel bei der Aktualisierung von Kundendaten der Nord/LB. Die Anordnung ist seit dem 14. Juni bestandskräftig.

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Das Institut muss ein Sanierungskonzept vorlegen und Rückstände bei der Datenpflege abarbeiten. Konkrete Geldwäschevorfälle? Bislang keine Hinweise. Kundengelder? Nicht gefährdet. Doch der regulatorische Druck auf Banken wächst – veraltete Informationssysteme werden zunehmend zum Risiko.

KI-Crawler greift auf Versicherungsdaten zu

Auch automatisierte Systeme sorgen für Probleme: Bereits am 7. Juli konnte ein KI-Crawler von OpenAI für wenige Stunden auf Kundendaten der uniVersa Versicherungen zugreifen. Namen, Adressen und teils Bankdaten wurden erfasst – sensible Gesundheitsdaten und Login-Informationen blieben laut Unternehmen geschützt.

Die Vorfälle häufen sich in einer Phase verschärfter Regulierung. Schon im Oktober 2025 warnte das Expertengremium MONEYVAL vor unzureichenden Datenprüfprozessen. Am 10. Juli lief zudem die Frist zur Umsetzung der sechsten EU-Geldwäsche-Richtlinie (AMLD6) ab. Und 2027 droht die nächste Hürde: Das EU-Transparenzregister soll verschärft werden – private Wohnadressen und Passdaten könnten offengelegt werden. Die Stiftung Familienunternehmen warnt vor den Sicherheitsrisiken dieser Entwicklung.

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Für Liechtenstein, das 2017 das Bankgeheimnis abschaffte, stellt sich nun die Frage nach dem Standortfaktor Vertraulichkeit. Bei einem Pro-Kopf-BIP von über 217.000 Dollar bleibt die Sicherheit des Finanzplatzes existenziell.

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