Cyberangriff, Berlin

Cyberangriff Berlin: Rhysida stiehlt 5,8 TB Daten und fordert 30 Bitcoin

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das BSI warnt vor auslesbaren Fingerabdrücken durch Smartphone-Kameras, während Berlin nach einem Datenabfluss mit Lösegeldforderungen konfrontiert ist.

BSI warnt vor Fingerabdruck-Risiken und Berliner Cyber-Erpressung
Dunkler Serverraum mit modernen IT-Schranksystemen und blauen Statusleuchten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 28. August 2026 eine Warnung vor neuen Sicherheitsrisiken durch moderne Smartphone-Technologie herausgegeben.

Laut der Behörde können hochauflösende Kameras in aktuellen Mobilgeräten Fingerabdrücke bei der Aufnahme von Selfies so präzise erfassen, dass diese Daten von Angreifern zum Knacken von Bankkonten missbraucht werden könnten.

Da biometrische Merkmale unveränderlich seien, stufte das BSI sie als besonders schützenswert ein. Als Schutzmaßnahmen empfahl das Amt die Reduzierung der Bildauflösung bei Selbstporträts sowie die Kombination von Biometrie mit einer zusätzlichen PIN.

Erpressungsversuch gegen das Land Berlin nach Datenabfluss

Parallel zu den allgemeinen Warnungen vor biometrischen Risiken bestätigte das Land Berlin am 28. August 2026 einen massiven Erpressungsversuch infolge eines Cyberangriffs auf die Landesverwaltung.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärte dazu, dass sich das Land Berlin nicht erpressen lassen werde. Auch Innensenatorin Spranger betonte, dass man keine Erpressung zulassen werde und versicherte zudem, dass die Sicherheit der bevorstehenden Wahlumgebung gewährleistet sei.

Hinter dem Angriff steht die Ransomware-Gruppe Rhysida, die nach vorliegenden Berichten eine Summe von 30 Bitcoin fordert, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen bis 2,05 Millionen Euro entspricht.

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Die Gruppe hat ein Ultimatum gesetzt, das am Freitag um 16:00 Uhr abläuft, und droht im Falle einer Nichtzahlung mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten. Rhysida war in der Vergangenheit bereits für einen Angriff auf die Stadt Stuttgart verantwortlich.

Umfang und Herkunft des Datenabflusses

Untersuchungen zum Vorfall in der Berliner Verwaltung ergaben, dass der unberechtigte Datenabfluss aus dem Landesnetz zwischen dem 7. und 12. August erfolgte. Der Erstzugang der Täter wurde dabei auf eine Phishing-Mail zurückgeführt.

Bekannt wurde der Angriff am 14. August, wobei die Identität der Täter zunächst im Unklaren blieb. Die Berliner Senatskanzlei äußerte sich am 29. August aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter zu konkreten Forderungen oder Details zu den Tätern.

Das Ausmaß des Diebstahls ist erheblich. Die Angreifer kopierten laut aktuellen Erkenntnissen zwischen 5,7 TB und 5,8 TB an Daten, die schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Datensätze umfassen. Zu den entwendeten Informationen gehören unter anderem:

  • Rund 46.000 bis 46.500 Verträge
  • Etwa 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren
  • 11.000 vertrauliche Dokumente
  • 6.000 Login-Daten beziehungsweise Passwörter
  • 16.000 E-Mails
  • 148 IBAN-Nummern
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Der Cyberangriff hatte bereits unmittelbare Auswirkungen auf die Bürgerdienste. So war die Bearbeitung von Wohngeldanträgen nach dem Vorfall für mehrere Tage nicht möglich. Die für den 20. September geplante Wahl soll jedoch nach offiziellen Angaben zu 100 Prozent abgesichert sein.

Gefahren durch Identitätsdiebstahl und Datenmissbrauch

Ein IT-Experte des Chaos Computer Clubs (CCC) erläuterte im Zusammenhang mit dem Vorfall die potenziellen Gefahren im Darknet. Gestohlene Passwörter könnten dort gehandelt werden, wobei im Klartext vorliegende Passwörter sofort nutzbar seien, während verschlüsselte Hashes erst geknackt werden müssten. Die entwendeten Informationen könnten für Identitätsdiebstahl, Erpressung und gezielte Einschüchterung verwendet werden.

Der Vorfall unterstreicht die aktuelle Bedrohungslage für öffentliche Verwaltungen und die Notwendigkeit robuster Sicherheitsarchitekturen, insbesondere beim Umgang mit sensiblen Identitätsdaten, wie sie auch das BSI in seiner aktuellen Warnung zu biometrischen Merkmalen thematisierte.

Mehr zum Thema bei RP Online: „Cyberangriff auf Berlin: Land wird mit Daten erpresst“

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