Cyberangriffe, Deutschland

Cyberangriffe Deutschland: +53% im August auf 1834 pro Woche

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Check Point Research meldet 1834 wöchentliche Angriffe auf deutsche Firmen. Phishing, Ransomware und Personalmangel erhöhen den Sicherheitsdruck.

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen steigen im August deutlich
Ein dunkles, industrielles Stromnetz-Gelände bei Dämmerung mit glühenden Transformatoren und Hochspannungsleitungen in einer nebligen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Bedrohungslage für die deutsche Wirtschaft im digitalen Raum hat sich im Spätsommer spürbar verschärft. Wie aktuelle Daten von Check Point Research für den Monat August 2026 zeigen, kletterte die Zahl der Cyberangriffe auf Unternehmen in Deutschland um 53 Prozent im Vergleich zum Vorzeitraum auf durchschnittlich 1834 Angriffe pro Woche. Damit verzeichnete die Bundesrepublik den stärksten Zuwachs innerhalb der gesamten DACH-Region.

DACH-Region und internationaler Trend unter Druck

Auch in den Nachbarländern bleibt das Angriffsaufkommen hoch, wenngleich die Wachstumsraten hinter Deutschland zurückblieben. In Österreich wurden im August 2468 Angriffe pro Woche registriert, was einem Zuwachs von 41 Prozent entspricht. Schweizer Unternehmen sahen sich wöchentlich 1515 Attacken ausgesetzt, ein Plus von 36 Prozent.

Auf europäischer Ebene stiegen die erfassten Attacken auf 2155 Vorfälle pro Woche, was einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weltweit registrierte Check Point Research im August 2422 Angriffe pro Woche. Das bedeutet einen Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vormonat und ein Plus von 22 Prozent im Vorjahresvergleich, nachdem der Wert im Mai 2026 noch bei 2055 Angriffen gelegen hatte.

International verzeichnete Lateinamerika mit 3577 wöchentlichen Angriffen das höchste Volumen (+25 Prozent), gefolgt von Afrika mit 3335 (+3 Prozent), der Region Asien-Pazifik mit 3325 (+16 Prozent) sowie Nordamerika mit 1744 Attacken (+18 Prozent).

In Deutschland konzentrierten sich die Angriffe im August vor allem auf die Bereiche Bildung, Energie und Versorgung, Hardware und Halbleiter, Unternehmensdienstleistungen sowie Telekommunikation. Weltweit bildete der Bildungssektor mit 5354 wöchentlichen Attacken (+28 Prozent) das Hauptziel, gefolgt von Regierungsorganisationen mit 3067 und dem Gastgewerbe sowie der Reisebranche mit 3056 Angriffen (+56 Prozent).

Phishing, Ransomware und der Ernstfall in Berlin

Phishing blieb auch im August das verbreitetste Einfallstor für Kriminelle: Jede 112. E-Mail war betroffen, nach jeder 128. im Vormonat Juli. In 72 Prozent der Fälle enthielten die Nachrichten schädliche Links, in 14 Prozent der Fälle gefährliche Anhänge.

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Gleichzeitig verzeichnete Check Point Research weltweit 1042 gemeldete Ransomware-Fälle. Das ist ein Anstieg um 8 Prozent gegenüber Juli und entspricht nahezu einer Verdopplung im Vergleich zum August 2025. Auf Deutschland und Italien entfielen dabei jeweils rund 5 Prozent der weltweiten Erpressungsfälle. Bei den Akteuren dominierten Gruppen wie Qilin mit 15 Prozent, The Gentlemen mit 10 Prozent und Orova mit 4 Prozent.

Welche Schäden Ransomware im öffentlichen Sektor anrichten kann, zeigte sich in der Bundeshauptstadt: Zwischen dem 7. und 12. August 2026 wurde das Berliner Landesnetz Ziel eines Ransomware-Angriffs der Gruppierung Rhysida. Betroffen waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Die Täter forderten 30 Bitcoin Lösegeld, die der Berliner Senat jedoch nicht zahlte. Am 4. September 2026 wurden daraufhin rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Datenvolumen von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht, zwei Tage später folgten weitere Zugangsdaten.

Die Veröffentlichung umfasste Personalakten, Ausweiskopien, Gehaltsabrechnungen, Vertragsunterlagen sowie Bürgerdaten inklusive Bankverbindungen von Landesbediensteten und möglicherweise auch Antragstellern.

Fachkräftemangel und neue Technologien als Herausforderung

Zusätzliche Risiken entstehen durch den zunehmenden Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI). Weltweit war laut den Erhebungen 1 von 43 Prompts sensibler Natur (2,3 Prozent), wobei 86 Prozent der Unternehmen von solchen Eingaben betroffen waren.

Die Ergebnisse der Studie „Cybersicherheit in Zahlen 2026/2027“, für die über 5000 Personen in Deutschland befragt wurden, unterstreichen diese Einschätzung: 46 Prozent der Befragten betrachten organisierte Cyberkriminelle als größtes Risiko, während 14 Prozent Hacktivisten und 13 Prozent Innentäter oder Dienstleister fürchten. Ein Drittel erwartet durch KI eine erhebliche Verschärfung der Bedrohungslage.

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Gleichzeitig verschärfen personelle Engpässe die Situation in den Betrieben. Drei Viertel der IT- und Sicherheitsverantwortlichen sehen die Sicherheit durch fehlendes Personal beeinträchtigt, 44 Prozent sogar stark oder sehr stark.

Nur 9 Prozent der Unternehmen kommen ohne externe Unterstützung durch Systemhäuser oder spezialisierte Dienstleister aus. Bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben wie der NIS-2-Richtlinie, mit der 45 Prozent ein Sicherheitsplus verbinden, beklagen sieben von zehn Beteiligten eine hohe Bindung interner Ressourcen.

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