Cyber, Resilience

Cyber Resilience Act: Jedes fünfte System hat gravierende Lücken

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 17:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitslücken in CPS, neue Vorgaben und komplexe Cloud-Strukturen erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Resilienz umfassend auszubauen.

Cyberresilienz im Fokus: Neue Anforderungen für CPS und Cloud
Industrielle Anlage mit komplexen Rohrleitungen und metallischen Maschinenstrukturen in einer Lagerhalle. Illustration mit AI erstellt.

In der aktuellen Fachdebatte Anfang September 2026 rückt die abnehmende Zuverlässigkeit klassischer passwortbasierter Verfahren verstärkt in den Fokus.

Experten diskutieren die dringende Notwendigkeit, bestehende Sicherheitskonzepte für cyber-physische Systeme (CPS) grundlegend zu erweitern. Dabei geht es nicht mehr allein um die klassische Betriebstechnik (Operational Technology, OT), sondern um eine umfassende Strategie zur Wahrung internationaler Compliance-Standards.

Kritische Sicherheitslücken in Rechenzentren und CPS-Infrastrukturen

Die Dringlichkeit neuer Sicherheitsansätze wird durch aktuelle Erhebungen untermauert. Thorsten Eckert von Claroty wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass jedes fünfte cyber-physische System in Rechenzentren gravierende Sicherheitslücken aufweist. Diese Schwachstellen stellen ein erhebliches Risiko für die Betriebskontinuität und die Datensicherheit dar.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa, die Ende Oktober 2026 in Nürnberg stattfindet, neue technologische Ansätze präsentiert. Claroty plant dort unter anderem die Vorstellung der Plattform xDome.

Diese Lösungen zielen darauf ab, Unternehmen bei der Einhaltung des Cyber Resilience Act (CRA) zu unterstützen und die Verwaltung von Software-Stücklisten (Software Bills of Materials, SBOMs) zu optimieren, um die Transparenz innerhalb der Lieferketten zu erhöhen.

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Regulatorische Vorgaben fordern Maschinenbau und IT-Betrieb

Neben technischen Mängeln treibt vor allem der regulatorische Rahmen die Transformation der Sicherheitsarchitekturen voran. Maschinenhersteller stehen zunehmend unter Druck, ein lückenloses Update-Management über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu etablieren. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind neben dem CRA auch die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie.

Diese Vorschriften verpflichten Unternehmen dazu, die Resilienz ihrer vernetzten Systeme dauerhaft sicherzustellen. Ein statischer Schutz reicht angesichts der Vernetzung von Produktion und IT-Infrastruktur nicht mehr aus, um den gesetzlichen Anforderungen und dem aktuellen Bedrohungsszenario gerecht zu werden.

Strategien für Cyberresilienz in komplexen Cloud-Umgebungen

Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Sicherheitsdiskussion liegt auf der Absicherung von Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen. Chris Dercks von F5 betonte die Notwendigkeit, die Cyberresilienz in diesen komplexen Strukturen signifikant zu erhöhen. Als Orientierungshilfe dient hierbei ein fünfstufiges Resilienz-Modell, das verschiedene strategische Ebenen miteinander verknüpft.

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Das Modell sieht vor, zunächst die Ausbreitung potenzieller Angriffe innerhalb des Netzwerks strikt zu kontrollieren und Abhängigkeiten zu diversifizieren. Darauf aufbauend folgen eine richtliniengesteuerte Anpassung der Systeme sowie eine inkrementelle Adaptierung an neue Bedrohungslagen. Den Abschluss bildet eine beobachtungsgestützte Governance, die eine kontinuierliche Überwachung und Steuerung ermöglicht.

Diese Maßnahmen sind essenziell, um regulatorische Rahmenbedingungen wie die DORA-Verordnung (Digital Operational Resilience Act) oder die Norm ISO/IEC 27001 zu erfüllen. Unternehmen müssen demnach nicht nur in Abwehrmechanismen investieren, sondern ihre gesamte Infrastruktur auf Anpassungsfähigkeit und schnelle Wiederherstellung nach Sicherheitsvorfällen ausrichten.

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