Cybersicherheit, Betrieb

Cybersicherheit im Betrieb: 62 Prozent der Kommunen schulen ihre Beschäftigten

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Erhebungen zeigen mehr Sicherheitstrainings, zugleich bestehen Lücken bei Datenkontrolle, Notfallvorsorge und dokumentierten Schulungsnachweisen.
Ein minimalistischer, moderner Büroflur mit klaren architektonischen Linien und neutraler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Klassische Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Antivirenprogramme genügen im betrieblichen Alltag längst nicht mehr, um Netzwerke vor Angriffen zu schützen. Laut einem Bericht des Branchenportals autohaus.de vom 19. Oktober 2026 gilt der Mensch als größter Risikofaktor für Cyberangriffe.

Beschäftigte geraten vermehrt über Phishing, Betrugsanrufe und manipulierte Anfragen ins Visier von Kriminellen. Der Schutz moderner IT-Infrastrukturen hängt deshalb maßgeblich davon ab, wie aufmerksam und vorbereitet das Personal reagiert.

Gezielte Schulungen und Führungsverantwortung gefordert

Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen raffinierte Betrugsversuche zu wappnen, empfiehlt autohaus.de regelmäßige kurze Lerneinheiten, anschauliche Praxisbeispiele und simulierte Phishing-Tests. Zudem brauche es klare Zuständigkeiten sowie einen dokumentierten und im Betrieb erprobten IT-Notfallplan.

Entscheidend sei dabei die Rolle der Führungskräfte: Die Geschäftsführung müsse Cybersicherheit aktiv vorleben, ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen und eine offene Fehlerkultur im Unternehmen etablieren.

Dass Schulungen nicht als einmaliges Projekt verstanden werden dürfen, heben auch Fachleute hervor. Da durch den Einsatz künstlicher Intelligenz erstellte Angriffe immer schwerer zu erkennen seien, bilde der Mensch die erste Verteidigungslinie. In der betrieblichen Realität flössen Budgets jedoch häufig noch einseitig in technische Barrieren und Netzwerkschutz.

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Untersuchungen unterstreichen zudem verhaltensbezogene Hürden: Selbst nach Trainings können emotionale, kognitive und situative Einflüsse dazu führen, dass Angestellte auf Täuschungen hereinfallen. Entsprechend gewinnen kontinuierliche, praxisnahe Schulungskonzepte, Gamification-Ansätze und die Vermeidung von Selbstüberschätzung an Bedeutung.

Kommunen und Unternehmen verstärken Trainings

Der Handlungsdruck spiegelt sich in aktuellen Datenerhebungen wider. Wie aus der Studie „Cybersicherheit in Kommunen“ von G DATA CyberDefense, Statista und brand eins hervorgeht, für die fast 700 Beschäftigte im öffentlichen Dienst befragt wurden, setzen 62 Prozent der befragten Kommunen auf Sensibilisierungsschulungen.

Zudem planen 43 Prozent der Verwaltungen höhere Investitionen in ihre IT-Sicherheit, verglichen mit 28 Prozent im Vorjahr. Drei von fünf Befragten gaben an, ihre Sicherheitsprozesse angepasst zu haben. Jeweils 46 Prozent führten neue Sicherheitslösungen ein oder überarbeiteten ihre Notfallpläne, während 43 Prozent dem Thema IT-Sicherheit im Management eine stärkere Priorität einräumen.

Ähnliche Prioritäten zeigt die Privatwirtschaft. Im „Secure Data Report 2026“ von FTAPI und techconsult, für den 200 IT- und Sicherheitsverantwortliche befragt wurden, gaben 67 Prozent an, Schulungen für die Belegschaft einzusetzen.

Bei den Sicherheits- und Compliance-Standards dominieren in den befragten Betrieben der BSI IT-Grundschutz mit 72 Prozent und die Norm ISO 27001 mit 68 Prozent, gefolgt von der europäischen NIS-2-Richtlinie mit 56 Prozent.

Risiken bei Dokumentation und Versicherungsschutz

Gleichzeitig offenbaren die Erhebungen erhebliche Lücken im Sicherheitsmanagement. Laut der FTAPI-Untersuchung streben zwar 85 Prozent der Befragten eine Kontrolle über interne Datenflüsse an, doch lediglich 15 Prozent überwachen den Datenaustausch technisch.

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Zudem stufen 58 Prozent die revisionssichere Dokumentation als hohen oder sehr hohen Aufwand ein; nur zwei Prozent haben diesen Vorgang automatisiert. Bei IT-Ausfällen weichen 72 Prozent auf unsichere Wege aus, während 20 Prozent im Ernstfall vor einem sofortigen Betriebsstillstand stehen.

Ein sorgfältiges Nachweismanagement ist jedoch auch für den finanziellen Schutz unverzichtbar. Wie das Fachportal tsecurity.de berichtet, können fehlende oder lückenhafte Schulungsnachweise bei Cyberpolicen zum Verlust von Versicherungsansprüchen führen. Wer Haftungsrisiken minimieren und die IT-Sicherheit dauerhaft festigen will, muss Sensibilisierungsmaßnahmen daher lückenlos dokumentieren.

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