D.Lgs. 81/ 08: Italienische Arbeitgeber müssen 16 Stunden Schulung einplanen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deItalienische Schulungsanbieter bewerben verstärkt Qualifizierungsmaßnahmen nach dem Gesetzesdekret D.Lgs. 81/08 und dem Staat-Regionen-Abkommen 2025. Der Dienstleister ANFOS Servizi stellt entsprechende Schulungspflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer heraus und verweist auf ein breit gefächertes Kursangebot. Dieses reicht von allgemeinen Grundlagen für Führungskräfte bis hin zu spezifischen Modulen für einzelne Branchen und Gefährdungslagen.
Differenzierte Stundenumfänge für Arbeitgeber und Betriebe
Nach Angaben von ANFOS Servizi umfasst das Qualifizierungsangebot unter anderem einen 16-stündigen Kurs für Arbeitgeber sowie ein ergänzendes Modul für Baustellen im Umfang von 6 Stunden. Für Arbeitgeber, die direkt die Aufgaben des betrieblichen Präventions- und Schutzdienstes (DDL-RSPP) übernehmen, wird ein Basismodul mit 8 Stunden angesetzt.
Darüber hinaus listet der Anbieter branchenspezifische Zusatzmodule auf. Für die Bereiche Landwirtschaft, Bauwirtschaft sowie Chemie und Petrolchemie sind jeweils 16 Stunden vorgesehen, während für den Fischereisektor ein Umfang von 12 Stunden veranschlagt wird. Für die vorgeschriebene Fortbildung steht zudem ein DDL-RSPP-Update mit einem Umfang von 8 Stunden bereit.
Für Beschäftigte sieht das Programm eine allgemeine Schulung von 4 Stunden vor. Nach Angaben des Unternehmens ist der regelmäßige Aktualisierungsnachweis für Arbeitnehmer essenziell, um die gesetzliche Normkonformität sicherzustellen. Das Spektrum deckt Schulungen für mittlere Risikostufen sowie Auffrischungen für niedrige, mittlere und hohe Risikobereiche ab.
Regionale Ausrichtung und technische Qualifikationen
Die Angebote richten sich an Betriebe in verschiedenen Regionen des Landes. So bewirbt ANFOS Servizi Pflichtkurse für Arbeitgeber in Castiglione Olona in der Lombardei, wo unter anderem Schulungen zum Befähigungsnachweis für Dickenhobel nach D.Lgs. 81/2008 inklusive theoretischer Grundlagen zu Sicherheitsanforderungen, Betriebsabläufen und Prävention angeboten werden. Der Erwerb dieses Ausweises setzt das Bestehen einer Abschlussprüfung voraus.
Wer sich mit gesetzlichen Schulungspflichten und Risikomanagement befasst, benötigt eine belastbare Basis für die Dokumentation. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sicherheitsverantwortliche mit praxiserprobten Vorlagen und Checklisten dabei, rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen. Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen und Checklisten sichern
Weitere branchenspezifische Angebote betreffen die Herstellung von Wäsche und Unterwäsche in San Giorgio a Cremano in Kampanien sowie den Betrieb von Schwimmbädern und Schwimmzentren in Codevigo in Venetien, bei denen Unfallprävention und Risikomanagement im Fokus stehen.
Für Betreiber von Schwimmbadaktivitäten in Brovello Carpugnino im Piemont wird zudem ein 16-stündiger Arbeitgeberkurs per E-Learning mit integrierter Abschlussprüfung angeboten. In Colli a Volturno in Molise richtet sich ein 16-stündiger Kurs an Arbeitgeber in der Fischerei, um eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
Zusätzlich führt der Anbieter spezialisierte Module für Arbeiten in engen Räumen auf, die Notfallverfahren, Schutzkleidung und Unfallverhütung thematisieren, sowie Kurse für das Bildungswesen mit Schwerpunkt auf Rechten und Pflichten. Für Tätigkeiten unter elektrischer Spannung werden Befähigungslehrgänge für die Qualifikationsstufen PES, PAV und PEI bereitgestellt.
Die fachgerechte Unterweisung von Mitarbeitern im Elektrobereich ist eine wesentliche Voraussetzung für die Betriebssicherheit. Mit dieser kostenlosen Muster-PowerPoint und den zugehörigen Dokumentationshilfen bereiten Sie Ihre nächste Elektro-Unterweisung zeiteffizient und rechtssicher vor. Kostenlose Muster-Vorlage für die Elektro-Unterweisung herunterladen
Vorgaben für Elektrofachkräfte und erweiterte Arbeitsplatzkontrollen
Die Qualifizierung von Fachkräften im Elektrobereich wird auch von institutioneller Seite hervorgehoben. Die italienische Unfallversicherungsanstalt INAIL thematisiert in einem Informationsblatt die Mindestanforderungen an die Ausbildung für die Stufen PES und PAV bei Niederspannungsarbeiten gemäß der Norm CEI 11-27:2025. Das Dokument verweist auf die allgemeinen Pflichten zu Information, Schulung und Training nach D.Lgs. 81/2008 und betont, dass keine Tätigkeiten an Personal ohne angemessene Vorbereitung übertragen werden dürfen.
Neben ANFOS Servizi bewirbt auch der Dienstleister PMI Servizi Ausbildungen nach den Vorgaben des Abkommens. Das Angebot in San Giacomo Vercellese umfasst unter anderem HACCP-Schulungen, virtuelle Klassen, Kurse für Sicherheitsbeauftragte und Ausbilder sowie die Erneuerung von Befähigungsnachweisen für Gabelstapler, Krane, Bagger und landwirtschaftliche Maschinen.
In Gambettola in der Emilia-Romagna hebt PMI Servizi neben ähnlichen Sicherheitskursen zudem die Notwendigkeit von Gesundheitskontrollen bei Feinstaubbelastungen hervor.
Wegen der Risiken schwerer Atemwegs- und chronischer Erkrankungen seien arbeitsmedizinische Untersuchungen vor der Einstellung, in regelmäßigen Intervallen während der Beschäftigung sowie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses geboten.
