Ifo-Geschäftsklima, Deutsche Wirtschaft

Ifo-Geschäftsklima steigt auf höchsten Stand seit über drei Jahren

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Ifo-Geschäftsklima ist im September auf 89,9 Punkte gestiegen und erreicht damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Die Erholung erfasst jedoch nicht alle Branchen: Besonders die Autoindustrie bleibt unter Druck.

Das Ifo-Geschäftsklima fiel besser aus als von Analysten erwartet. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Das Ifo-Geschäftsklima fiel besser aus als von Analysten erwartet. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Das Ifo-Geschäftsklima ist im September um 1,1 Punkte auf 89,9 Punkte gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht.

Fünfter Anstieg in Folge

Das Münchner Ifo-Institut teilte mit, dass das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer bereits den fünften Monat in Folge zugelegt habe. Befragt wurden rund 9000 Unternehmen.

Der Anstieg fiel stärker aus als erwartet: Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von 89,0 Punkten gerechnet. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich.

Autoindustrie bleibt unter Druck

Ifo-Präsident Clemens Fuest erklärte, die deutsche Wirtschaft setze ihren Erholungskurs fort. Gleichzeitig teilte das Institut mit, die Automobilbranche bewege sich weiterhin auf schwierigem Terrain.

Hohe Energiepreise als Belastung

Die bessere Stimmung zeigte sich trotz hoher Energiepreise. Der Anstieg des Geschäftsklimas deutet auf eine insgesamt freundlichere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung hin, verdeckt aber die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen.

Erholung mit wichtigen Einschränkungen

Der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas passt zu einem insgesamt freundlicheren Konjunkturbild für Deutschland. Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für 2026 inzwischen mit einem stärkeren Wachstum, nachdem sie im Frühjahr noch deutlich vorsichtiger prognostiziert hatten. Als wichtige Impulse gelten höhere staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.

Das Geschäftsklima misst sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der Unternehmen. Dass beide Teilkomponenten zulegten, spricht für eine breitere Verbesserung der Stimmung. Der fünfte Anstieg in Folge bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Produktion, Beschäftigung und Investitionen bereits kräftig wachsen.

Energie und Autoindustrie bleiben Belastungen

Hohe Energiepreise verteuern die Herstellung und treffen besonders energieintensive Betriebe. Für Unternehmen und Verbraucher können sie zudem die Kaufkraft und damit die Nachfrage dämpfen. Die Automobilbranche steht zusätzlich unter dem Druck hoher Produktionskosten, internationaler Konkurrenz und des schwierigen Übergangs zur Elektromobilität.

Für die weitere Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, ob die bessere Erwartungshaltung in konkrete Aufträge und Investitionen mündet. Staatliche Ausgaben können die Nachfrage stützen, ersetzen aber keine dauerhaft wettbewerbsfähigen Standortbedingungen. Reformen bei Genehmigungen, Infrastruktur und Kosten bleiben für die deutsche Wirtschaft von zentraler Bedeutung.

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