DAK-Report: Psychische Leiden führen Krankschreibungen an – 184 Tage
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein aktueller Report der DAK-Gesundheit zeigt: Psychische Erkrankungen haben Atemwegsinfekte als häufigste Fehlzeit-Ursache abgelöst.
Die Quote lag im ersten Halbjahr 2026 bei 5,3 Prozent – ein minimaler Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Pro 1.000 Beschäftigte waren im Schnitt 53 Personen krankgeschrieben. Der eigentliche Knackpunkt: die Zusammensetzung der Ausfälle.
DAK-Report: Psychische Diagnosen auf dem Vormarsch
Die am 20. Juli veröffentlichten Daten des IGES-Instituts basieren auf den Meldungen von rund 2,2 Millionen Versicherten. Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stiegen um 9 Prozent auf 184 Tage je 100 Versicherte – ein neuer Höchststand.
Zum Vergleich: Atemwegserkrankungen gingen um 21 Prozent auf 175 Tage zurück. Muskel-Skelett-Erkrankungen landeten mit 174 Fehltagen auf Platz drei.
Die durchschnittliche Krankheitsdauer stieg leicht von 9,5 auf 9,7 Tage. Besonders auffällig: Während jüngere Beschäftigte seltener fehlten, verzeichneten über 60-Jährige deutlich längere Ausfallzeiten.
Als Haupttreiber für die Zunahme psychischer Belastungen gelten anhaltender Leistungsdruck, Personalmangel und wirtschaftliche Unsicherheit. DAK-Chef Andreas Storm betonte den dringenden Handlungsbedarf bei Langzeiterkrankungen.
Politik plant Teilkrankschreibung und strengere Attestpflicht
Die Bundesregierung reagiert mit einem Sparpaket für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Kernstück des am 10. Juli vorgestellten Entwurfs: die Einführung einer Teilkrankschreibung. Beschäftigte könnten bei längeren Erkrankungen zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeiten, statt komplett auszufallen.
Der DAK-Report 2026 zeigt: Psychische Erkrankungen sind mit 184 Fehltagen je 100 Versicherte die häufigste Fehlzeit-Ursache – noch vor Atemwegsinfekten. Leistungsdruck, Personalmangel und KI-Ängste treiben die Zahlen. Dieser kostenlose Leitfaden liefert Ihnen drei sofort umsetzbare Hebel: Resilienztraining, chronobiologische Arbeitszeitgestaltung und ein Toolkit gegen KI-Ängste. Jetzt HR-Sofortleitfaden anfordern
Zusätzlich plant die Koalition, die telefonische Krankschreibung wieder abzuschaffen. Eine Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag soll kommen.
Doch die Pläne stoßen auf Kritik. Fachleute warnen: Geplante Streichungen von Zuschlägen für psychotherapeutische Leistungen könnten den Zugang zu Therapien erschweren. Die Folge: längere Wartezeiten und noch mehr Ausfälle durch mentale Probleme.
Resilienztraining und Chronobiologie als Präventionsansätze
Angesichts steigender Belastungen setzen Unternehmen zunehmend auf neue Gesundheitskonzepte. Eine Studie der Universität Liechtenstein untersuchte die Wirkung von Achtsamkeitstrainings für Führungskräfte. In einem sechswöchigen Online-Format steigerten Teilnehmer ihre Resilienz und senkten ihr Stressempfinden – allerdings brach die Hälfte das Programm ab.
Ein vielversprechender Ansatz: die Chronobiologie. Die Klinik Wartenberg zeigt, dass die Anpassung von Arbeitszeiten an den individuellen Schlaftyp die Müdigkeit senkt und Krankheitstage um fast die Hälfte reduziert. Trotz solcher Erfolge laufen Pilotprojekte wie „ChronoCity“ oft nach wenigen Jahren aus.
Emotionale Arbeit und KI-Angst als neue Stressfaktoren
Die geplante Teilkrankschreibung und strengere Attestpflicht ab Tag 1 werden Ihre Fehlzeiten nicht senken – erst recht nicht bei psychischen Langzeiterkrankungen. Was wirklich wirkt: Prävention. Unternehmen, die auf Resilienztraining und chronobiologische Arbeitszeiten setzen, reduzieren Krankheitstage um bis zu 48 %. Erfahren Sie in diesem Report, wie auch Sie Ihre Belegschaft stabilisieren. Präventions-Report jetzt sichern
Neben klassischen Belastungen gewinnt die „emotionale Arbeit“ an Bedeutung. Eine Untersuchung des MissionSquare Research Institute zeigt: Unbewältigter emotionaler Stress führt zu schlechterem Schlaf und geringerer Work-Life-Balance. Rund 31,7 Prozent der Befragten denken deshalb über einen Jobwechsel nach.
Hinzu kommt die Verunsicherung durch den technologischen Wandel. Laut einer Umfrage vom April 2026 planen 43 Prozent der CEOs, in den kommenden zwei Jahren Einstiegspositionen wegen KI-Automatisierung abzubauen. Experten wie Jonas Diezun von Beam AI sehen bereits KI-gestützte Teams, die menschliche Kontrollinstanzen in Buchhaltung oder Personalwesen ersetzen. Arbeitspsychologen stufen diesen Wandel als weiteren Stressfaktor für die Belegschaften ein.
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