Made for Germany: Unternehmen planen 850 Milliarden Euro Investitionen bis 2028
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Unternehmensinitiative Made for Germany will bis 2028 mehr als 850 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren.
147 Unternehmen und Investoren beteiligt
Nach Angaben der Initiative haben sich 147 Unternehmen und Investoren angeschlossen. Vor dem Austausch in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bilanzierte das Bündnis, allein 2025 seien mehr als 200 Milliarden Euro investiert worden.
Die zentrale Botschaft der Initiative lautet: „Wir glauben an Deutschland. Wir wollen hier investieren“.
Pläne netto gestiegen
Einige Unternehmen hätten ihre Vorhaben zwar verändert. Netto seien die Investitionspläne der bis Februar beigetretenen Firmen jedoch um einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag gestiegen.
Energieversorger und Investoren hätten ihre Investitionen aufgestockt. Infrastrukturbetreiber träten dagegen auf die Bremse, während die Investitionsbereitschaft im Pharmasektor gedämpft sei.
Politik soll Reformen beschleunigen
Merz hatte beim ersten Treffen von Made for Germany im Juli 2025 den Schulterschluss mit Top-Managern gesucht. Damals stellten 61 Unternehmen und Investoren bis 2028 Investitionen von mindestens 631 Milliarden Euro in Deutschland in Aussicht. Wie viel davon über bereits geplante Investitionen hinausging, blieb offen.
Die unter anderem von Siemens und der Deutschen Bank angestoßene Initiative forderte erneut Reformen. Unternehmen und Bürger müssten entlastet, neue Technologien gefördert und die Kapitalmärkte gestärkt werden, damit privates Kapital schneller in Innovation, Infrastruktur und neue Arbeitsplätze fließen könne.
Manager verlangen verlässliche Bedingungen
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte, die Mitgliedsunternehmen glaubten an den Standort und auch das Interesse internationaler Investoren sei groß. Investitionen benötigten jedoch verlässliche Bedingungen.
Siemens-Chef Roland Busch erklärte, Deutschland habe alles, was es für Wachstum brauche. Nun müsse das Land bei den Reformen Tempo machen und insbesondere seine Chancen bei industrieller künstlicher Intelligenz nutzen.
Investitionssignal in schwieriger Übergangsphase
Die angekündigten mehr als 850 Milliarden Euro markieren vor allem die Größenordnung der Vorhaben, nicht automatisch zusätzliche Ausgaben gegenüber früheren Planungen. Entscheidend ist deshalb, wie viele Projekte tatsächlich neu angestoßen, in Deutschland umgesetzt und bis 2028 realisiert werden.
Das Bündnis trifft auf eine Wirtschaft, die sich 2026 zwar erholt, deren Aufschwung aber auf einem schmalen Fundament steht. Die privaten Investitionen bleiben teilweise schwach, während staatliche Nachfrage, Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben die Konjunktur stützen. Hohe Energiepreise, strukturelle Probleme und eine zurückhaltende Personalplanung belasten zugleich viele Unternehmen.
Reformen als Bedingung für Kapital
Die unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Initiative zeigt, dass Investitionsbereitschaft stark von Branche und Standortbedingungen abhängt. Energieversorger und Investoren erhöhen ihre Pläne, während Infrastrukturbetreiber bremsen und die Pharmaindustrie vorsichtiger wird. Für Bürgerinnen und Bürger können zusätzliche Investitionen langfristig Arbeitsplätze, modernere Netze und technologische Fortschritte bedeuten; kurzfristig garantieren sie jedoch weder neue Stellen noch sinkende Preise.
Politisch liegt die Bedeutung daher in der Verbindung von privatem Kapital und verlässlichen Rahmenbedingungen. Schnellere Genehmigungen, leistungsfähige Energie- und Verkehrsnetze, Zugang zu Wagniskapital und der Einsatz industrieller künstlicher Intelligenz entscheiden mit darüber, ob aus Absichtserklärungen produktive Kapazitäten werden.
